Bischof Küng bezeichnet Anzeige gegen ihn als völlig "haltlos"

Außenstehender brachte bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten Anzeige wegen angeblicher Drohungen gegen Ex-Regens Küchl ein

St. Pölten, 02.07.2009 (KAP) Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng wertet die gegen ihn eingebrachte Anzeige bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten als "haltlos". Die darin erhobenen Anschuldigungen wegen angeblicher Nötigung und gefährlicher Drohung gegen den früheren Regens des St. Pöltner Priesterseminars, Prälat Ulrich Küchl, "sind unzutreffend" und völlig unbegründet, so der Bischof am Donnerstag in einer Stellungnahme zu entsprechenden Medienberichten. Es handle sich bei den Vorwürfen um den "leicht durchschaubaren Versuch seitens einer außenstehenden Person, eine innerkirchlich weitgehend geklärte Angelegenheit in Zweifel zu ziehen". Er sehe daher dem weiteren Verlauf der Causa "mit großer Gelassenheit" entgegen.

Er habe - im Unterschied zur Darstellung in der Anzeige - "im Zusammenhang mit den Vorfällen im Priesterseminar St. Pölten niemandem eine psychiatrische Zwangsbehandlung auferlegt". Auch habe er "keinem meiner Priester die Vernichtung seiner Existenz und gesellschaftlichen Stellung angedroht". Nach den skandalösen Vorfällen im St. Pöltner Priesterseminar seien vielmehr eine "Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Kirche und der beteiligten Personen" gesetzt worden.

Unter anderem sei dem damaligen Regens Küchl ein Aufenthalt in einem geistlichen Haus in Deutschland mit dem Zweck der Besinnung angeboten worden. Richtig ist laut Küng, dass einige der dort tätigen Ordensfrauen auch therapeutische Hilfe anbieten - allerdings nur solchen Personen, die es selbst wünschen. Der Aufenthalt in diesem Haus sei damals von Küchl abgelehnt worden - laut Küng "ein klares Zeichen dafür, dass er sich frei entscheiden konnte und von dieser Freiheit auch Gebrauch gemacht hat".

"Ordnungsgemäßes Verfahren"

Auch die anderen erhobenen Anschuldigungen seien "haltlos", so der Bischof weiter: "Ein ordnungsgemäß durchgeführtes kirchliches Verfahren führte nach Zurückweisung aller Beeinspruchungen mit spezieller Bestätigung durch den Papst dazu, dass der Beschuldigte von seinem Priesteramt vorübergehend suspendiert wurde." Prälat Küchl sei damit zugleich endgültig seines Amtes als Pfarrer von Eisgarn und Eggern enthoben worden. Ihm sei die Möglichkeit einer Rückkehr in den aktiven priesterlichen Dienst eingeräumt worden, allerdings nach einer Zeit der Besinnung und nicht in Eisgarn.

Da eine "Befriedung der Situation in der bisherigen Gemeinde nicht zu erwarten" gewesen sei, solange Prälat Küchl das Amt des Propstes innehatte, schien die Aufhebung des Eisgarner Kapitels "die einzige Lösung zu sein", betont der Bischof weiter. Vor der neuerlichen Inkraftsetzung der Statuten des Kollegiatsstifts Eisgarn und der Neuwahl eines Propstes habe Küchl die ihm von Bischof Küng auferlegten Verpflichtungen "freiwillig angenommen und ebenso freiwillig auf das Amt des Propstes verzichtet". Jetzt sei Küchl pensioniert und empfange das Gehalt eines Priesters. "Von einer Bedrohung seiner Existenz kann keine Rede sein", rückte Küng anderslautende Behauptungen zurecht.

Die Diözese St. Pölten war 2004 nach Veröffentlichung zweifelhafter Fotos aus dem Priesterseminar in Turbulenzen geraten. Küng, damals Bischof von Feldkirch, hatte die Vorgänge als Apostolischer Visitator geprüft. In der Folge wurden der damalige Regens Küchl und Sub-Regens Wolfgang Rothe ihrer Funktionen enthoben. Das Priesterseminar wurde vorübergehend geschlossen und im Oktober 2005 wieder geöffnet, unter der Leitung des damaligen neuen Regens und jetzigen Weihbischofs Anton Leichtfried. Küng folgte im Oktober 2004 Kurt Krenn als Diözesanbischof von St. Pölten. Der Bischof verordnete Küchl und Rothe eine mehrmonatige "Sabbatzeit". Im Sommer 2005 leitete er gegen Küchl ein Amtsenthebungsverfahren als Pfarrer von Eisgarn und Eggern ein, da dieser nicht die von ihm geforderten Auflagen und Klärungen annahm.

(forts. mgl.)
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