Tumpel: Jetzt Kinderbetreuung weiter ausbauen - 2

Ausreichend Kinderplätze müssen Wahlfreiheit beim Kindergeld sichern - Bundesförderung vom Vorjahr zeigt, wie es geht

Wien (OTS) - "Wenn das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld kommt, brauchen wir erst recht den Ausbau der Kleinkindbetreuung", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Denn das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld gibt es für einen Elternteil längstens bis zum 1. Geburtstag des Kindes. Für den Ausbau der Kinderbetreuung sollen, wie im Vorjahr, weiterhin gezielt Bundesmittel eingesetzt werden. Die Aktion war erfolgreich, zeigt die aktuelle Kindertagesheimstatistik:
Seit 2008 fördert der Bund den Ausbau von Kinderbetreuung - und sowohl in der Zahl als auch in der Qualität der Plätze konnten merkliche Steigerungen erzielt werden. Bei den Unter-3-Jährigen ist der Zuwachs an Plätzen mit 5.000 fast doppelt so hoch wie 2007 - und der Schwerpunkt auf die Förderung ganztägiger Betreuungsplätze zeigt Wirkung. "Damit wird bestätigt, dass der Bund über Fördermodelle massiven Einfluss auf die Entwicklung des Kinderbetreuungsangebots nehmen kann", sagt Tumpel: "Jetzt müssen Bund, Länder und Gemeinden weiter am Ausbau der Kinderbetreuung arbeiten, damit die bestehenden Lücken auch tatsächlich geschlossen werden. Die Bundesförderung und die entsprechenden Beiträge der Länder sollen aufgestockt und auch nach 2010 fortgesetzt werden. Kinderbetreuung muss kostenlos, qualitativ hochwertig und flächendeckend in ausreichendem Maß verfügbar sein."

Mittlerweile haben 16,1 Prozent der Kinder unter 3 Jahren einen Betreuungsplatz. "Um das EU-weite Barcelonaziel von 33 Prozent zu erreichen, brauchen wir jedoch eine weitere Steigerung", betont Tumpel. Auch die Abstufung der Förderung nach der Qualität des Betreuungsplatzes bewährt sich offensichtlich: Der höhere Zuschuss für ganztägige Plätze als für Halbtagsplätze schlägt sich in einer Verbesserung der angebotenen Öffnungszeiten nieder. So ist das Angebot für ganztägige Betreuung in den Krippen und Kindergärten fast doppelt so stark gestiegen wie das für die halbtägige Betreuung.

"Der weitere Ausbau insbesondere der Kleinkindbetreuung ist wesentlich, damit die Eltern beim Kinderbetreuungsgeld jetzt wirklich die Wahl haben und sich tatsächlich für die einkommensabhängige oder die anderen Kurzvarianten entscheiden können", sagt Tumpel. Die Forderungen der Arbeiterkammmer:

+ Flächendeckender Ausbau: Es muss zu einem kontinuierlichen, flächendeckenden Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen kommen, der zu einer weiteren Verlängerung der Öffnungszeiten und zu verbesserten schulischen Nachmittagsangeboten führt.

+ Keine Kostenbarrieren: Die AK begrüßt die Initiativen einzelner Bundesländer in Richtung flächendeckender, kostenloser Kinderbetreuung. Kinderbetreuung muss für alle zugänglich sein, unabhängig vom sozialen Hintergrund.

+ Mehr Qualität: Es bedarf weiter einer Steigerung der Qualität der Betreuung etwa durch einheitliche Standards. Die AK begrüßt den geplanten nationalen Bildungsplan für die Kinderbetreuung. Dieser muss Mindeststandards für die Ausstattung und die Qualifikation der Betreuungspersonen festlegen und geschlechtersensible Betreuung fördern.

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