• 25.08.2009, 20:51:37
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Steigbügel aus Mutlosigkeit (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 26. August 2009

Klagenfurt (OTS) - Stünde nicht heute der Besuch von Kanzler
Werner Faymann in Slowenien an, hätte er sich wohl nicht einmal zu
diesem Konjunktiv hinreißen lassen: Gebe es kein Interesse des BZÖ an
einer Lösung, müsse man schauen, ob es mit der Mehrheit der anderen
Parteien zu einer Verständigung kommen könne. Ihr Desinteresse an der
Wahrung garantierter Minderheitenrechte in Österreich haben orange
Zündler jahrelang eindrucksvoll bewiesen, aber nicht nur sie, sondern
auch ihre Steigbügelhalter.

Das Aufstellen zusätzlicher zweisprachiger Ortstafeln ist keine Frage
von politischen Mehrheiten, sie stehen der Minderheit laut
Staatsvertrag einfach zu. Sie stehen allen zu, die ihren Horizont
jenseits deutschtümelnder kultureller Eindimensionalität definieren
und sich als Bürger eines "Rechtsstaates" verraten fühlen. Kneifen
der Kanzler und seine SPÖ letztlich doch, und sein Vize lässt sich
von koalitionären Kärntner Befindlichkeiten leiten, hat das Unrecht
seine Steigbügelhalter zurück. Steigbügel aus Mutlosigkeit.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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