Erneut Urteil gegen die Meinl Bank in der Causa MEL

Wien (OTS) - Am 05.08.2009 wurde der Poduschka Anwaltsgesellschaft mbH, die mehr als 700 MEL-Geschädigte vertritt, ein weiteres - aus Sicht der Anleger erfreuliches - Urteil des Handelsgerichtes Wien zugestellt. Die Meinl Bank wurde erneut zur Rückzahlung des ursprünglichen Kaufpreises in Höhe von mehr als EUR 20.000,00 verurteilt.

Konkret kam das Handelsgericht Wien zum Schluss, dass sich die Anlegerin im Zeitpunkt des Kaufes in Irrtum darüber befand, dass bei MEL-Zertifkaten Kursschwankungen bis zu einem Verlust eines erheblichen Teils des eingesetzten Kapitals und eines Totalverlustes möglich seien. Ausgelöst wurde dieser Irrtum durch Aussagen in Werbeprospekten, welche die Stampiglie der Meinl Bank tragen. Damit wurde der Eindruck erweckt, dass Anleger - wie ein Immobilieninvestor - an den Werten, dem Ertrag und der Sicherheit, die eine Immobilie bietet, teilnimmt und dass Kursschwankungen im Sinne erheblicher dauerhafter Verluste nicht auftreten können.

Die Risikohinweise traten nach Ansicht des Gerichtes völlig in den Hintergrund. Die Bank kann sich auch nicht darauf verlassen, dass ein Anlageberater die irreführende Aussagen in den Werbeprospekten gegenüber dem Endkunden richtigstellt. Erneut hat das Gericht die kleingedrucktem Hinweise auf den Kapitalmarktprospekt oder die Risikoneigung des Produktes, die der generellen Werbelinie für das Produkt durch die Meinl Bank widersprechen, als rechtlich unerheblich angesehen.

Lediglich in Bezug auf den Nachkauf junger "Aktien" anlässlich einer Kapitalerhöhung sah das Gericht die Sache noch nicht als entscheidungsreif an. Hier müssten noch die genauen Vorgänge sowie die mögliche Anwendung von Jersey Recht geprüft werden.

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