Universitätsrat zieht Bilanz: Erfolgreiche Abwendung schwerer wirtschaftlicher Schäden von der MUI

Innsbruck (OTS) - Vorsitzende Prof. Fischer: "Wir sehen uns auch
als Anwaltschaft der PatientInnen und SteuerzahlerInnen, und nehmen unsere Aufsichts-Pflicht auch weiterhin sehr ernst. Unqualifizierte Zurufe verschiedensterLobbys sind entbehrlich."

"Bei den bisherigen Aktivitäten des Universitätsrates der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) ging es um die Abwendung eines schweren wirtschaftlichen Schadens von der MUI. In Summe haben die Maßnahmen zu einer - derzeit aufgrund des kurzen Zeithorizonts noch nicht exakt bezifferbaren - Verbesserung der finanziellen Gebarung der Universität im 7-stelligen Bereich geführt", kommentierte heute die Universitätsrat-Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. Gabriele Fischer aktuelle Medienberichte. "Das wäre ohne das ungewöhnlich große Engagement der Uniratsmitglieder und auch ohne die veranlassten Sonderprüfungen sowie die daran anknüpfenden - teilweise unpopulären - Entscheidungen des Rates nicht möglich gewesen. Unser Engagement gilt der Zukunft der MUI, wir sehen uns hier aber auch als Anwälte der Steuerzahler und Patienten."

Hoher Aufwand wegen Führungs-Vakuum im Rektorat

Schon aufgrund des teilweisen Führungsvakuums in Folge eines fehlenden Vollzeit-Managements im krisengeschüttelten Rektorat der MUI gingen die Aktivitäten des Universitätsrates weit über die herkömmlichen Agenden eines Aufsichtsrates hinaus. Prof. Fischer:
"Wir waren mit hochsensiblen und verantwortungsvollen Aufgaben konfrontiert, deren Bewältigung angemessenes Handeln, fundierte Recherchen und Beiziehung von Expertenwissen erforderte. Schließlich handelt es sich beim Universitätsrat um ein Aufsichtsgremium einer wirtschaftlichen Organisation mit einem Budget von rund 200 Millionen Euro. Die Mitglieder des Aufsichtsgremiums sind für ihre Entscheidungen gegenüber der Öffentlichkeit verantwortlich, aber auch persönlich haftbar."

Sonderprüfungen deckten massive Mängel auf

Allein für Sonderprüfungen, die vom Rektorat auf Veranlassung des Universitätsrates beauftragt wurden, wurden 2008 Euro 48.558,00 ausbezahlt, für Rechtsgutachten im Zusammenhang mit der Abberufung von Rektor Sorg Euro 18.290,00. Die Sonderprüfungen betrafen die Bereiche Drittmittel, interne Projekte, Organisation und Ablauf des Rechnungswesens, Managementinformation und laufendes Controlling sowie Budgetierung. Diese Beträge waren sehr gut investiert, sagt Prof. Fischer: "Die Sonderprüfungen waren aufgrund von Hinweisen auf Missstände notwendig. Tatsächlich sind durch diese Prüfungen teilweise massive Mängel aufgedeckt und die Basis für weitreichende organisatorische Verbesserungen gelegt worden. Die Sonderprüfungen und die spätere Abberufung des Rektors Prof. Sorg waren wichtige Maßnahmen, um einen schweren wirtschaftlichen Schaden von der Universität abzuwenden."

Nach Abberufung des Rektors wurden auf Basis der Ergebnisse der Sonderprüfungen umfassende Veränderungen der Rahmenvorgaben, Organisation und Abläufe vorgenommen. Daraus resultieren einerseits umfangreiche Mehrerträge etwa aus Kostenersätzen, Beschränkungen von bislang nicht kontrollierbaren Ausgaben und eine deutlich besser strukturierte und transparentere Bilanzierung sowie Budgeterstellung, sagt Prof. Fischer.

Aufgrund der speziellen Situation der MUI wurden auch zwei neue Gremien konstituiert: Das "Financial Board" soll die Umsetzung der sich aus den Sonderprüfungen ergebenden Veränderungs-Notwendigkeiten im finanziellen Bereich begleiten, fachlich beraten und überprüfen, und auch das spezifisch universitär vorhandene Fach-Knowhow anderer Universitäten und der Professorenschaft der MUI beratend einzubringen. Das Scientific Integrity Board wurde eingerichtet, nachdem der Verdacht der Datenfälschung in einer Veröffentlichung von Ergebnissen der MUI bekannt wurde und den Ruf der österreichischen Forschung zu schädigen drohte.

17 reguläre Sitzungen seit April 2008

Seit seiner Konstituierung im April 2008 hat der Universitätsrat 17 reguläre Sitzungen abgehalten. Einzelne Mitglieder haben darüber hinaus etliche außerordentliche Sitzungen und Besprechungen in Zusammenhang mit den erfolgten Sonderprüfungen und daraus resultierenden notwendigen Veranlassungen zur Abwendung eines schweren wirtschaftlichen Schadens der Universität absolviert. "Der Universitätsrat wird im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und im Interesse einer zukünftig weiterhin möglichen Zusammenarbeit die Interessen der Universität weiter mit aller Deutlichkeit vertreten, dies in einer möglichst offenen und transparenten Vorgangsweise", so Prof. Fischer. "Davon lassen wir uns auch durch unqualifizierte Zurufe verschiedenster Lobbys nicht abhalten."

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