• 16.07.2009, 14:10:07
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Johanna Dohnal mit Berufstitel Professorin ausgezeichnet

Ministerin Schmied überreicht Urkunde an große Frauenpolitikerin

Wien (OTS) - Im Rahmen eines Festaktes im Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur überreicht Bundesministerin Dr. Claudia
Schmied heute Nachmittag an die langjährige Staatssekretärin für
Frauenfragen und spätere Frauenministerin Johanna Dohnal die Urkunde
über den vom Bundespräsidenten verliehenen Berufstitel Professorin.
Die Laudatio hält Univ.Prof. Mag. Dr. Gabriella Hauch. Peter Turrini
liest aus seinem Buch "Was macht man, wenn... Ratschläge für den
kleinen Mann". Die musikalische Umrahmung gestaltet Andreas Wildner
mit Klavierwerken von Chopin,Beethoven und Rachmaninow.

Johanna Dohnal, die sich ihr ganzes politisches Leben für die
Gleichberechtigung der Frauen einsetzt, erlernte nach der
Pflichtschule den Beruf der Industriekauffrau und arbeitete als
kaufmännische Angestellte. Ihr politisches Engagement führte sie über
die Kinderfreunde in die Wiener SPÖ-Bezirksorganisation Penzing, wo
sie ab 1969 als Bezirksrätin fungierte. 1972 wurde sie
Landesfrauensekretärin der SPÖ-Wien, ein Jahr später auch Abgeordnete
des Wiener Landtags und Gemeinderates. 1979 holte Bruno Kreisky
Johanna Dohnal als Staatssekretärin für Frauenfragen in die
Regierung. Unter Franz Vranitzky wurde das Staatssekretariat zum
Ministerium aufgewertet und Dohnal 1990 als erste Frauenministerin
Österreichs angelobt. 1987 übernahm Dohnal den Bundesvorsitz der
SPÖ-Frauen und wurde auch stellvertretende Parteivorsitzende.

Dohnals politische Sozialisation fand nahezu parallel mit der
Frauenbewegung der späten 60er und beginnenden 70er Jahre statt.
Leitgedanke und roter Faden in ihrem politischen Handeln blieb immer
die zentrale Forderung, Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu
ermöglichen. Für sie bedeutete dies Unabhängigkeit und finanzielle
Absicherung, die am besten über Qualifizierung und fundierte Bildung
und Ausbildung von Mädchen und Frauen gewährleistet werden konnte.

Als aktive Frauenpolitikerin hat Dohnal zahlreiche rechtliche
Verbesserungen und gesellschaftspolitische Änderungen durchgesetzt.
Auf ihre Bemühungen sind zahlreiche Initiativen und Impulse
zurückzuführen, die alle in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
die eigenständige Existenzsicherung der Frauen sowie die
Besserstellung von Frauen in der Arbeitswelt mündeten. Feministische
Sichtweisen fanden Eingang in wichtige Bereiche des öffentlichen
Lebens und wurden im Bildungsbereich - an Universitäten, Schulen oder
in der Erwachsenenbildung - in vielen Programme und
Ausbildungsinitiativen eingebracht.

Daneben war Dohnal auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit
Feminismus ein besonderes Anliegen. Sie bereitete den Boden für
Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung vor und ermöglichte so
Lehrgänge für Gender Studies, das Feministische Grundstudium und den
Masterlehrgang im Rahmen des Rosa Mayreder College. Seit sechs
Jahren wird der Johanna Dohnal Förderpreis an junge
Wissenschaftlerinnen vergeben, die sich mit Themen aus feministischer
Perspektive auseinandersetzen.

Nach ihrem Rückzug aus der Tagespolitik 1995 hat Dohnal im Rahmen
vieler Vorträge, Diskussionsveranstaltungen sowie an österreichischen
Universitäten ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergegeben.

Als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen des Feminismus in
Österreich und als erste Frauenministerin hat Johanna Dohnal nicht
nur die Gleichstellung von Frauen substanziell vorangetrieben, sie
hat ebenso nachhaltige gesellschaftspolitische Veränderungen
herbeigeführt und den Grundstein für eine moderne Frauenpolitik
gelegt.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Pressebüro der Bundesministerin
Tel.: (++43-1) 53 120-5030, 5031

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