• 05.08.2009, 12:31:52
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Klimaschutz in Wien - SP-Valentin: "Wien fährt eine Doppelstrategie mit aktiven Klimaschutzmaßnahmen und wissenschaftlich fundierten Anpassungen"

Wien (SPW-K) - Wien setzt beim Klimaschutz auf eine
Doppelstrategie: Neben aktiven Klimaschutzmaßnahmen zur Verringerung
der Treibhausgasemissionen wird auch im Bereich der Anpassung an die
aktuelle Situationen gearbeitet. "Wir stellen uns den enormen
Herausforderungen und arbeiten an Strategien und Maßnahmen, um auf
die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren" stellt der Vorsitzende
des Umweltausschusses, SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin auf die
heutigen Aussagen der Grünen fest. Selbstverständlich befasse sich
auch das kürzlich präsentierte KliP II (Klimaschutzprogramm) mit dem
Thema der Anpassung. Die ExpertInnen der Stadt Wien sind schon seit
langem bei diesem Thema aktiv und arbeiten auch in etlichen
Arbeitskreisen zu diesem brisanten Thema auf EU-Ebene mit. Eng
kooperiert die Stadt Wien in diesem Zusammenhang auch mit
wissenschaftlichen Partnern, wie der Universität für Bodenkultur, um
sich mit den klimabedingten Veränderungen für die Stadt Wien intensiv
auseinanderzusetzen.

Hochwasserschutz- Grünraumförderung - Naturnahe
Bewirtschaftung der Wälder

Zentraler Ansatzpunkt in der Diskussion um die Auswirkungen des
globalen Klimawandels auf Wien sind auch die Grünräume in der
Millionenstadt. Wien besteht schon heute zu 50 Prozent aus
Grünfläche. "Wien schützt die Grünräume streng, erweitert sie laufend
und fördert darüber hinaus seit vielen Jahren auch die Begrünung von
Innenhöfen und Dächern, was sich positiv aufs Klima auswirkt", sagt
Valentin. Wien hat zudem heute bereits 100 000 Alleebäume, die
ebenfalls ihren Beitrag zum Klima in der Stadt leisten. Wiens grünen
Lungen sind durch das strenge Baumschutzgesetz geschützt.

Weitere Ansatzpunkte sind die gesicherte Wasserversorgung der
Millionenstadt, die nachhaltige Wasserbewirtschaftung in den
Quellschutzgebieten und das ausgeklügelte System der
Behälterwirtschaft, die dafür sorgt, dass Wien auch zu
Spitzenverbrauchszeiten immer ausreichend Trinkwasser von höchster
Qualität zur Verfügung hat. Die Wiener Wasserwerke haben im Hinblick
auf den Klimawandel das Messnetz für meteorologische Parameter
innerhalb der Quellschutzgebiete verdichtet, um die Voraussetzung für
die Erfassung der Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die
Wassergewinnung und Vegetation zu ermöglichen. Für die Wienerinnen
und Wiener gibt es in der Stadt eine Vielzahl von Brunnen, davon
allein 700 Trinkbrunnen.

Die MA 49-Forstamt ist ebenfalls mit den Auswirkungen des
Klimawandels konfrontiert. Etliche Stürme mit großen Schäden gerade
auch in den letzten Tagen belegen dies. Die MA 49 fördert Vielfalt im
Mischwald und setzt auf Naturverjüngung. Auch die
Schädlingsproblematik durch verändertes Klima ist ebenfalls im
Zentrum der Überlegungen. "Wesentlich ist in der Debatte auch der
Hochwasserschutz, der von Wien schon in Angriff genommen wurde, bevor
das Thema der Anpassung an den Klimawandel überhaupt ein Thema wurde.
Allein in den Donauhochwasserschutz investiert Wien 76,8 Mio Euro",
stellt Valentin fest.

Zwtl. Aktive Klimaschutzmaßahmen auf Erfolgskurs

Im Mittelpunkt der aktiven Klimaschutzpolitik der Stadt stehen
emissionsmindernde Maßnahmen:
Minus 20 Prozent Treibhausgasemissionen pro Kopf im Jahr 2020 im
Vergleich zu 1990 - das ist das Klimaschutzziel der Stadt Wien, das
mit dem kürzlich präsentierten KliP II (Klimaschutzprogramm der Stadt
Wien, Fortschreibung 2009-2020) erreicht werden soll. "Der globale
Klimawandel ist längst Realität. Die Stadt Wien kämpft seit vielen
Jahren auf allen Ebenen für eine Reduktion der klimaschädigenden
Gase, der bisherige Weg ist erfolgreich und wird weitergeführt", sagt
der Ausschussvorsitzende Erich Valentin. Zwischen 1999 und 2009
wurden ganze 2,9 Mio Tonnen CO2 jährlich eingespart. Ende des Jahres
soll das KliP II - mit seinen 37 Maßnahmenprogrammen im Gemeinderat
beschlossen werden.

Durch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen werden im Zeitraum
zwischen 2009 und 2020 ganze 1,4 Mio. Jahrestonnen an
Treibhausgasemissionen vermieden. Mit den schon bisher durch das 1999
beschlossene KliP I vermiedenen 2,9 Mio. Jahrestonnen werden die
Emissionen Wiens aufgrund der Umsetzung des Klimaschutzprogramms im
Jahr 2020 zumindest um rund 4,3 Mio. Jahrestonnen niedriger sein als
1990", so Valentin.

Klimaschutz in Wien: konkrete Maßnahmen mit konkreten Zielen

Bereits wie im 1999 beschlossenen KliP I umfasst auch das KliP II
konkrete Ziele mit konkreten Zeitplänen:

- Erhöhung des Fernwärme-Anteils auf 50 Prozent: Dieses Ziel soll
durch kontinuierliche Ausbauplanung durch Wien Energie Fernwärme,
durch den Ausbau der Netze sowie durch Effizienzsteigerungen und den
Einsatz erneuerbarer Energieträger erreicht werden.

- Weitere Forcierung der thermischen Gebäudesanierung: Im Bereich der
Gebäudesanierung liegt hohes Potenzial vor allem auch im Bereich des
Förderprogramms Thewosan. Es sollen jedoch nicht nur die
Förderbestimmungen angepasst werden, sondern auch in den
ordnungsrechtlichen Vorschriften (z. B. Bauordnung) die Grenzwerte
für Neubau und Sanierung weiter verschärft werden.

- Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Reduzierung des Pkw-Verkehrs und
Forcierung des Umweltverbundes unter Einbeziehung von öffentlichem
Verkehr, Radverkehr und FußgängerInnenverkehrs. Von besonderer
Bedeutung wird in Zukunft die besondere Berücksichtigung des
Radverkehrs sein. Auch die weitere Attraktivierung des
Fußgängerverkehrs wird einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der
Treibhausgasemissionen leisten.

- Verdopplung der durch erneuerbare Energieträger bereitgestellten
Menge an Endenergie gegenüber 1990. Es sollen die verschiedenen
Möglichkeiten der Stadt Wien bzw. ihrer Betriebe ausgeschöpft werden,
die verschiedenen Formen von erneuerbaren Energieträgern sowohl im
Stadtgebiet, aber auch außerhalb Wiens zu nutzen.

- Erstellung eines Versorgungssicherheitsplans für Energie: Aus Sicht
des Klimaschutzes muss in diesem Plan den Themenbereichen
"Energieeffizienz" und "Erneuerbare" breiter Raum gewidmet werden.
Dabei sind konkrete Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs durch
Erhöhung der Endenergieeffizienz, auch zur Steigerung der Nutzung von
erneuerbarer Energie, von elementarer Bedeutung.

"Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen des
Klimawandels nimmt die Stadt Wien sehr ernst. Der Klimawandel
betrifft uns alle und die Stadt Wien wird auch künftig alles daran
setzen, um zum einen die Emissionen weiter zu mindern. Auf der
anderen Seite sind aber auch Anpassungen an die geänderten
Situationen in vielen verschiedenen unerlässlich", stellt
SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin fest.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

SPÖ-Klub Rathaus, Presse
   Thomas Kluger
   
   Tel.: (01) 4000-81 941
   Fax: (01) 533 47 27-8194
   Mobil: 0664/826 84 27
   mailto:[email protected]
   http://www.rathausklub.spoe.at

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