- 15.07.2009, 10:05:38
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Gesundheitliche Probleme bei Lehrlingen nehmen zu
AKNÖ-Haneder: Arbeitnehmerschutz verbessern und Gesundheitsförderung umsetzen
Wien (OTS) - Mit der Gesundheit der niederösterreichischen
Lehrlinge steht es nicht zum Besten. Laut einer AKNÖ-Befragung von
über 1.000 Lehrlingen klagen junge ArbeitnehmerInnen vermehrt über
Gelenksschmerzen, Wirbelsäulen- oder Kreuzprobleme, Allergien und
psychische Probleme. 40 Prozent der Lehrlinge geben an, aufgrund des
Lehrberufes gesundheitliche Probleme zu haben. "Diese Zahlen sollten
uns allen zu denken geben, denn neben den individuellen Schäden
belasten die Folgekosten unser Gesundheitssystem", erklärt
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder und fordert dringend verbesserte
ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und die Umsetzung der
Gesundheitsförderung in Betrieben. "Es fehlt oftmals einfach nur das
Wissen darüber, welche Arbeitsschritte oder Belastungen zu
gesundheitlichen Beschwerden führen. Einfache Vorgaben, etwa beim
Heben schwerer Lasten, können bereits vor gesundheitlichen Schäden
schützen."
Die niederösterreichischen Lehrlinge klagen vor allem über
gesundheitliche Probleme im Bewegungs- und Stützapparat. Besonders
betroffen sind Lehrlinge der Baubranche. Hier leiden vier von zehn
Jugendlichen unter Kreuz- oder Gelenksschmerzen oder
Wirbelsäulenproblemen. Als zweithäufigstes Problem werden
Hautausschläge und Allergien genannt. "Allergische Erkrankungen
kommen häufig durch sorglosen Umgang mit chemischen Substanzen vor -
angefangen vom Shampoo bei Friseur-Lehrlingen bis hin zum Motoröl
beim Mechaniker", berichtet AKNÖ-Experte Alexander Kaba, "die
Jugendlichen werden zu wenig genau und auch zu wenig motivierend mit
persönlicher Schutzausrüstung - das sind z.B. Handschuhe oder auch
Hautschutzcremen bzw. Hautpflegecremen nach der Handreinigung -
vertraut gemacht. Viele Jugendliche beweisen sich da als Helden, die
alles aushalten können." AKNÖ-Präsident Hermann Haneder: "Das zeigt
uns, dass wir vermehrt Information und Vorbeugemaßnahmen für
Jugendliche anbieten müssen. So kann auch Bewusstsein geschaffen
werden, für einen sensibleren Umgang mit der Gesundheit am
Arbeitsplatz."
An dritter Stelle der gesundheitlichen Probleme stehen bereits
psychische Belastungen. Jeder zwanzigste Lehrling klagt darüber.
Generell werden die gesundheitlichen Probleme mit dem Alter und der
Lehrzeitdauer häufiger. Weibliche Lehrlinge klagen deutlich öfter
über Gesundheitsprobleme als männliche (48,5 Prozent vs. 34,8
Prozent). "Der Druck am Arbeits- und Lehrstellenmarkt ist für
Jugendliche und Lehrlinge immer stärker spürbar. Das wirkt sich auch
auf die Gesundheit aus", berichtet AKNÖ-Lehrlingsexperte Robert
Hörmann, "wir merken den Druck auf die Lehrlinge auch deutlich durch
die stetig steigenden Anruferzahlen bei unserer kostenlosen
Beratungshotline 05-7171-1106."
Vorbeugen schützt vor Krankheit
"Berufsbedingte Erkrankungen können durch Einhalten der
ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und betriebliche
Gesundheitsförderung bereits im Vorfeld verhindert werden", so
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder, "wie man sieht, ist jedoch die
derzeitige Regelung nicht ausreichend. Ein umfassendes Präventions-
und Gesundheitsförderungsgesetz ist das Gebot der Stunde."
Ein Vorsorgeangebot der NÖ Arbeiterkammer ist der mobile
Gesundheitsbus. Der Gesundheitsbus ermöglicht einen Gesundheitscheck
vor Ort im Betrieb. Neben den üblichen Gesundheitsparametern sind
auch Messgeräte für Wirbelsäulenschäden und Stressbelastung
eingerichtet, zusätzlich gibt es umfangreiches Infomaterial. Der Bus
ist an 300 Tagen im Jahr im Einsatz und kommt direkt in den Betrieb.
Angefordert werden kann er etwa von BetriebsrätInnen.
Rückfragehinweis:
Lehrlingsbefragung: Günter Kastner 01/58883/1866
Gesundheitswesen und ArbeitnehmerInnenschutz: Alexander Kaba
01/58883/1277
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1244
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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