- 26.08.2009, 15:35:16
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Penz: Konsum heimischer Nahrungsmittel trägt zum Wasserschutz bei
NÖ Bauernbunddirektor kritisiert Ö1-Morgenjournal-Beitrag scharf
St. Pölten (OTS) - "In Österreich produzierte Nahrungsmittel sind
im Hinblick auf die Wasserbilanz bedenkenlos zu konsumieren. Das gilt
insbesondere auch für Schweine- und Rindfleisch." Mit dieser
Feststellung reagiert NÖ Bauernbunddirektor Hans Penz auf einen am
Montag dieser Woche im Ö1-Morgenjournal ausgestrahlten Beitrag von
Paul Schiefer, "der in undifferenzierter und völlig kritikloser Weise
den Wasserverbrauch für die Nahrungsmittel-Produktion in ein schiefes
Licht rückt". Unter Bezugnahme auf eine in Kanada erstellte Studie
hat der Radiosender berichtet, dass für die Erzeugung einer Tasse
Kaffee insgesamt über 100 Liter Wasser notwendig seien. Und weiter
hieß es in der Nachricht, dass das meiste Wasser verbraucht werde, um
Fleisch herzustellen. Beispielsweise benötige die Produktion von 1 kg
Rindfleisch ca. 15.000 l Wasser. Unter Berufung auf die Studie
empfahl der ORF, dass möglichst viele Menschen sich nur mehr
vegetarisch ernähren sollten.
Unreflektiertes Lobbying für den Vegetarismus
"In Österreich, wo wir Trinkwasser auch zum Autowaschen verwenden,
dürfen solche Aussagen nicht unkommentiert stehen bleiben", meint
Penz und stellt fest: "Heimisches Schweine-, Rind- und
Geflügelfleisch kann auch von der Wasserbilanz her mit bestem
Gewissen empfohlen und konsumiert werden." Österreich sei in der
glücklichen Lage, dass es sich bei Fleisch aber auch bei Obst und
Gemüse selbst versorgen könne, ohne in irgendeiner Weise den
Wasservorrat übergebührlich zu beanspruchen.
"Wenn der ORF meint, nur vegetarische Ernährung sei ein Beitrag
zur Schonung der Wasserreserven, dann hat dies mit sachlicher
Berichterstattung nichts mehr zu tun", so Penz. Vielmehr offenbare
diese Empfehlung nur die kritiklose Wiedergabe der Argumente von
Lobbygruppen aus der Ecke des Vegetarismus oder auch des WWF.
Letzterer fahre seit Anfang August in Deutschland eine Kampagne, die
den Nahrungsmittelkonsum in unseren Breiten mitverantwortlich mache
für die Wasserknappheit in armen Ländern, berichtet der
Bauernbunddirektor.
Denkanstoß ja, Polemik nein
"Wir brauchen keine Polemik, die wieder einmal auf dem Rücken
unserer bäuerlichen Produzenten ausgetragen wird", betont Penz. Jedem
müsse klar sein, dass es ohne Wasser keine Nahrung geben könne.
Sinnvoll sei vielmehr eine differenzierte Anlayse, die auch
Denkanstöße zum Verbraucherverhalten gebe. Die Ausbeutung der
Wasserreserven durch Kaffee- oder Kautschukplantagen in
Überseeregionen, das Leersaugen des Jordan durch Erdbeerfelder in
Israel oder das Absinken der Grundwasserspiegel in türkischen und
spanischen Intensivregionen für die Tomaten- oder Traubenproduktion
und die Versteppung brasilianischer oder argentinischer Weideregionen
für Rinder - das seien die tatsächlichen Problemfelder, die es zu
bewältigen gebe und denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr
Sendezeit widmen sollte, ist Penz überzeugt.
Zudem möchte der Bauernbunddirektor auch den Wasserverbrauch der
Industrie in die Debatte eingeblendet wissen. "Denn kaum jemandem
dürfte bewusst sein, dass nach dem Verbrauchskonzept der erwähnten
kanadischen Studie die Produktion eines Pkws bis zu 300.000 l Wasser
verschlingt oder dass die Produktion von 500 Blatt DIN-A4-Papier etwa
5.000 l Wasser benötigt. Diese Fakten dürfen bei der Debatte über den
Wasserverbrauch der Landwirtschaft in Mitteleuropa nicht einfach
ignoriert werden", unterstreicht der NÖ Bauernbunddirektor.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Mag. Michael Kostiha Österr. Bauernzeitung Redaktion St. Pölten Ferstlergasse 4 3100 St. Pölten Tel. 02742/9020 DW 233 Mobil 0664/230 318 3 [email protected]
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