- 07.08.2009, 18:19:05
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Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Die Tragödie ORF"
Ausgabe vom 8. August 2009
Wien (OTS) - Das Interesse am ORF wird von Monat zu Monat
geringer. Auch unter denen, die überhaupt noch den Fernseher
aufdrehen, wächst der Anteil der ORF-Abstinenzler. Im Juli haben sich
im Schnitt schon zwei Drittel für die Konkurrenz entschieden.
Die Ursache? Ein grottenschlechtes Programm.
Die ORF-Tragödie ist jammerschade. Denn dieses Land bräuchte für
seine ja erst zwei Generationen gewachsene Identität dringend einen
Rundfunk, der von den Menschen auch angenommen wird, der Österreichs
Pluralität wie seine Leistungen widerspiegelt. Auf allen Ebenen macht
der ORF aber Programm gegen Land und Zuseher.
Da fand man für Eigenproduktionen seit Jahren keine
Drehbuchschreiber, die nicht nur elitäre Preise gewinnen, sondern
auch das Publikum niveauvoll fesseln könnten. Wie anders war da
kürzlich ein schwedischer Krimi, in dem der Schwarze und nicht der
Weiße, der Sozialdemokrat und nicht der Neonazi Täter waren - ein
solches Drehbuch würde im ORF nie angenommen.
Da kann in der Information seit Hugo Portisch mit der bisweiligen
Ausnahme Raimund Löw niemand mehr den Zusehern glaubhaft die Welt
oder gar die Wirtschaftskrise und die "Spekulation" erklären. Da gibt
es für die Innenpolitik außer (dem freilich immer ganz links
argumentierenden) Armin Wolf und (dem zeitweise aktivierten) Roland
Adrowitzer überhaupt keine TV-Persönlichkeit.
In einem Land, in dem die Mehrheit seit 1983 rechts der Mitte
steht, versteht sich der ORF als linker Umerzieher. Er erregt sich
peinlich, aber politisch korrekt über den "Mohr im Hemd". Er agiert
wie der ewige Anwalt von Arigona Zogaj. Er predigt die anderswo
zunehmend umstrittene Theorie von der globalen Erwärmung wie ein
Evangelium. Er behauptet fälschlich, dass der Rechnungshof von
"Spekulationen" des Bundes gesprochen habe, verschweigt aber, dass er
diesen Ausdruck für Bundesländer wie Salzburg verwendet hat. Er
ignoriert alle Zuseher, die familiäre, religiöse, heimat- oder
leistungsorientierte Werte hochhalten. Er bringt bei den
"Sommergesprächen" durch Zuziehen parteipolitisch aktiver "Künstler"
noch zusätzliche linke Schlagseite. Von den jämmerlichen Moderatoren
der wenigen Diskussionsrunden und deren matter Themen- und Gästeliste
gar nicht zu reden.
Der ORF hat nur ein Pech: Die Zuseher sind umerziehungsresistent
und sagen einfach Ade.
http://www.wienerzeitung.at/tagebuch
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Tel.: 01/206 99-478
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