Politik und Medien auf die Anklagebank?

Monatelang wurde von der Politik und den Medien ein verstärktes Vorgehen gegen die Einbruchskriminalität gefordert.

Wien (OTS) - Wie der tragische Fall in Krems zeigt, hält sich die Praxis nicht an eingefahrene Denkmuster. Jedoch ist ein Muster schon erkennbar - dass ein Einbruch nach wie vor eine schwere Straftat, einen Verbrechenstatbestand darstellt.

Wer vermutet in der Finsternis maskierte und mit Schraubenzieher und Gartenharke bewaffnete jugendliche - Straftäter?

Die einschreitenden Exekutivbeamten mussten sich in Sekunden diesen komplexen Umständen stellen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen Sicherheit beim Einschreiten.

Es ist erschütternd wie durch eine Minderheit von Medien und von gewissen (ebenso wenigen) Politikern die Tatsachen verdreht werden. Eine an sich schwere Straftat zu verniedlich und das Handeln der Polizei als Übergriff darzustellen ist verantwortungslos.

Dieselben, die ansonst fordern, die Polizei müsse das Eigentum verstärkt sichern - und etwas gegen die Einbruchskriminellen tun, fordern nun plötzlich das Gegenteil.

Bevor erste Fakten des Falles auf dem Tisch liegen, wird völlig zu Unrecht sogar von einem polizeilichen Übergriff gesprochen.

Über die psychische Belastung der beiden einschreitenden Kollegen wird kein Wort verloren, auch nicht über die absehbaren Folgen für die ganze Exekutive, indem die Verunsicherung weiter geschürt wird.

Für uns zählt die gegenseitige Eigensicherung unter den einschreitenden Beamten, die im Gegensatz zu den Tätern, für uns alle die Gefahr aufsuchen müssen!

Es ist schon schwierig genug, in Bruchteilen von Sekunden die gesetzlichen und auch sonstigen (oft gesellschaftlichen) Vorschriften in der Gefahr abzurufen.

Den Luxus eines monatelangen oder gar jahrelangen Rechtsstreites von "Rechtsexperten" über die Richtigkeit und Zulässigkeit eines Schusswaffengebrauches "auf dem grünen Tisch" haben die einschreitenden Polizisten nicht.

So bedauerlich der Vorfall auch ist - die Kollegen schritten gegen Einbrecher ein, die sie auf frischer Tat bei der Begehung eines Verbrechenstatbestandes erwischt haben.

Die FCG-KdEÖ in der Polizeigewerkschaft appelliert an die Medien und deren Vertreter zu einer objektiven Berichterstattung zurückzukehren und an gewisse populistische Politiker, aus einem derartig tragischen Ereignis kein "billiges politisches Kleingeld" zu schlagen.

Rückfragen & Kontakt:

Polizeigewerkschaft Fraktion Christlicher Gewerkschafter - Kameradschaft der Exekutive Österreichs
FCG-KdEÖ
Mitglied der Bundesleitung
Franz Sonnleithner
Tel.: 0664/811 70 30

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOB0001