Laute Flugzeuge zahlen Lärmgebühr

ARGE gegen Fluglärm sowie Länder und Gemeinden einigen sich mit Flughafen Wien AG auf Lärmgebührenmodell

Wien (OTS) - Im Dialogforum wurde ein Lärmgebührenmodell verhandelt und nun beschlossen, das die Flughafen Wien AG der Behörde zur Genehmigung vorlegen wird. In Zukunft werden Lärmgebühren am Flughafen Wien Schwechat für jedes einzelne Flugzeug individuell berechnet und eingehoben. Ausschlaggebend für die Gebührenhöhe wird die tatsächliche Lautstärke des Flugzeuges, abhängig von Flugzeugtyp, Gewicht, Triebwerksleistung etc., sein. Die Umsetzung des Lärmgebührenmodells erfolgt wegen der angespannten Wirtschaftslage in mehreren Stufen bis zur Volleinführung zur Jahresmitte 2011.

Das Lärmgebührenmodell wurde so konzipiert, dass es jederzeit möglich ist, die weiteren technischen Entwicklungen im Flugzeugbau und auch neue Modellreihen zu berücksichtigen. Abgesehen von den positiven Auswirkungen auf die Lebens- und Umweltqualität in der Flughafenregion verweist die Flughafen Wien AG darauf, dass das im Dialogforum verhandelte Bonus-Malus-Modell aufkommensneutral ist. "Das neue System ist so einfach wie gerecht: laute Flugzeuge zahlen in Zukunft eine höhere Lärmgebühr als leise Flugzeuge. Jedes einzelne Flugzeug, das leiser ist, hilft die Lebens- und Umweltqualität in den niederösterreichischen Anrainergemeinden weiter zu verbessern", stellt Christian Popp als Vertreter Niederösterreichs im Dialogforum zufrieden fest.

Die harten und langwierigen Verhandlungen im Dialogforum konnten erfolgreich abgeschlossen werden, weil die ARGE gegen Fluglärm mit Blick auf die derzeit angespannte wirtschaftliche Lage der Fluglinien ihre Forderung nach Umsetzung höherer Lärmgebühren besonders in der Nacht von den Lenkungseffekten und den Evaluierungsergebnissen abhängig gemacht hat.

"Die ARGE gegen Fluglärm hat sich der Stimme enthalten, da unserer Meinung nach durch zu geringe Zahlungen, vor allem in der Nacht, der gewünschte Lenkungseffekt nicht eintreten wird. Wir konnten aber sicherstellen, dass bei besserer Wirtschaftslage und ungenügendem Lenkungseffekt auch die Lärmgebühren verschärft werden können", betont Alfred Höllrigl der Obmann der ARGE gegen Fluglärm - einem Zusammenschluss von fünfzehn Bürgerinitiativen.

Detailliert festgelegt wurde auch der Evaluierungsprozess. Dieser soll zeigen, ob das Gebührenmodell den erwünschten Lenkungseffekt erzielt, nämlich die Airlines vom Einsatz modernerer und leiserer Flugzeuge zu überzeugen. Mit dem festgelegten Lärmgebührenmodell wird eine alte Forderung der ARGE gegen Fluglärm erfüllt. Ist der gewünschte Lenkungseffekt nicht erzielbar, erfolgen Nachverhandlungen über eine Modifikation und eventuelle Verschärfung des Modells.

Die Lärmgebührenmodelle, die international zur Anwendung kommen, sind durchwegs unterschiedlich und in der Regel weniger differenziert. Sie arbeiten meist mit einigen Lärmklassen, denen Flugzeugtypen zugeordnet sind. Das Wiener Modell berücksichtigt aber die tatsächliche Lautstärke der Flugzeuge und kann damit auch lauteren und leiseren Flugzeugen vom gleichen Typ unterschiedliche hohe Lärmgebühren zuweisen.

"Das Wiener Modell zeichnet sich durch eine hohe Objektivität aus. Mit der Modelleinstellung und der stufenweisen Einführung haben die Verhandlungen im Dialogforum sowohl den berechtigten Wunsch der Menschen Fluglärm zu reduzieren als auch die derzeitige schwierige Wirtschaftslage der Airlines berücksichtig. In der Flugverkehrswirtschaft geht es gerade jetzt auch um sehr viele Arbeitsplätze", stellt der Vertreter Wiens im Dialogforum Gemeinderat Erich Valentin klar.

"Die nun erkämpfte Einführung von Lärmgebühren für den Flughafen Wien sind ein weiteres Beispiel dafür, dass in den Verhandlungen im Dialogforum deutlich mehr für die Bevölkerung herausgeholt werden kann, als vom Gesetz vorgegeben", meint Leo Heuber, Bürgermeister von Enzersdorf an der Fischa und Sprecher der Anrainergemeinden im Dialogforum und im Nachbarschaftsbeirat, abschließend.

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