Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Die Tragödie ORF"

Ausgabe vom 8. August 2009

Wien (OTS) - Das Interesse am ORF wird von Monat zu Monat
geringer. Auch unter denen, die überhaupt noch den Fernseher aufdrehen, wächst der Anteil der ORF-Abstinenzler. Im Juli haben sich im Schnitt schon zwei Drittel für die Konkurrenz entschieden.

Die Ursache? Ein grottenschlechtes Programm.

Die ORF-Tragödie ist jammerschade. Denn dieses Land bräuchte für seine ja erst zwei Generationen gewachsene Identität dringend einen Rundfunk, der von den Menschen auch angenommen wird, der Österreichs Pluralität wie seine Leistungen widerspiegelt. Auf allen Ebenen macht der ORF aber Programm gegen Land und Zuseher.

Da fand man für Eigenproduktionen seit Jahren keine Drehbuchschreiber, die nicht nur elitäre Preise gewinnen, sondern auch das Publikum niveauvoll fesseln könnten. Wie anders war da kürzlich ein schwedischer Krimi, in dem der Schwarze und nicht der Weiße, der Sozialdemokrat und nicht der Neonazi Täter waren - ein solches Drehbuch würde im ORF nie angenommen.

Da kann in der Information seit Hugo Portisch mit der bisweiligen Ausnahme Raimund Löw niemand mehr den Zusehern glaubhaft die Welt oder gar die Wirtschaftskrise und die "Spekulation" erklären. Da gibt es für die Innenpolitik außer (dem freilich immer ganz links argumentierenden) Armin Wolf und (dem zeitweise aktivierten) Roland Adrowitzer überhaupt keine TV-Persönlichkeit.

In einem Land, in dem die Mehrheit seit 1983 rechts der Mitte steht, versteht sich der ORF als linker Umerzieher. Er erregt sich peinlich, aber politisch korrekt über den "Mohr im Hemd". Er agiert wie der ewige Anwalt von Arigona Zogaj. Er predigt die anderswo zunehmend umstrittene Theorie von der globalen Erwärmung wie ein Evangelium. Er behauptet fälschlich, dass der Rechnungshof von "Spekulationen" des Bundes gesprochen habe, verschweigt aber, dass er diesen Ausdruck für Bundesländer wie Salzburg verwendet hat. Er ignoriert alle Zuseher, die familiäre, religiöse, heimat- oder leistungsorientierte Werte hochhalten. Er bringt bei den "Sommergesprächen" durch Zuziehen parteipolitisch aktiver "Künstler" noch zusätzliche linke Schlagseite. Von den jämmerlichen Moderatoren der wenigen Diskussionsrunden und deren matter Themen- und Gästeliste gar nicht zu reden.

Der ORF hat nur ein Pech: Die Zuseher sind umerziehungsresistent und sagen einfach Ade.

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