Klimaschutz in Wien - SP-Valentin: "Wien fährt eine Doppelstrategie mit aktiven Klimaschutzmaßnahmen und wissenschaftlich fundierten Anpassungen"

Wien (SPW-K) - Wien setzt beim Klimaschutz auf eine
Doppelstrategie: Neben aktiven Klimaschutzmaßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen wird auch im Bereich der Anpassung an die aktuelle Situationen gearbeitet. "Wir stellen uns den enormen Herausforderungen und arbeiten an Strategien und Maßnahmen, um auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren" stellt der Vorsitzende des Umweltausschusses, SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin auf die heutigen Aussagen der Grünen fest. Selbstverständlich befasse sich auch das kürzlich präsentierte KliP II (Klimaschutzprogramm) mit dem Thema der Anpassung. Die ExpertInnen der Stadt Wien sind schon seit langem bei diesem Thema aktiv und arbeiten auch in etlichen Arbeitskreisen zu diesem brisanten Thema auf EU-Ebene mit. Eng kooperiert die Stadt Wien in diesem Zusammenhang auch mit wissenschaftlichen Partnern, wie der Universität für Bodenkultur, um sich mit den klimabedingten Veränderungen für die Stadt Wien intensiv auseinanderzusetzen.

Hochwasserschutz- Grünraumförderung - Naturnahe Bewirtschaftung der Wälder

Zentraler Ansatzpunkt in der Diskussion um die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Wien sind auch die Grünräume in der Millionenstadt. Wien besteht schon heute zu 50 Prozent aus Grünfläche. "Wien schützt die Grünräume streng, erweitert sie laufend und fördert darüber hinaus seit vielen Jahren auch die Begrünung von Innenhöfen und Dächern, was sich positiv aufs Klima auswirkt", sagt Valentin. Wien hat zudem heute bereits 100 000 Alleebäume, die ebenfalls ihren Beitrag zum Klima in der Stadt leisten. Wiens grünen Lungen sind durch das strenge Baumschutzgesetz geschützt.

Weitere Ansatzpunkte sind die gesicherte Wasserversorgung der Millionenstadt, die nachhaltige Wasserbewirtschaftung in den Quellschutzgebieten und das ausgeklügelte System der Behälterwirtschaft, die dafür sorgt, dass Wien auch zu Spitzenverbrauchszeiten immer ausreichend Trinkwasser von höchster Qualität zur Verfügung hat. Die Wiener Wasserwerke haben im Hinblick auf den Klimawandel das Messnetz für meteorologische Parameter innerhalb der Quellschutzgebiete verdichtet, um die Voraussetzung für die Erfassung der Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Wassergewinnung und Vegetation zu ermöglichen. Für die Wienerinnen und Wiener gibt es in der Stadt eine Vielzahl von Brunnen, davon allein 700 Trinkbrunnen.

Die MA 49-Forstamt ist ebenfalls mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Etliche Stürme mit großen Schäden gerade auch in den letzten Tagen belegen dies. Die MA 49 fördert Vielfalt im Mischwald und setzt auf Naturverjüngung. Auch die Schädlingsproblematik durch verändertes Klima ist ebenfalls im Zentrum der Überlegungen. "Wesentlich ist in der Debatte auch der Hochwasserschutz, der von Wien schon in Angriff genommen wurde, bevor das Thema der Anpassung an den Klimawandel überhaupt ein Thema wurde. Allein in den Donauhochwasserschutz investiert Wien 76,8 Mio Euro", stellt Valentin fest.

Zwtl. Aktive Klimaschutzmaßahmen auf Erfolgskurs

Im Mittelpunkt der aktiven Klimaschutzpolitik der Stadt stehen emissionsmindernde Maßnahmen:
Minus 20 Prozent Treibhausgasemissionen pro Kopf im Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 - das ist das Klimaschutzziel der Stadt Wien, das mit dem kürzlich präsentierten KliP II (Klimaschutzprogramm der Stadt Wien, Fortschreibung 2009-2020) erreicht werden soll. "Der globale Klimawandel ist längst Realität. Die Stadt Wien kämpft seit vielen Jahren auf allen Ebenen für eine Reduktion der klimaschädigenden Gase, der bisherige Weg ist erfolgreich und wird weitergeführt", sagt der Ausschussvorsitzende Erich Valentin. Zwischen 1999 und 2009 wurden ganze 2,9 Mio Tonnen CO2 jährlich eingespart. Ende des Jahres soll das KliP II - mit seinen 37 Maßnahmenprogrammen im Gemeinderat beschlossen werden.

Durch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen werden im Zeitraum zwischen 2009 und 2020 ganze 1,4 Mio. Jahrestonnen an Treibhausgasemissionen vermieden. Mit den schon bisher durch das 1999 beschlossene KliP I vermiedenen 2,9 Mio. Jahrestonnen werden die Emissionen Wiens aufgrund der Umsetzung des Klimaschutzprogramms im Jahr 2020 zumindest um rund 4,3 Mio. Jahrestonnen niedriger sein als 1990", so Valentin.

Klimaschutz in Wien: konkrete Maßnahmen mit konkreten Zielen

Bereits wie im 1999 beschlossenen KliP I umfasst auch das KliP II konkrete Ziele mit konkreten Zeitplänen:

- Erhöhung des Fernwärme-Anteils auf 50 Prozent: Dieses Ziel soll durch kontinuierliche Ausbauplanung durch Wien Energie Fernwärme, durch den Ausbau der Netze sowie durch Effizienzsteigerungen und den Einsatz erneuerbarer Energieträger erreicht werden.

- Weitere Forcierung der thermischen Gebäudesanierung: Im Bereich der Gebäudesanierung liegt hohes Potenzial vor allem auch im Bereich des Förderprogramms Thewosan. Es sollen jedoch nicht nur die Förderbestimmungen angepasst werden, sondern auch in den ordnungsrechtlichen Vorschriften (z. B. Bauordnung) die Grenzwerte für Neubau und Sanierung weiter verschärft werden.

- Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Reduzierung des Pkw-Verkehrs und Forcierung des Umweltverbundes unter Einbeziehung von öffentlichem Verkehr, Radverkehr und FußgängerInnenverkehrs. Von besonderer Bedeutung wird in Zukunft die besondere Berücksichtigung des Radverkehrs sein. Auch die weitere Attraktivierung des Fußgängerverkehrs wird einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leisten.

- Verdopplung der durch erneuerbare Energieträger bereitgestellten Menge an Endenergie gegenüber 1990. Es sollen die verschiedenen Möglichkeiten der Stadt Wien bzw. ihrer Betriebe ausgeschöpft werden, die verschiedenen Formen von erneuerbaren Energieträgern sowohl im Stadtgebiet, aber auch außerhalb Wiens zu nutzen.

- Erstellung eines Versorgungssicherheitsplans für Energie: Aus Sicht des Klimaschutzes muss in diesem Plan den Themenbereichen "Energieeffizienz" und "Erneuerbare" breiter Raum gewidmet werden. Dabei sind konkrete Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs durch Erhöhung der Endenergieeffizienz, auch zur Steigerung der Nutzung von erneuerbarer Energie, von elementarer Bedeutung.

"Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels nimmt die Stadt Wien sehr ernst. Der Klimawandel betrifft uns alle und die Stadt Wien wird auch künftig alles daran setzen, um zum einen die Emissionen weiter zu mindern. Auf der anderen Seite sind aber auch Anpassungen an die geänderten Situationen in vielen verschiedenen unerlässlich", stellt SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin fest.
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