Androsch und Sorger in NEWS: "Die neun Landtage hinterfragen"

Industrie-Präsident und früherer Finanzminister für milliardenschweres Sparpaket, bei dem Bund, Länder und Gemeinden redimensioniert werden.

Wien (OTS) - Ein drastisches Sparpaket, in dessen Rahmen die Verwaltung von Bund, Ländern und Gemeinden redimensioniert werden und sogar die neun Landtage hinterfragt werden sollen, fordern der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, sowie der langjährige Finanzminister und Industrielle Hannes Androsch in der morgen erscheinenden Ausgabe das Nachrichtenmagazins NEWS. "Man muss darüber diskutieren, in welcher Form die verschiedenen Verwaltungsebenen parallel noch leistbar sind", so Sorger im NEWS-Doppelinterview. "Wir werden einen nationalen Schulterschluss brauchen, der ein Gesamtpaket schnürt", erklärt Androsch in NEWS.

"Was das Sparpaket insgesamt betrifft, werden schlussendlich alle beitragen müssen", zeigt sich Sorger im NEWS-Gespräch überzeugt. Dies beginne bei einer entsprechenden Vereinfachung der Verwaltung. Angesprochen, ob die Landtage verzichtbar wären, meinte Sorger:
"Also wenn man über eine gesamte Reform nachdenkt, sollte man alle Bereiche hinterfragen. In der Größe, in der Ausstattung, und in der Funktionalität", so der IV-Präsident in NEWS.

Deutliche Strukturschwächen sieht Androsch: "Wir haben eine viel zu große, zersplitterte Verwaltung. Aber auch riesige Ineffizienzen und ein nicht mehr tolerierbares Ausmaß an Missbräuchen in den Sozialeinrichtungen", so der frühere Vizekanzler in NEWS. Für alle öffentlichen Bereiche inklusive der sozialen Einrichtungen schätzt Androsch gestützt auf aktuelle Daten das Einsparungspotenzial auf rund 20 Milliarden Euro.

Beide Wirtschaftsexperten sprechen sich im NEWS-Doppelinterview strikt gegen Steuererhöhungen oder neue Steuern aus. Einhellige Kritik üben die beiden am aktuellen politischen Geschehen. Androsch:
"Dieser Kurs mit Volldampf in den Nebensachen ist provokant." Und Sorger erklärt in NEWS: "Ich möchte ja die Bedeutung von Kasachstan nicht wegdiskutieren. Aber nicht in der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung. Wir sollten uns auf Dinge konzentrieren, die uns mehr als genug zu schaffen machen: Arbeitslosigkeit und Minderauslastung in der Industrie. Einige gute Nachrichten mögen uns dazu verleiten, zu glauben, dass diese Wirtschaftskrise vorbei ist. Ich bin anderer Ansicht.

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