AMS-TrainerInnen wehren sich vor GPA-Zentrale gegen unangemessenen und niedrigen Kollektivvertrag.

Wien (OTS) - Gegen Anstellungen zu schlechten Kollektivvertragsbedingungen, für adäquate Bezahlung nach den dramatischen Einkommenseinbußen der letzten Jahre - Verstärkte Abwanderung von qualifizierten KollegInnen ist zu befürchten!

TrainerInnen und AusbildnerInnen in vom AMS geförderten Bildungseinrichtungen haben heute, Montag, eine Protestkundgebung vor der Zentrale der Gewerkschaft der Privatangestellten in Wien abgehalten.

Die TrainerInnen, die Erwachsene und Jugendliche in privaten Bildungseinrichtungen im Auftrag des AMS ausbilden und beraten, fordern die Wahlfreiheit der Beschäftigungsformen (Anstellung, Werkvertrag, Freier Dienstvertrag).

Durch den Wettbewerbsdruck sind Honorare bzw. Gehälter angesichts der zu erbringenden Leistung und Ausbildungen in den letzten Jahren auf ein Existenz bedrohendes Niveau gefallen. Dieser negativen Entwicklung wollen AMS und Gewerkschaft mit dem BABE-Kollektivvertrag entgegenwirken. Angesichts der rechtlichen und finanziellen Prekarisierung dieser Berufsgruppe sprach AMS-Vorstand Dr. Herbert Buchinger vor kurzem von notwendigen Anti-Dumping-Maßnahmen.

Momentan kommt verstärkt der von der GPA mit einigen Instituten verhandelte Kollektivvertrag ("BABE-KV") zur Anwendung. Dieser bedeutet jedoch für TrainerInnen einen enormen Einkommensnachteil im Vergleich zum seit langem existierenden Mindestlohntarif (für in privaten Bildungseinrichtungen beschäftigte ArbeitnehmerInnen) des Bundeseinigungsamts.

Die angestrebte offizielle Satzung des Kollektivvertrags würde das Einkommen der TrainerInnen derzeit auf einem extrem niedrigen Niveau einzementieren.

Ein Vergleich zwischen BABE-KV und Mindestlohntarif zeigt deutlich den Einkommensnachteil

Dr. Christian Christiansen vom Trainerverband VÖBAT: "Wir haben heute gegen Zwangsanstellungen und für angemessene Bezahlung demonstriert. Die Gewerkschaft hat das Kunststück zuwege gebracht, einen Kollektivvertrag abzuschließen, der gegenüber dem bisher gültigen Mindestlohntarif Einkommenseinbußen von bis zu 47 Prozent vorsieht. Das lassen wir uns nicht gefallen!"

Die TrainerInnen in AMS-finanzierten Programmen sind zu rund zwei Dritteln AkademikerInnen. Viele haben umfangreiche Ausbildungen im Bereich Pädagogik, Psychologie oder Fachausbildungen absolviert. "Die Fluktuation in der Branche ist wegen der oft sehr schlechten Bezahlung jetzt schon sehr hoch. Der Kollektivvertrag würde diese Situation verschärfen und die Qualität der Bildungsarbeit gefährden", befürchtet Christiansen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Christian Christiansen, VÖBAT, 0664/764 62 66

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