• 12.08.2009, 17:00:00
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Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Geldquelle Klimawandel"

Ausgabe vom 13. August 2009

Wien (OTS) - Was für tolle Experten haben wir doch als Minister.
Etwa den für Landwirtschaft. Er macht sogar alle unsere Meteorologen
überflüssig und widerlegt alle Zweifler an der Klimaveränderung. Mit
dem Satz: "Dabei spüren wir sie doch fast tagtäglich."

Tatsächlich, jetzt spür’s auch ich: Einmal regnet es, einmal scheint
die Sonne, einmal gibt es Föhn, einmal stürmt es, bald wird es wieder
schneien. Nikolaus Berlakovich hat einen historischen Beweis
geschafft.

Freilich mit ungefähr der gleichen Beweiskraft, mit der man einst
andere Zweifler an physikalischen Fakten widerlegt hat - um sie
anschließend auf Scheiterhaufen verbrennen zu können.

Nur die Hohe Warte zweifelt noch am tagtäglichen Beweis. Und weltweit
wagen noch ein paar zehntausend Naturwissenschafter auf einiges
hinzuweisen: dass wir in früheren Jahrhunderten schon viel ärgere
Hochwässer gehabt haben, dass man Klimaänderungen erst im 30-jährigen
Überblick bewerten kann, dass in bestimmten Epochen schon Grönland
wie die Pole eisfrei waren, dass es keinen statistischen Beweis für
die Häufung von Stürmen und Hurrikans gibt, dass eine eventuell doch
eintretende Erderwärmung viel besser für die Menschheit und die
Gewinnung landwirtschaftlicher Gebiete in Kanada und Russland wäre:
All diesen Zweiflern tritt unser Landwirtschaftsminister mannhaft
entgegen. Er weiß: Heuer hat es viel geregnet. Das beweist doch die
Klimaänderung genauso wie jene Jahre, in denen es monatelang nicht
regnet - dann werden halt die als Beweis für die globale Erwärmung
genommen. Warum wird eigentlich von vielen Berlakovichs die
Erwärmungsthese kompromisslos vertreten? Warum ist es eher erlaubt,
an der Mondlandung zu zweifeln als an der von einigen UNO-Computern
prophezeiten Katastrophe?

Die Antwort ist einfach: weil damit unglaublich viel Geld verdient
wird; weil Forscher, die in ihren Förderungsantrag das Wort "Klima"
hineinschreiben, viel leichter an Geld kommen; weil wir jetzt schon
wegen der Erbauer hässlicher Windmühlen und ineffizienter
Solaranlagen eine deutlich erhöhte Stromrechnung zahlen müssen; weil
die Atomindustrie damit einen neuen Frühling erlebt; weil
Landwirtschafts- und Umweltminister mit viel mehr Budgetmitteln
rechnen können; weil Hagelversicherer höhere Prämien erzielen; weil
die Bauern dank des Biosprit-Anbaus ihre Preise zeitweise steil in
die Höhe treiben konnten; weil schon eine ganze Industrie davon
profitiert; und weil sich die UNO endlich wichtig fühlen kann.

http://www.wienerzeitung.at/tagebuch

Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]

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