Wien Energie Fernwärme investiert in Fernkälteausbau

Wien (OTS) - Auch in Wien steigt der Bedarf nach Gebäudeklimatisierung weiter an. Wien Energie Fernwärme investiert in den nächsten fünf Jahren 51 Mio. Euro in den Ausbau von umweltfreundlichen Fernkälteanlagen und -netzen.

Im August geht die Fernkältezentrale in der Spittelau, nach elf Monaten Bauzeit, ans Netz. Rund zehn Mio. EUR wurden investiert, insgesamt waren zehn, vorrangig österreichische, Unternehmen und rund 50 MitarbeiterInnen an dem Projekt beteiligt. Die Zentrale versorgt das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) sowie das Immobilienprojekt Skyline am Döblinger Gürtel, das Institutsgebäude der Hochschule für Bodenkultur (BOKU) und in Kürze auch das Ö3-Gebäude in der Muthgasse mit Fernkälte. Mit einer Kapazität von 17 Megawatt, was umgerechnet einer Kühlleistung von rund 115.000 handelsüblichen Kühlschränken entspricht, ist sie derzeit der größte Produzent von Fernkälte in Wien und bereits zu 80 Prozent ausgelastet. Eine Erweiterung ist geplant.

Mag.a Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag: "Mit dem weiteren Ausbau von Fernkälte investiert Wien in den Infrastrukturausbau und leistet damit einen weiteren Beitrag zur Ankurbelung des Konjuktursmotors in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Außerdem trägt Wien Energie Fernwärme damit auch aktiv zum Klimaschutz und zur drastischen Senkungen des CO2-Ausstoßes bei."

Die umweltfreundliche Alternative

Das Besondere an der Fernkälteproduktion in der Spittelau: als Antriebsenergie für die Kältemaschinen werden bereits vorhandenen Energieressourcen genutzt, wodurch gleichzeitig auch der Ausstoß schädlicher Treibhausgase und Luftschadstoffe reduziert wird. Sowohl der für die Kälteproduktion benötigte Strom als auch die Wärme stammen direkt aus der benachbarten thermischen Abfallbehandlungsanlage Spittelau und werden bei der thermischen Behandlung des Mülls gewonnen.

"Fernkälte braucht, wenn sie aus der Abfallbehandlung kommt, nur ein Zehntel der Primärenergie herkömmlicher Kälteerzeuger und sichert dadurch ebenso hohe CO2-Einsparungen", erläutert Dipl.-Ing. Gerhard Fida, technischer Geschäftsführer von Wien Energie Fernwärme.

Und so funktioniert Fernkälte: Fernwärme wird als Primärenergie der so genannten Kältezentrale zugeführt. Die Kältezentrale besteht aus Absorptions- und/oder Kompressionskältemaschinen. In diesen Zentralen wird jene Kälte erzeugt, die zur Kühlung der Gebäude nötig ist. Dieses auf rund sieben Grad abgekühlte Klimakaltwasser wird in gedämmten Rohrleitungen zu den Abnehmern transportiert und in deren Klimasystem eingespeist. Das von dort - nach erfolgter Kühlung - mit einer Temperatur von ca. zwölf bis sechzehn Grad zurücklaufende Wasser wird wiederum auf sieben Grad abgekühlt. Dieser Vorgang erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf.

Zukunftspläne

Die Pläne für die Zukunft sind bereits sehr konkret: Ab 2010 wird auch das Sozialmedinische Zentrum in Wien-Donaustadt (SMZ Ost) mit Fernkälte beliefert werden, die Verhandlungen mit den ÖBB hinsichtlich einer Versorgung des geplanten Hauptbahnhofs laufen auf Hochtouren. Als zukünftige Fernkältekunden außerdem im Visier sind die Gebiete rund um TownTown im dritten Wiener Gemeindebezirk, die neuen Büroobjekte auf der sogenannten Donauplatte über der Donauuferautobahn, die Bürohäuser am Wienerberg, weitere Krankenhäuser und das Gebiet entlang des Handelskais. In den nächsten fünf Jahren sind Investionen in der Höhe von 51 Mio. EUR geplant. Bis 2020 will Wien Energie Fernwärme 200 Megawatt Fernkälte installieren.

"Fernkälte steht heute dort, wo Fernwärme Anfang der 70er-Jahre war. Angesichts der ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile hat Fernkälte eine exzellente Zukunft vor sich und wird in den nächsten zwei Jahrzehnten stark ausgebaut werden", prognostiziert Mag. Robert Grüneis, Geschäftsführer von Wien Energie.

Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) als größter Kunde

Der Betrieb des AKH Wien wäre ohne Klimatisierung nicht möglich. Für die Frequenz von 1.260.579 ambulanten PatientInnen, 102.030 PatientInnen im Stationären Bereich sowie 48.141 Operationen jährlich und 8.909 MitarbeiterInnen stehen im AKH Wien eine zentrale Klimatisierung und zahlreiche medizintechnische Anlagen, die aber auch Wärme erzeugen, zur Verfügung.

"Durch die stetige Weiterentwicklung des AKH, aber auch zur Vorhaltung von Reserven für zukünftige Entwicklungen in der medizinischen Versorgung bestand die Notwendigkeit, die verfügbare Kälteleistung, die bisher mit eigenen Kältemaschinen sichergestellt wurde, zu erhöhen. Die umweltfreundlichste und ökonomisch beste Lösung ist dabei Fernkälte von Wien Energie Fernwärme", erklärt Ing. Peter Csukovits, technischer Direktor des AKH Wien.

Steigender Kälteenergiebedarf

Während in den USA und Japan etwa 80 Prozent aller Büroflächen klimatisiert werden, sind es in Europa weniger als 50 Prozent. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, denn der Bedarf an Kühlenergie steigt auch in Europa stark an. Nach Experteneinschätzungen wird in zwanzig Jahren der Kühlenergiebedarf in Europa in etwa genauso hoch sein wie der Heizenergiebedarf. Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei dieser Entwicklung auch Österreich, und hier im Speziellen Wien keine Ausnahme bilden wird.

In Zeiten limitierter fossiler Energiereserven, steigender Energiepreise sowie zunehmender Umweltbelastungen sind daher alternative Lösungen wichtiger denn je. Nur so können Wettbewerbsfähigkeit und ein lebenswertes Umfeld sichergestellt werden. Genau hier setzt Wien Energie Fernwärme an: mit zukunftsorientierten Technologien und nachhaltigen Modellen, wie dem der Fernkälte.

Wien Energie Fernwärme gehört mit einem Leitungsnetz von über 1.000 Kilometern zu den größten Fernwärmeunternehmen Europas. Als Tochtergesellschaft von Wien Energie beschäftigt Wien Energie Fernwärme 1.207 MitarbeiterInnen und erzielte im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatz von 416,8 Millionen Euro. Wien Energie Fernwärme beliefert über 280.000 Wohnungskunden und mehr als 5.600 Großkunden in Wien mit Wärme für Heizung und Warmwasser.

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