StR. Ludwig: Bauträgerwettbewerbe forcieren "Holzbau in der Stadt"

Gezielter Einsatz des Baustoffs Holz auf insgesamt 3 Bauplätzen

Wien (OTS) - Mit der Novellierung der Wiener Bauordnung im Jahr
2001 ermöglichte die Stadt Wien den Einsatz von Holz als Konstruktionsbaustoff im mehrgeschossigen Wohnbau bis zu einer Höhe von fünf Geschossen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Errichtung eines mineralischen Sockelgeschosses bzw. Fundaments, etwa aus Beton. Bereits im Jahr 2004 hat der geförderte Wiener Wohnbau mit den drei realisierten Holzmischbauprojekten im Rahmen des Bauträgerwettbewerbes "Holz - und Holzmischbauweise" nationale und internationale Impulse für den nachhaltigen Wohnbau in Stadtrandlagen gesetzt. Die Anlage Mühlweg in Floridsdorf ist mit rund 270 Wohneinheiten nach wie vor die größte Holzwohnanlage Europas.****

Mit der Techniknovelle 2007, die Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Michael Ludwig Anfang 2008 vorlegte und die im Sommer 2008 in Kraft trat, wurden erstmals alle notwendigen Rahmenbedingungen festgelegt - dabei handelt sich vor allem um Brandsicherheit - die den Einsatz des erneuerbaren Rohstoffs Holz auch im mehrgeschossigen Wohnbau der Gebäudeklasse 5, d.h. bis maximal sieben Geschosse, ermöglichen.

"Holz ist als erneuerbares Baumaterial nicht nur besonders umweltfreundlich, sondern bietet darüber hinaus auch eine ganz besondere Wohnatmosphäre. Mit den nun ausgeschriebenen Bauträgerwettbewerben für die Wagramer Schleife und die Breitenfurter Straße setzen wir weitere Akzente und stärken gleichzeitig den Stellenwert der Ökologie im Wohnbau sowie die Offenheit für innovative umweltfreundliche Bauweisen. Die Evaluierung der bereits fertig gestellten Holz-Wohnbauten in Floridsdorf belegt die hohe Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner - Grund genug, dieser Bauform nun mehr Raum zu geben", erklärt Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Michael Ludwig.

Die Ausschreibungsunterlagen der - vom wohnfonds_wien ausgelobten - Bauträgerwettbewerbe zum Thema "Holzbau in der Stadt", für insgesamt drei Bauplätze in zwei Bezirken, sind ab sofort auf der Homepage des wohnfonds_wien abrufbar. Ziel der Wettbewerbe ist die Weiterentwicklung der Holzbauweise hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten und der Konstruktion. Die Sitzung der Bauträgerwettbewerbe-Jury unter dem Vorsitz von Architekt Dietmar Steiner findet voraussichtlich im November 2009 statt.

22., Wagramer Schleife

Auf dem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück nahe der Kreuzung Eipeldauer Straße und Wagramer Straße soll eine neue Wohnhausanlage mit insgesamt 95 Wohnungen entstehen. Die Liegenschaft ist in zwei Bauklassen geteilt - im hinteren Abschnitt ist ein Holzgebäude mit einer Gebäudehöhe von bis zu neun Metern zu realisieren. Bei der Verbauung dieser Bauklasse ist für die tragenden Bauteile der oberirdischen Geschoße eine hölzerne Tragstruktur vorgesehen.

Im vorderen Bereich an der Wagramer Straße ermöglichen die Bebauungsbestimmungen eine maximale Gebäudehöhe von 18 Metern. Dies entspricht einem Gebäude mit sechs oberirdischen Geschoßen, wobei im Erdgeschoß ein Geschäft geplant ist. Die fünf darüber liegenden Geschoße sollen für Wohnungen genutzt werden. Die Bebauung soll in Holzmischbauweise realisiert werden, wobei das Sockelgeschoß mineralisch und die obersten beiden Geschoße in Holzbauweise auszuführen sind. Die Auslobungskriterien sehen weiters die Ausbildung von flachgeneigten Dächern vor, wobei das Dach des dreigeschossigen Wohngebäudes begrünt werden muss. Da die ausgelobten Grundstücke an stark befahrenen Straßen liegen, ist bei der Planung der Gebäude besonders auf erhöhten (Luft-)Schallschutz zu achten.

23., Breitenfurter Straße 450-452

Der Baugrund in der Breitenfurterstraße teilt sich in zwei Bauplätze und steht im Besitz der Stadt Wien-Wiener Wohnen. Bei dem, derzeit noch darauf befindlichen, Gemeindebau wurde im Jahr 2006 im Zuge der Vorbereitungsarbeiten für eine Sockelsanierung festgestellt, dass das beim Bau 1947-1951 eingesetzte Deckenmaterial den statischen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird.

Eine Sanierung der Wohnhausanlage war angesichts dieser massiven statischen Mängel nicht mehr möglich, Wiener Wohnen reagierte prompt, siedelte das Gebäude ab und stellte allen MieterInnen Ersatzwohnungen in Liesing bzw. auf Wunsch im angrenzenden Hietzing zur Verfügung. Zusätzlich erhielt jede betroffene Mieterin und jeder Mieter Hilfestellung bei der Organisation und Umsetzung der Übersiedlung, auch die daraus entstehenden Kosten übernahm die Hausverwaltung Wiener Wohnen.
Die Nutzung des Grundstücks für den sozialen Wohnbau bleibt aufrecht, daher stellt die Stadt Wien-Wiener Wohnen diese Bauplätze dem geförderten Wiener Wohnbau zur Verfügung.

Der Gemeindebau in der Breitenfurter Straße ist der einzig bekannte Fall, wo aufgrund des verwendeten Baumaterials eine Sanierung nicht mehr möglich ist.

Die beiden, nunmehr zur Bebauung ausgelobten Grundstücke befinden sich an der Breitenfurter Straße rechts bzw. links der Rodauner Straße. Die Grundfläche umfasst im Summe rund 6.700 Quadratmeter. Entsprechend der Bebauungsbestimmungen soll hier ein Holzbau der Gebäudeklasse 4 mit bis zu 3,5 Geschoßen und insgesamt 75 Wohnungen entstehen (zum Vergleich: der abgesiedelte Gemeindebau umfasste 59 Wohnungen). Der Abbruch der noch stehenden Gemeindebauten wird, nach Kürung des Siegerprojekts, vom Bauträger veranlasst.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) lok

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Roberta Kraft
Mediensprecherin Vbgm. Dr. Michael Ludwig
Telefon: 01 4000-81277
E-Mail: roberta.kraft@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0007