FORMAT: Sparkurs von Magna bei Opel härter als erwartet

Zusätzlich zu 10.560 Jobstreichungen 264 Millionen Euro Einsparungen bei Gehältern - FORMAT liegt "Projekt BEAM" vor

Wien (OTS) - Der Magna-Sanierungsplan für Opel fällt härter aus als erwartet.
Neben dem Abbau von 10.560 Arbeitsplätzen will Magna Maßnahmen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeldern sowie Gehaltskürzungen durchsetzen -und so weitere 264 Millionen Euro einsparen. Das geht aus dem FORMAT exklusiv vorliegenden, 25 Seiten langen Businessplan mit dem Titel "Projekt BEAM - Zukunftsplan Opel 2014" vor.

Im Gegenzug ist eine zehnprozentige Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter geplant. Insgesamt 167 Millionen Euro sind dafür bis 2014 budgetiert. Die Opel-Betriebsrenten sollen eingestellt und dafür zusätzliche 226 Millionen Euro in den Pensionsversicherungsverein einbezahlt werden.

Kurzarbeit soll es ab 2010 im Werk in Rüsselsheim geben, ab 2012/2013 in Saragossa. Konkret werden in Bochum 2.045 Arbeitsplätze abgebaut, in Ellesmere Port 830, in Antwerpen 2.321 (Schließung des Werks im März 2010), in Gleiwitz 181, in Kaiserslautern 283, in Luton 354, in Rüsselsheim 717, in Saragossa 1.672. 567 Jobs fallen in sonstigen Werken weg. Gestrichen werden auch 1.590 Arbeitsplätze in Verwaltung und Vertrieb. Beim österreichischen Werk in Aspern werden nur Leiharbeiter betroffen sein. Insgesamt belaufen sich die Restrukturierungskosten auf 1,022 Milliarden Euro.

Magna rechnet ab 2011 mit Gewinnen bei Opel. Im Jahr 2009 soll es noch 1,977 Milliarden Euro Verlust geben, 2010 minus 1, 583 Milliarden; 2011 wird ein Vorsteuergewinn (EBT) von 346 Millionen Euro prognostiziert, 2012 bereits 737 Millionen (EBT). Die Netto-Umsätze sollen von 16,182 Milliarden (2009) auf 23,355 Milliarden (2014) steigen.

Einsparungen wird es auch im Bereich Einkauf und Logistik geben, zwischen 2009 und 2014 sollen durch Re-Organisation und Synergien 329 Millionen Euro gespart werden.

Laut Businessplan soll Opel im nächsten Jahr 1,25 Millionen Autos bauen und die Zahl bis 2014 auf mehr als 1,6 Millionen steigern. Die Auslastung der europäischen Werke, die zwischen 50 und 70 Prozent liegt, soll mittelfristig auf 100 Prozent erhöht werden. Die Produktion in Belgien (aktuell 76.000 Autos) soll aus Rentabilitätsgründen noch 2010 eingestellt werden. In Aspern ist die Anhebung der Fertigung von einer Million auf 1,79 Millionen Motoren und Getriebe vorgesehen (Auslastung von 54 auf 97 Prozent).

Der heikelste Punkt betrifft die Reorganisation des Geschäftsbetriebs. Die GTO (Global Technology Organization, eine GM-Tochter), besitzt sämtliche Technologierechte und Patente des Konzerns, auch für Opel. Dafür muss Magna nun Lizenzgebühren entrichten, um dessen Höhe mit GM lange heftig gestritten wurde. Nun belaufen sie sich auf 3,25 Prozent für die Jahre 2009 bis 2012, auf 3,8 Prozent für 2013 und 2014 und auf fünf Prozent ab 2015. Demnach werden die Zahlungen von 449 Millionen Euro (2009) auf 818 Millionen (2014) steigen.

566 Millionen Euro will Magna in der Planungsperiode in Russland investieren. Bereits 2010 soll NewOpel 28 Millionen Euro Gewinnbeitrag in Russland einfahren. Zwischen 236.000 und 276.000 Autos der Marken Opel (Corsa oder Astra) sowie Chevrolet sollen dort mittelfristig hergestellt werden.

Magna rechnet mit hohen Kosten im Zuge der Abkoppelung von GM ("Separationskosten"). Dabei geht es um Projekte zur Trennung von gemeinsamen Netzwerken und Telekommunikation, sowie um die Implementierung von Zugangs- und Sicherheitsprozessen. Allein für 2010 beläuft sich der Separationsaufwand auf 48 Millionen Euro (58 Projekte). Zusätzlich muss Magna für NewOpel Software bei Microsoft, SAP oder Oracle für 36,6 Millionen Euro einkaufen.

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Silvia Jelincic
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