Tumpel: Überlange Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit - Überstundenabbau kann zusätzlich Beschäftigung schaffen

Wien (OTS) - Österreichs Erwerbstätige müssen im EU-Vergleich am längsten arbeiten: Mit knapp 43 Stunden/Woche (2008) kommen sie auf die höchsten durchschnittlich geleisteten Wochenarbeitszeiten in der EU. Ein Drittel davon wird von den ArbeitgeberInnen nicht einmal bezahlt. Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise, die sich in beträchtlichen Auftragsrückgängen, steigender Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit niederschlägt, muss auch heuer jede/r 5. Arbeitnehmer/in regelmäßig Überstunden leisten. Überzogene Arbeitsbelastungen führen zu massiven gesundheitlichen Problemen und kosten außerdem enorm viel Geld. Im "Fehlzeitenreport 2008" berechnete das WIFO für alle Krankenstände 12,7 Milliarden Euro an jährlich anfallenden Kosten (direkte und indirekte betriebswirtschaftliche Kosten sowie Gesundheitsausgaben). "Diese Dauerbelastung, die oft einseitig von den Unternehmen eingefordert wird, gefährdet die Beschäftigungsfähigkeit und den Gesundheitszustand der ArbeitnehmerInnen. Ein Abbau chronischer Überstundenleistung kann auch mehr Beschäftigung schaffen. Das wäre gerade in der Krise notwendig", sagt AK Präsident Herbert Tumpel.

Dauerhafter Zwang zur Überstundenleistung belastet auch das Familienleben und erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wegen der physischen Überbeanspruchungen steigen ferner die psychischen Verschleißerscheinungen wie z.B. Burn-outs. Auch aus gesundheitspolitischer Sicht, erscheint eine Diskussion über die Reduktion von regelmäßig anfallenden Überstunden daher als unabdingbar.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0003