- 13.08.2009, 09:55:13
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AK: In den Firmen fehlen mehr als 18.000 Lehrstellen
Zusätzlich zur überbetrieblichen Ausbildung müssen Unternehmen ihren Lehrlingsstand ausbauen, nicht nur halten, verlangt AK Präsident Herbert Tumpel
Wien (OTS) - Die Unternehmen bieten mit Ende Juli mehr als 18.000
Lehrstellen zu wenig an. Diese Rekord-Lehrstellenlücke zeigt die
Auswertung der Arbeitsmarktservice-Daten durch die AK ExpertInnen.
Dabei haben sie auch die Jugendlichen in kurzfristigen
Arbeitsmarktservicekursen und der überbetrieblichen Ausbildung laut
Jugendbeschäftigungspaket mitgezählt - auch sie haben keine
Lehrstelle in einem Betrieb. Voriges Jahr fehlten Ende Juli gut
14.000 betriebliche Lehrstellen. "Da ist es gut, dass die
überbetriebliche Ausbildung funktioniert, die wir im
Jugendbeschäftigungspaket vereinbart haben", sagt AK Präsident
Herbert Tumpel, "aber wir brauchen auch in den Betrieben zusätzliche
Ausbildungsplätze, die Chancen bieten." Im Jugendbeschäftigungspaket
wurde von Sozialpartnern und Regierung eine neue Förderung für
Lehrbetriebe vereinbart - zusätzlich zur Ausbildung in
überbetrieblichen Einrichtungen. "Diese Förderung soll genutzt
werden", sagt Tumpel, "die Betriebe müssen ihren Lehrlingsstand
ausbauen, nicht nur halten."
Genau 21.722 Jugendliche in Österreich haben mit Ende Juli 2009
keine Lehrstelle im Betrieb - gut 3.700 mehr als zur selben Zeit im
Vorjahr (17.999). Sie sind entweder als sofort Lehrstellen suchend
gemeldet (10.336), besuchen einen kurzfristigen
Arbeitsmarktservicekurs (3.713) oder haben einen Platz in der
überbetrieblichen Lehrausbildung (7.673). Den fast 22.000
Jugendlichen ohne Lehrstelle im Betrieb bieten die Unternehmen nur
3.431 offene Lehrstellen - um gut 500 weniger als im Vorjahr (3.994).
Damit fehlen in den Firmen genau 18.291 Lehrstellen (Juli 2008:
14.055). "Die Jugendausbildung in überbetrieblichen Einrichtungen ist
gut angelaufen. Was fehlt, ist der verstärkte Beitrag der Unternehmen
zur Jugendausbildung", sagt Tumpel.
Gut, aber zu wenig ist das im Juni abgegebene Versprechen von 17
Unternehmen, ihren Lehrlingsstand zumindest zu halten: Von etwas mehr
als 11.000 zugesagten Lehrstellen soll ein Drittel für Lehranfänger
sein, also gut 3.700. Das wäre erst weniger als ein Zehntel der
40.000 Lehrplätze, die jährlich neu vergeben werden. Und damit die
Lehrstellenlücke kleiner wird, müssen die Firmen mehr Lehranfänger
aufnehmen als bisher.
Gerade jetzt, in der Krise, sollen die Unternehmen in die
Jugendausbildung investieren, sagt Tumpel: "Das bietet den Jungen
Zukunftschancen, und wenn der Aufschwung kommt, brauchen sich die
Unternehmen nicht über einen Mangel an Fachkräften Sorgen zu machen."
Vor allem werde Lehrausbildung mit Qualität jetzt besonders gefördert
- mit einer Basisförderung, die von der Höhe der
Lehrlingsentschädigung laut Kollektivvertrag abhängt, und mit
Extraförderung für besondere Ausbildungsleistungen.
Tumpel appelliert an die Unternehmen, mehr Lehrlinge als zuletzt
aufzunehmen und dafür die neue Förderung in Anspruch zu nehmen: "Für
die Zukunft der Jungen müssen die Unternehmen genauso Verantwortung
übernehmen wie Sozialpartner und Regierung."
Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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