- 28.07.2009, 17:25:48
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Landau: "Globalisierung" der Verantwortung ist notwendig
"Nach dem Konjunkturpaket für die Banken muss es auch ein Konjunkturpaket für die Schwächsten geben" - Das Beispiel der Evangeliumserzählung von der "Speisung der 5.000"
Wien, 28.07.2009 (KAP) In einer "zusammenwachsenden Welt" geht es
auch um eine "Globalisierung des Verantwortungsbewusstseins": Dies
betonte der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau bei einem
Gottesdienst im Stephansdom. "Diesseits und jenseits" der Grenzen
gehe es um Solidarität. Papst Benedikt XVI. habe in seiner jüngsten
Sozialenzyklika "Caritas in veritate" diesen weltweiten Horizont
eingemahnt. Der Papst erinnere daran, dass die "Globalisierung" von
vornherein weder gut noch schlecht sei; sie werde vielmehr das sein,
"was die Menschen aus ihr machen". Es gehe um eine "neue Kultur des
Teilens, um eine Kultur der Solidarität".
Benedikt XVI. lade dazu ein, mit "Realismus, Vertrauen und Hoffnung"
die Verantwortung für das Szenario einer neuen Welt zu übernehmen,
so Msgr. Landau. Es gehe um die Wiederentdeckung von Grundwerten,
auf denen man die Zukunft aufbauen könne. Man müsse sich dabei vor
zwei Fehlhaltungen hüten: Einem blinden Wirtschaftsglauben, als ob
nicht der Mensch das wichtigste wäre, und einer blinden
Wirtschaftsangst, als ob nicht Leistung, Erfolg, persönlicher
Einsatz wichtig wären. Die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und die
Qualität der sozialen Sicherheit seien die beiden notwendigen
Pfeiler der einen Brücke.
Die Besinnung auf die Grundwerte sei umso notwendiger, als vieles
dafür spricht, dass "die Tahlsole der Finanz- und Wirtschaftskrise"
noch nicht erreicht sei. Zugleich sei es notwendig, vor einer
"Globalisierung der Depression" zu warnen, unterstrich Msgr. Landau.
Wörtlich sagte der Wiener Caritasdirektor: "Ich bin überzeugt, dass
wir den Weg bewältigen werden. Dabei wird es entscheidend sein, dass
wir aufeinander achten und die Schwächsten und Verletztlichsten
nicht vergessen".
Nach dem Konjunkturpaket für die Banken müsse es auch ein
Konjunkturpaket für die sozial Schwächsten geben, unterstrich Msgr.
Landau. Gerade jetzt gehe es darum, den Sozialstaat "armutsfest" und
"zukunftstauglich" zu machen. Die Kirche habe in diesem Zusammenhang
keine "technischen Lösungen" anzubieten, keine "Rezepte". Aber sie
bezeuge die "gleiche Würde" aller Menschen, vom ungeborenen Kind bis
zum sterbenden Greis.
Die Schilderung des Evangeliums von der Speisung der 5.000, wobei
ein Kind zunächst nur fünf Brote und zwei Fische anzubieten hatte,
sei ein Hinweis darauf, dass kleine Schritte entscheidend sind. Im
Hinblick auf das Motto der diesjährigen August-Sammlung der Caritas
sagte Landau: "Wunder sind möglich".
(forts. mgl.)
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