• 18.08.2009, 20:38:34
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Kulturerbe-Konferenz: Vom Taj Mahal bis zum Himalaya-Tempel

Aus Anlass 60 Jahre Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Republik Indien und der Republik Österreich

Wien (OTS) - Mit der Konferenz "Cultural Heritage Counts" am
National Museum in Delhi feiert das Österreichische Kulturforum in
Neu Delhi 60 Jahre Aufnahme diplomatischer Beziehungen
Indien-Österreich. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Länder auf
dem Gebiet der Erforschung und Erhaltung des kulturellen Erbes
umfasst zahlreiche Projekte, vom Taj Mahal über Sanskrit-Studien bis
hin zur Restaurierung buddhistischer Tempel im Himalaya. Auf
österreichischer Seite wird die Konferenz vom Institut für
Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst
Wien organisiert. Die Angewandte nutzt die Konferenz zur Anbahnung
gemeinsamer Projekte mit indischen Kultureinrichtungen.

1949 nahmen Österreich und die junge Republik Indien diplomatische
Beziehungen zueinander auf. Vor allem auf dem Gebiet des kulturellen
Erbes ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu einem regen Austausch
und zu einem intensiven Engagement österreichischer ForscherInnen in
Indien gekommen. Das Österreichische Kulturforum in Neu Delhi -
eröffnet im März 2007 - unter Leitung von Gudrun Hardiman-Pollross
feiert dieses 60 Jahr-Jubiläum mit einem umfangreichen kulturellen
und wissenschaftlichen Programm. Die Konferenz "Cultural Heritage
Counts - Research, Conservation and Management" im National Museum
Delhi vom 20. bis 21. August versammelt namhafte WissenschafterInnen
und ExpertInnen aus Indien und Österreich, um aktuelle
Forschungsprojekte zu präsentieren und neue Projekte anzubahnen. Die
Themen umspannen weiters rechtliche Fragestellungen zum Schutz des
kulturellen Erbes sowie das Management der Konservierung von Stätten
des Weltkulturerbes wie des Taj Mahals und Tempelanlagen wie den
Rajarani Tempel in Bhubaneswar. Die Konferenz wird von einem
sechstägigen Workshop für Textilkonservierung begleitet, den das
Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für
angewandte Kunst gemeinsam mit dem National Museum Institute
gestaltet.

"2009 feiern Österreich und Indien das 60-Jahr-Jubiläum der Aufnahme
diplomatischer Beziehungen. Das Jubiläum gibt uns die einmalige
Chance, die enge und traditionell gute Freundschaft zwischen beiden
Länder weiter zu intensivieren. Es freut mich ganz besonders, dass
aus diesem Anlass die Konferenz "Cultural Heritage Counts - Research,
Conservation and Management" im National Museum Delhi gemeinsam von
der Universität für angewandte Kunst in Wien, dem Österreichischen
Kulturforum in New Delhi und indischen Einrichtungen veranstaltet
wird" betont Botschafter Emil Brix, Leiter der Kulturpolitischen
Sektion im Bundesministerium für europäische und internationale
Angelegenheiten und fügt weiters hinzu "Österreich und Indien wollen
ihre Partnerschaft gerade im Kultur- und Wissenschaftsbereich weiter
stärken zumal beide Länder sowohl über einen reichen Schatz an
kulturellen Traditionen verfügen als auch im Bereich der Forschung
beiderseitiges Interesse an deutlich mehr Kooperationen besteht, und
dazu bietet gerade dieses Jubiläum eine ausgezeichnete Gelegenheit".

Organisatoren und Financiers der Konferenz sind das Österreichische
Kulturforum in Neu Delhi, das Institut für Konservierung und
Restaurierung der Angewandten unter Leitung von Prof. Gabriela Krist,
das Eurasia-Pacific UniNet, das National Museum und National Museum
Institute New Delhi sowie das National Research Laboratory for
Conservation of Cultural Heritage Lucknow.

Österreichisch-Indische Projekte: Taj Mahal-Konservierung,
Sanskrit-Forschung bis zur Restaurierung buddhistischer Tempelanlagen

In der Konferenz treffen namhafte VertreterInnen des österreichischen
Engagements in Indien aufeinander:

Margit Franz, Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der
Universität Graz und ausgewiesene Indien-Expertin, beleuchtet in
ihrer Keynote-Rede die vielfältigen Beziehungen zwischen Österreich
und Indien auf dem Gebiet der Forschungen zur Kulturgeschichte und
des kulturellen Erbes. Diese reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück,
als der österreichische Missionar Paulinus a Sancto Bartholomaeo die
erste Sanskrit-Grammatik in Europa publizierte und damit dem Westen
indische Wissenschaft und Philosophie zugänglich machte.

Ebba Koch gibt als Architekturhistorikerin einen Einblick in die
Konservierung des Taj Mahal. Koch, Professorin am Institut für
Kunstgeschichte der Universität Wien, berät seit 2001 das Taj Mahal
Conservation Collaborative. Koch ist die führende Expertin auf dem
Gebiet der Mughal Architektur, jener Stilrichtung aus islamischer,
persischer und indischer Kunst, der das Taj Mahal entstammt.

Bettina Bäumer, derzeit Gastprofessorin an der Universität Salzburg
am Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen,
erläutert ihre Forschungsarbeiten zur Architektur des aus dem 11.
Jahrhundert stammenden berühmten, Gott Brahma geweihten Rajarani
Tempel in Bhubaneswar. Bäumer, geboren in Salzburg, arbeitet als
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Indian Institute of Advanced
Studies in Shimla und ist Expertin für indische Philosophie und
Sanskrit.

Mit zwei Restaurierungsprojekten an buddhistischen Tempeln im
indischen Ladakh - gelegen zwischen Himalaya- und Karakorum-Gebirge -
ist die Technische Universität Graz vertreten. Professor Wolfgang
Heusgen vom Institut für Architekturtechnologie präsentiert die
Arbeiten am Wanla-Tempel, die 1999 starteten. Christian Luczanits und
Professor Holger Neuwirth vom Institut für Architekturtheorie, Kunst-
und Kulturwissenschaften stellen die Arbeiten am Alchi Tempelkomplex
dar.

Die Restaurierung der Angewandten selbst präsentiert ihre Arbeiten
zum Projekt im Himalaya-Dorf Nako. Seit 2004 restaurieren jeden
Sommer Studierende, AbsolventInnen und MitarbeiterInnen des Instituts
für Konservierung und Restaurierung der Angewandten den aus vier
buddhistischen Tempeln bestehenden Komplex aus dem 12. bis 16.
Jahrhundert. Die konservierten und restaurierten Buddhastatuen,
Wandmalereien, gefassten Skulpturen und bemalten Holzdecken bezeugen
das tibetische kulturelle Erbe. In mittlerweile sieben Arbeits- und
Forschungskampagnen - finanziert durch den Wissenschaftsfonds FWF,
den World Monument Fund, die Austrian Development Agency (ADA), das
Eurasia-Pacific Uninet, Sonderprojektmittel der Angewandten und
Drittmittel des Instituts - hauchten die RestauratorInnen den teils
stark verfallen vorgefundenen Anlagen neues Leben ein. Zusätzlich
wurde ein Heimatmuseum eingerichtet. Gearbeitet wird gemeinsam mit
indischen WissenschafterInnen des National Research Laboratory for
Conservation of Cultural Heritage Lucknow und dem National Museum in
Delhi, Schauplatz der Konferenz. Beide Einrichtungen sind dort mit
Vorträgen vertreten.

Der ORF portraitiert die gemeinsamen österreichisch-indischen
Projekte in einer TV-Dokumentation.

Angewandte: Anbahnung gemeinsamer Projekte mit indischen
Kultureinrichtungen

Die Universität für angewandte Kunst Wien nützt die Konferenz, um
eine darüber hinaus gehende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Ausbildung im Museums- und Ausstellungsmanagement anzubahnen. Gerald
Bast, Rektor der Angewandten - er eröffnet die Konferenz gemeinsam
mit der Leiterin des Kulturforums - zu den Vorhaben: "Die Angewandte
ist stets bestrebt, ihre Aktivitäten hinsichtlich Internationalität
und Mobilität auszuweiten. Die konzentrierte und bewusste
Auseinandersetzung in und mit einer doch ganz anderen sozialen und
kulturellen Wirklichkeit eröffnet den Studierenden wie auch den
Lehrenden völlig neue Perspektiven, die sich positiv auf ihre
künstlerische und wissenschaftliche Arbeit auswirken. Gerade aus
diesem Grund ist es mir ein großes Anliegen, Kooperationen mit
indischen Kunst- und Kultureinrichtungen zu schließen, um den
gegenseitigen kulturellen Austausch zwischen sowohl KünstlerInnen als
auch WissenschaftlerInnen zu fördern und zu intensivieren."

Informationen:
www.austrianculture.in
www.dieangewandte.at
www.dieangewandte.at/restaurierung

Rückfragehinweis:

Mag. Anja Seipenbusch
   Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Rektorats
   Tel.: 01/71133 DW 6120
   E-Mail: [email protected]
   
   Andreas Pawlitschek 
   Leiter Referat für Kulturelle Öffentlichkeitsarbeit
   Tel: 0501/150 3564
   Mobil: 0676/8999 3564
   E-Mail: [email protected]
   
   Dr. Roman Tronner
   Öffentlichkeitsarbeit für das Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien
   Tel.: 0699/16413195
   E-Mail: [email protected]

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