• 28.07.2009, 16:10:26
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"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Leise Wehmut"

Österreich hat keine nationale Airline mehr. Für die AUA ist das gut so.

Wien (OTS) - In einem freien und gemeinsamen Markt Europa spielt
es an sich keine Rolle, ob eine Airline in nationalem Eigentum ist.
Ausschlaggebend sind nicht patriotische Gefühle, sondern dass diese
Fluggesellschaft wirtschaftlich gesund ist und die gute Anbindung des
Standortes an das internationale Verkehrsnetz garantiert.
Für die AUA und den Standort Österreich ist der Verkauf an die
Lufthansa - in der aktuellen Situation - die Beste aller Lösungen.
Alle Alternativen wären für den Standort schlechter, die Mitarbeiter
eine Katastrophe und für die Steuerzahler teurer. Freilich mit der
Betonung der aktuellen, völlig verfahrenen Lage, in welche die AUA
manövriert wurde. Von unfähigen Managern und Aufsichtsräten im
Unternehmen selbst und in der Staatsholding ÖIAG, und von
Politikern, die wider besseres Wissen rechtzeitiges Handeln
verabsäumt haben. Nicht zu vergessen das vermurkste und überhastete
Verkaufsverfahren, das andere potenzielle Partner vergrault hat. Die
Tatsache, dass die AUA künftig von der ausschließlich ökonomisch
agierenden Lufthansa regiert wird, lässt für die Zukunft jedenfalls
hoffen.
Trotz aller rationalen Gegebenheiten darf man ein bisschen
wehmütig sein, dass Österreich nun keine nationale Airline mehr hat.
Bei aller Kritik, wenn das Essen nicht geschmeckt hat oder die
Flieger Verspätung hatten, waren wir doch auch stolz auf "unsere"
AUA. "Wir Österreicher" hatten eine "eigene" Fluggesellschaft, das
war schon was. Die war halt nur zu groß für Österreich und zu klein
für die Welt.

Rückfragehinweis:
KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
[email protected]

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