AK: In den Firmen fehlen mehr als 18.000 Lehrstellen

Zusätzlich zur überbetrieblichen Ausbildung müssen Unternehmen ihren Lehrlingsstand ausbauen, nicht nur halten, verlangt AK Präsident Herbert Tumpel

Wien (OTS) - Die Unternehmen bieten mit Ende Juli mehr als 18.000 Lehrstellen zu wenig an. Diese Rekord-Lehrstellenlücke zeigt die Auswertung der Arbeitsmarktservice-Daten durch die AK ExpertInnen. Dabei haben sie auch die Jugendlichen in kurzfristigen Arbeitsmarktservicekursen und der überbetrieblichen Ausbildung laut Jugendbeschäftigungspaket mitgezählt - auch sie haben keine Lehrstelle in einem Betrieb. Voriges Jahr fehlten Ende Juli gut 14.000 betriebliche Lehrstellen. "Da ist es gut, dass die überbetriebliche Ausbildung funktioniert, die wir im Jugendbeschäftigungspaket vereinbart haben", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "aber wir brauchen auch in den Betrieben zusätzliche Ausbildungsplätze, die Chancen bieten." Im Jugendbeschäftigungspaket wurde von Sozialpartnern und Regierung eine neue Förderung für Lehrbetriebe vereinbart - zusätzlich zur Ausbildung in überbetrieblichen Einrichtungen. "Diese Förderung soll genutzt werden", sagt Tumpel, "die Betriebe müssen ihren Lehrlingsstand ausbauen, nicht nur halten."

Genau 21.722 Jugendliche in Österreich haben mit Ende Juli 2009 keine Lehrstelle im Betrieb - gut 3.700 mehr als zur selben Zeit im Vorjahr (17.999). Sie sind entweder als sofort Lehrstellen suchend gemeldet (10.336), besuchen einen kurzfristigen Arbeitsmarktservicekurs (3.713) oder haben einen Platz in der überbetrieblichen Lehrausbildung (7.673). Den fast 22.000 Jugendlichen ohne Lehrstelle im Betrieb bieten die Unternehmen nur 3.431 offene Lehrstellen - um gut 500 weniger als im Vorjahr (3.994). Damit fehlen in den Firmen genau 18.291 Lehrstellen (Juli 2008:
14.055). "Die Jugendausbildung in überbetrieblichen Einrichtungen ist gut angelaufen. Was fehlt, ist der verstärkte Beitrag der Unternehmen zur Jugendausbildung", sagt Tumpel.

Gut, aber zu wenig ist das im Juni abgegebene Versprechen von 17 Unternehmen, ihren Lehrlingsstand zumindest zu halten: Von etwas mehr als 11.000 zugesagten Lehrstellen soll ein Drittel für Lehranfänger sein, also gut 3.700. Das wäre erst weniger als ein Zehntel der 40.000 Lehrplätze, die jährlich neu vergeben werden. Und damit die Lehrstellenlücke kleiner wird, müssen die Firmen mehr Lehranfänger aufnehmen als bisher.

Gerade jetzt, in der Krise, sollen die Unternehmen in die Jugendausbildung investieren, sagt Tumpel: "Das bietet den Jungen Zukunftschancen, und wenn der Aufschwung kommt, brauchen sich die Unternehmen nicht über einen Mangel an Fachkräften Sorgen zu machen." Vor allem werde Lehrausbildung mit Qualität jetzt besonders gefördert - mit einer Basisförderung, die von der Höhe der Lehrlingsentschädigung laut Kollektivvertrag abhängt, und mit Extraförderung für besondere Ausbildungsleistungen.

Tumpel appelliert an die Unternehmen, mehr Lehrlinge als zuletzt aufzunehmen und dafür die neue Förderung in Anspruch zu nehmen: "Für die Zukunft der Jungen müssen die Unternehmen genauso Verantwortung übernehmen wie Sozialpartner und Regierung."

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