EMS-Test in Wien und Innsbruck: Frauen schneiden erneut schlechter ab als die männlichen Bewerber

- Frauenquote und Abschaffung der Zugangsbeschränkungen können aber keine Lösung sein

Wien / Innsbruck (OTS) - Die Vorsitzenden der ÖH MUW (ÖMU) und ÖH MUI (AG) fordern Aufklärung, keine dekonstruktiven Ideen.

Die nun erneut aufflammenden Diskussionen bezüglich einer Diskriminierung der weiblichen Teilnehmer am EMS-Test in Wien und Innsbruck lassen auch die Exekutiven der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaften an den medizinischen Universitäten in Wien und Innsbruck überlegen, woran es liegen kann, das Frauen erneut schlechter abgeschnitten haben als ihre männlichen Kollegen.

"Ganz klar unterstützen wir die Rufe nach einer genauen Untersuchung der Umstände", sind sich Stefan Konrad (Vorsitzender der ÖH an der MUW) und Konstantin Preindl (Vorsitzender der ÖH an der MUI) einig. "Es kann aber weder damit getan sein jegliche Aufnahmetests abzuschaffen, wie z.B. von der ÖH Bundesvertretung gefordert, noch eine 50 %-Quote für Frauen einzuführen, wie es von einigen anderen Seiten gefordert wird. Die Lehre würde unter der völligen Öffnung der Studienplätze definitiv kollabieren und das Studium massiv an Qualität einbüßen", meinen die beiden Vorsitzenden.

Die Ursachen sind ganz klar in der Schulausbildung der Bewerberinnen und Bewerber zu suchen, weshalb man auch dort ansetzten muss. Die Schuld nur auf den Test zu schieben ist hier ein zu einfacher Ansatz, denn immerhin ist der EMS-Test schon seit 1998 in der Schweiz anerkannt und dort gibt es nur vereinzelt signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede. Und auch in Deutschland, wo der Test vor einigen Jahren erneut eingeführt wurde, gibt es, ähnlich wie in der Schweiz, kaum geschlechtsspezifische Unterschiede.

Es ist also bereits in der Schule mehr Aufklärung von Nöten um die geschlechtsspezifische Rollenverteilung aufzubrechen und es somit geschlechtsunabhängig zu ermöglichen, einen der begehrten Plätze zu erhalten.

"Eine zusätzliche Prüfung der sozialen Fähigkeiten der Studienbewerber wäre eine Möglichkeit, das derzeitige System zu verbessern. Eine komplette Abschaffung der Zugangsbeschränkungen an den Medizinischen Universitäten ist aber absolut undenkbar," sind sich die beiden Vorsitzenden einig.

Rückfragen & Kontakt:

Stefan Konrad - Vorsitzender der ÖH an der MedUni Wien
Tel.: 0650 8014586
Konstantin Preindl - Vorsitzender der ÖH an der MedUni Innsbruck Tel.: 0699 19017504

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