• 26.08.2009, 16:06:10
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"KURIER"-Kommentar von Bernhard Gaul: "Ein Kärntner Klotz"

Beim Besuch des Kanzlers in Slowenien geht es um mehr als die Ortstafel-Frage.

Wien (OTS) - Es gehört mittlerweile zu den diplomatischen
Gepflogenheiten, dass bei einem Treffen österreichischer und
slowenischer Repräsentanten zuerst über die fehlenden zweisprachigen
Ortstafeln gesprochen wird. Die slowenischen Vertreter pochen dabei
mit diplomatischer Höflichkeit auf die Erfüllung des Staatsvertrages.
Österreichs Regierungsvertreter versprechen dann, sich des Problems
jetzt endlich wirklich anzunehmen - immer mit dem Hinweis darauf,
dass die Kärntner das Problem eben ein bisserl anders sehen.
Für Österreich geht es beim Besuch von Kanzler Faymann aber um
mehr: Slowenien blockiert seit Monaten die EU-Beitrittsverhandlungen
mit Kroatien, weil die Grenzziehung an der kroatisch-slowenischen
Küste nie restlos geklärt worden ist. Beide Seiten waren im Streit
bisher nicht sehr umsichtig. Slowenien hat dabei als EU-Mitglied die
besseren Karten. Österreich hat seinerseits aber größtes
wirtschaftliches Interesse, Kroatien so rasch wie möglich
aufzunehmen.
Die Erfolgsaussichten Faymanns, in dieser Sache auf die Regierung
in Ljubljana Druck auszuüben, sind jedoch begrenzt. Seine Forderung
hätte mehr Gewicht, würde nicht der Kärntner Klotz an seinem Bein
hängen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Europaredaktion
Tel.: (01) 52 100/2752

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