• 22.07.2009, 16:42:26
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Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus - zum Ableben von Jenny Strasser

Wien (SK) - Jenny Strasser, Mitglied der Revolutionären
Sozialisten und Mitkämpferin im Widerstand gegen den Austro- und
Nazifaschismus ist gestern im Pensionistenheim Währing verstorben.
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Jenny Strasse war schon vor dem Jahre 1934 Funktionärin der
Sozialistischen Arbeiterjugend in der Leopoldstadt, nach 1934 nahm
sie an vielen Untergrundaktionen der Revolutionären Sozialistischen
Jugend teil. Mit Ihrem Mann Peter Strasser ging sie in der Zeit der
nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich nach Frankreich und
kämpfte in den Reihen der "Résistance" gegen Nazideutschland und
gegen das Vichy-Regime. Kurz vor dem Ende der Nazidiktatur kehrte sie
mit Ihrem Mann nach Österreich zurück und war maßgebend an der
Wiedergründung der Sozialistischen Jugend Österreichs im April 1945
beteiligt.

Jenny Strasser war die letzte Überlebende aus dem Kreise jener,
die damals eine unabhängige sozialistische Jugendorganisation gegen
die Bestrebungen der Kommunisten, die eine Einheitsjugend wollten,
gegründet haben. In der ersten Aufbauphase der Sozialistischen Jugend
spielte sie eine wichtige Rolle durch Ihre internationalen Kontakte
zu den europäischen Jugendorganisationen, vor allem war sie auch in
der antifaschistischen Aufklärungsarbeit aktiv. Sie war auch die
letzte Überlebende aus dem ersten Frauenzentralkomitee, das im Jahre
1945 wieder aktiviert wurde.

Im Jahre 2006 veranstalteten die Wiener SPÖ Bildung und die
Freiheitskämpfer einen Abend mit Jenny Strasser unter dem Titel
"Meine schönste Zeit war die Illegalität", wobei sie betonte, dass
der Kampf gegen den Austrofaschismus auch viele junge Menschen für
den Widerstand mobilisierte.

In der Zeit des NS-Terrors begannen die Massenverhaftungen und
Deportationen unter der Herrschaft der Gestapo. Viele
Mitkämpfer/Innen Jenny Strassers mussten dabei ihr Leben lassen.
Jenny Strasser war den jungen Sozialisten in den ersten
Nachkriegsjahren mit ihrer Aktivität, Modernität und
Internationalität ein großes Vorbild. Sie bleibt der sozialistischen
Bewegung, insbesondere den aktiven Antifaschisten, unvergessen.
(Schluss) gd/cv

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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