Fischer im NEWS-Interview: Plädoyer für soziale Gerechtigkeit, Warnung vor sozialer Schieflage.

"Wer will, dass die Demokratie stabil bleibt, darf nicht Angriffsflächen schaffen, die das politische System beschädigen könnten."

Wien (OTS) - Bundespräsident Heinz Fischer zieht im NEWS-Interview eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit: "Man schreibt sich nicht selber das Zeugnis. Aber ich habe mir kürzlich die Rede durchgelesen, die ich bei meinem Amtsantritt am 8. Juli 2004 gehalten habe. Ich habe mich sehr exakt an diesen Zielsetzungen orientiert." Er bekomme ein sehr positives Echo aus der Bevölkerung: "Das freut mich und macht mich sicher."

Auch zur aktuellen Lage der AUA nimmt Fischer Stellung. Er wünsche sich "sehr, dass die AUA gerettet werden kann. Nicht nur, weil ich an das Schicksal der Beschäftigten denke, sondern auch, weil ich glaube, dass sie für den Standort Österreich und für Wien-Niederösterreich außerordentlich wertvoll ist. Es wäre im Interesse unseres Landes und auch des Wettbewerbs der Fluglinien, dass die geplante Lösung funktioniert."

Zum Abbau der Schulden nach der Wirtschaftskrise nimmt der Bundespräsident sehr klar Stellung: Er erwarte sich objektive und präzise Unterlagen über die Verteilung von Einkommen und Vermögen. Die Schlussfolgerungen daraus müssten von der Absicht getragen sein, dass die Verteilung der Lasten fair und gerecht sein müssen. Fischer:
"Reden und Handeln müssen übereinstimmen. Man darf nicht am Sonntag Fairness und Gerechtigkeit versprechen und von Montag bis Freitag darauf vergessen."

Er weist ausdrücklich darauf hin, dass sozial Schwächere und die Schwächsten der Gesellschaft nicht zwei- oder drei Mal belastet werden dürften. Ja, das sei ein Plädoyer für soziale Gerechtigkeit und eine Warnung vor sozialer Schieflage: "Wer will, dass die Demokratie stabil bleibt, muss für soziale Symmetrie und Gerechtigkeit eintreten und darf nicht Angriffsflächen schaffen, die letztlich das gesamte politische System beschädigen könnten."

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