• 09.07.2009, 14:05:05
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Abschied von Schuberthaus und Schubertgarten!

... alles mit rechten Dingen? ...

Wien (OTS) - Allen Protesten von Anrainern zum Trotz wird das
Projekt "Wohnen am Schubertturm" in der Erdbergstraße 17 nun doch
verwirklicht. Nachdem das Grundstück, welches als eine der letzten
Grünflächen Erdbergs gilt und noch dazu ein wichtiges Kulturerbe
beherbergt, verkauft wurde, konnte leider niemand verhindern, dass
ein solches Juwel letztlich auch den Bauhaien zum Fraß vorgeworfen
wird. Statt das historische Gebäude nach Vorbild des Mozarthauses im
1. Bezirk zu sanieren und den musikinteressierten Wienbesuchern als
Sehenswürdigkeit anzubieten. Es wurde ein Verfall der Gemäuer
forciert, indem man einfach Fenster absichtlich hatte offen stehen
lassen, um so der Witterung und den Tauben die Chance zu geben, das
Übrige zu tun. Das Grundstück, dessen neuer Eigentümer die St. Josef
Entwicklungsgesellschaft ist, wurde im Eilverfahren von Grünland auf
Bauland umgewidmet. Dafür sorgten sowohl SPÖ-Bezirksvorsteher Herr
Erich Hohenberger als auch sein Stellvertreter Herr Architekt DI
Rudolf Zabrana, Partner von Frank & Partner. Herr Architekt Zabrana
ist gleichzeitig Vorsitzender des Bauausschusses des Bezirksrates und
somit der hauptsächliche Entscheidungsträger für Umwidmungen und
Baubewilligungen. Sogar die Grünen, deren Mitglieder Dr. Peter Pilz
und Dr. Eva Glawischnig (normalerweise) in der Lobau um jeden Baum
kämpfen, gaben bereitwillig ihr Einverständnis. Bleibt fraglich, ob
das alles mit rechten Dingen zugegangen ist, denn auffällig ist, dass
dieses Projekt nicht das einzige im 3. Bezirk ist, welches von der DI
Zabrana nahestehenden Firma Frank & Partner geplant und verwirklicht
wird! Auch das Projekt Wohnanlage "Kaisergarten", wo ursprünglich
viel weniger Wohneinheiten geplant und bewilligt waren, schließlich
auf über das Doppelte aufgestockt wurden und dies wie üblich als
"unwesentliche Änderung des Baueinreichplanes" dargestellt wurde,
fällt unter anderem in die "Zuständigkeit" desselben
Architekturbüros.

Nach einer Besichtigung durch Stadtrat Schicker wurde das
Versprechen gegeben, die Grünfläche des "Schuberthauses" zu erhalten
und der Öffentlichkeit zugängig zu machen; den Bauplänen, die bereits
an die Anrainer verschickt wurden, kann man jedoch entnehmen, dass
die Gartenanlagen im Sinne von biedermeierlichen Hausgärten
ausschließlich für die Luxuswohnungsbesitzer nutzbar sein werden! Das
geplante Bauvorhaben wird 73 Wohnungen umfassen, die man um den
Schnäppchenpreis von Euro 2.500,- bis Euro 4.500,- pro Quadratmeter
erwerben kann. Und der denkmalgeschützte Schubertturm soll mehr oder
weniger von der Erdbergstraße her sichtbar sein. In Wirklichkeit ist
eine nahezu komplette Verbauung des Schuberthauses geplant, bei der
weder Rücksicht auf das Stadtbild oder den Ensembleschutz, noch auf
das denkwürdige Gebäude genommen wird, in dem Schubert seine berühmte
Kantate "Prometheus" komponiert und im Garten aufgeführt hatte,
genommen wird. Auf geschützte Bäume wurde nur auf dem Papier, nämlich
in einem vom Bezirksrat gefassten Beschluss, Rücksicht genommen -
tatsächlich war das erste Unterfangen der Abrissfirma gleich am
ersten Bautag, einen dreistämmigen alten Ahorn- und einen lange
gewachsenen Kastanienbaum, mit dem Bagger niederzureißen! Weitere
Bäume folgten!

Daher rufen wir zu einer Abschiedskundgebung auf, die die Ohnmacht
der Menschen aufzeigen soll, die sich gegen die Verbauung von
Schuberthaus und Schubertgarten gewehrt hatten!

CHRISTINE KISIELEWSKY singt für Sie das AVE MARIA!

Kommen Sie am Samstag, 11.Juli, um 12Uhr zum gemeinsamen Abschied
zu einem Glas Sekt in die Erdbergstraße 17!

Rückfragehinweis:
Gerhard Grausam
Tel. 0664 1727061
mailto:[email protected]

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