Gesundheitliche Probleme bei Lehrlingen nehmen zu

AKNÖ-Haneder: Arbeitnehmerschutz verbessern und Gesundheitsförderung umsetzen

Wien (OTS) - Mit der Gesundheit der niederösterreichischen Lehrlinge steht es nicht zum Besten. Laut einer AKNÖ-Befragung von über 1.000 Lehrlingen klagen junge ArbeitnehmerInnen vermehrt über Gelenksschmerzen, Wirbelsäulen- oder Kreuzprobleme, Allergien und psychische Probleme. 40 Prozent der Lehrlinge geben an, aufgrund des Lehrberufes gesundheitliche Probleme zu haben. "Diese Zahlen sollten uns allen zu denken geben, denn neben den individuellen Schäden belasten die Folgekosten unser Gesundheitssystem", erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder und fordert dringend verbesserte ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und die Umsetzung der Gesundheitsförderung in Betrieben. "Es fehlt oftmals einfach nur das Wissen darüber, welche Arbeitsschritte oder Belastungen zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Einfache Vorgaben, etwa beim Heben schwerer Lasten, können bereits vor gesundheitlichen Schäden schützen."

Die niederösterreichischen Lehrlinge klagen vor allem über gesundheitliche Probleme im Bewegungs- und Stützapparat. Besonders betroffen sind Lehrlinge der Baubranche. Hier leiden vier von zehn Jugendlichen unter Kreuz- oder Gelenksschmerzen oder Wirbelsäulenproblemen. Als zweithäufigstes Problem werden Hautausschläge und Allergien genannt. "Allergische Erkrankungen kommen häufig durch sorglosen Umgang mit chemischen Substanzen vor -angefangen vom Shampoo bei Friseur-Lehrlingen bis hin zum Motoröl beim Mechaniker", berichtet AKNÖ-Experte Alexander Kaba, "die Jugendlichen werden zu wenig genau und auch zu wenig motivierend mit persönlicher Schutzausrüstung - das sind z.B. Handschuhe oder auch Hautschutzcremen bzw. Hautpflegecremen nach der Handreinigung -vertraut gemacht. Viele Jugendliche beweisen sich da als Helden, die alles aushalten können." AKNÖ-Präsident Hermann Haneder: "Das zeigt uns, dass wir vermehrt Information und Vorbeugemaßnahmen für Jugendliche anbieten müssen. So kann auch Bewusstsein geschaffen werden, für einen sensibleren Umgang mit der Gesundheit am Arbeitsplatz."

An dritter Stelle der gesundheitlichen Probleme stehen bereits psychische Belastungen. Jeder zwanzigste Lehrling klagt darüber. Generell werden die gesundheitlichen Probleme mit dem Alter und der Lehrzeitdauer häufiger. Weibliche Lehrlinge klagen deutlich öfter über Gesundheitsprobleme als männliche (48,5 Prozent vs. 34,8 Prozent). "Der Druck am Arbeits- und Lehrstellenmarkt ist für Jugendliche und Lehrlinge immer stärker spürbar. Das wirkt sich auch auf die Gesundheit aus", berichtet AKNÖ-Lehrlingsexperte Robert Hörmann, "wir merken den Druck auf die Lehrlinge auch deutlich durch die stetig steigenden Anruferzahlen bei unserer kostenlosen Beratungshotline 05-7171-1106."

Vorbeugen schützt vor Krankheit "Berufsbedingte Erkrankungen können durch Einhalten der ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und betriebliche Gesundheitsförderung bereits im Vorfeld verhindert werden", so AKNÖ-Präsident Hermann Haneder, "wie man sieht, ist jedoch die derzeitige Regelung nicht ausreichend. Ein umfassendes Präventions-und Gesundheitsförderungsgesetz ist das Gebot der Stunde."

Ein Vorsorgeangebot der NÖ Arbeiterkammer ist der mobile Gesundheitsbus. Der Gesundheitsbus ermöglicht einen Gesundheitscheck vor Ort im Betrieb. Neben den üblichen Gesundheitsparametern sind auch Messgeräte für Wirbelsäulenschäden und Stressbelastung eingerichtet, zusätzlich gibt es umfangreiches Infomaterial. Der Bus ist an 300 Tagen im Jahr im Einsatz und kommt direkt in den Betrieb. Angefordert werden kann er etwa von BetriebsrätInnen.

Rückfragehinweis:
Lehrlingsbefragung: Günter Kastner 01/58883/1866
Gesundheitswesen und ArbeitnehmerInnenschutz: Alexander Kaba 01/58883/1277

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