- 26.08.2009, 10:22:09
- /
- OTS0079 OTW0079
Pflegeberuf als Ware - Praktikum zum Ausverkauf
Günstige Zivildiener als Praktikanten in privaten Gesundheitsbetrieben
Wien (OTS) - Seit April 2008 kann die Ausbildung zum gehobenen
Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege auch an einer
Fachhochschule absolviert werden. Für die zeitgemäße Entwicklung der
Pflegeberufe wäre die kombinierte Ausbildung Hochschulabschluss
(Bachelor) inklusive Berufsberechtigung (DiplomierteR Gesundheits-
und Krankenschwester bzw. -pfleger) bundesweit anzubieten. Da die
Umsetzung in der Kompetenz der Länder liegt, gibt es jedoch ein zähes
Ringen um die einzelnen Standorte solcher Bildungseinrichtungen.
In der nun schon alljährlich im Sommer wiederkehrenden Diskussion
über den wachsenden Bedarf an Pflegepersonal und den damit verbunden
Kosten, gibt es eine neue Idee. Der Obmann des Fachverbandes der
privaten Krankenanstalten Julian Hadschieff schlägt zur Steigerung
der Attraktivität des Pflegeberufes vor, den Zivildienst für die
erforderlichen Praktika in der Ausbildung zum gehobenen Dienst für
Gesundheits- und Krankenpflege anzurechnen. Zivildiener als billige
Praktikanten einsetzten zu wollen erteilt die Präsidentin des
Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) und
Vorsitzende der Österreichischen Pflegekonferenz (ÖPK) Ursula Frohner
eine klare Absage.
"Aus meiner Sicht halte ich es für problematisch unausgegorene
Lösungen zu propagieren. Für mich stellt sich die Frage welches
Zuckerl man für gleichaltrige Praktikantinnen in petto hat?" so
Präsidentin Frohner.
Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) evaluiert derzeit im Auftrag
des Gesundheitsministeriums die Ausbildungsmodelle in den
Gesundheitsberufen. Präsidentin Frohner schlägt vor, die Evaluierung
rasch abzuschließen und danach eine umfassende Ausbildungsreform in
den Gesundheits- und Sozialberufen anzuschließen.
Die bereits bestehenden Ausbildungen für Gesundheitsberufe noch
unterschiedlicher gestalten zu wollen, arbeitet möglicherweise rein
wirtschaftlichen Überlegungen in die Hände. Solche Strategien dienen
jedoch nicht der Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe und
keineswegs der Sicherstellung der Versorgungsqualität der
Pflegebedürftigen.
Rückfragehinweis:
Ursula Frohner Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband Wilhelminenstraße 91/IIe 1160 Wien mailto:[email protected] Tel.: +43 (0)1 478 27 10 - 11
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GKV






