ÖAMTC: Medizinische Versorgung von Touristen ist in manchen Ländern ein Geschäftszweig

Teuer wird's in Kroatien, Griechenland, Tunesien und Ägypten sowie auf Madeira, den Kanaren und Azoren

Wien (OTS) - Sommerzeit ist Reisezeit. Und wie jeden Sommer läuten dann die Telefone bei der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe ohne Unterlass. "Ein Unfall im Ausland beim Freizeitsport oder auf einer Erkundungstour mit dem Leihmoped ist schnell passiert", sagt Michael Tagunoff, Leiter der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe. "Wer vor dem Urlaub nicht für eine entsprechende Absicherung gesorgt hat, kann da schnell in eine Kostenlawine geraten."

In einigen Tourismusländern hat sich die medizinische Versorgung von verunfallten Urlaubern zu einem regelrechten Geschäftszweig entwickelt. Dort sehen sich Patienten mit teilweise horrend hohen Krankenhausrechnungen konfrontiert. "Das Problem ist, dass man sich als Patient nicht aussuchen kann, in welches Krankenhaus man eingeliefert wird", warnt Tagunoff von der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe. Viele Hotels in den genannten Ländern haben "Abkommen", welchen Krankennotdienst sie verständigen, der für den Transport in die Klinik sorgt. Auch die örtliche Reisebetreuung ist oftmals involviert. Besonders betroffen sind: Kanarische Inseln (Spanien), Griechenland, Madeira und Azoren (Portugal), Kroatien und bei den Mittelmehranrainerstaaten Tunesien und Ägypten.

Wer einen ÖAMTC-Schutzbrief besitzt, ist gegen böse Überraschungen abgesichert.

Die teuersten Schutzbrief-Rückholungen im vergangenen Jahr waren:

Der teuerste Schutzbrief-Fall war die Behandlung und der Rücktransport eines verunglückten Kitesurfers aus Ägypten um 48.156,04 Euro (34.924,79 Euro für den Krankenhausaufenthalt, 13.231,25 Euro für den Krankentransport nach Österreich mittels Ambulanzjet). Darin nicht enthalten sind die 1.128,96 Euro, die von der Krankenkasse übernommen wurden. "Das sind 2,29 Prozent der Gesamtsumme und somit nur ein Bruchteil der entstandenen Kosten", sagt der ÖAMTC-Experte.

Platz zwei geht an eine Betreuung eines Schutzbrief-Inhabers in Griechenland mit 40.698,25 Euro (23.508,45 Euro für Krankenhausaufenthalt, 17.189,80 Euro für Krankentransport). "In Rhodos gibt es seit vergangenem Jahr ein sündhaft teures Privatkrankenhaus, das bevorzugt mit ausländischen Patienten belegt wird", sagt der Leiter der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe.

Platz drei geht an einen Fall in der Türkei mit 31.054,24 Euro (17.003,49 Euro für den Krankenhausaufenthalt und 14.050,75 Euro für den Krankentransport).

Besonders teuer wird es außerhalb Europas, zum Beispiel in den USA, in der Karibik oder in Thailand. Welche Kosten dort nach einer Erkrankung im Urlaub entstehen können, zeigt der Fall eines Wieners im vergangenen Herbst. Nach einem Herzstillstand, Krankenhausaufenthalt, vierwöchiger intensivmedizinischer Betreuung mit vielen Komplikationen und einem Rückflug im Ambulanzjet beliefen sich die Kosten auf 165.000 Euro. Da der Patient einen ÖAMTC-Weltreise-Krankenschutz abgeschlossen hatte, waren die enormen Kosten für den Schutzbriefinhaber zur Gänze gedeckt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 2.000 Erkrankte oder Verletzte betreut, die durch einen ÖAMTC-Schutzbrief abgesichert waren. Die Vermittlung von Ärzten im Ausland, die Kostenübernahme von überteuerten ausländischen Krankenhausaufenthalten und auch die Organisation und Kostenübernahme von Krankenbesuchen sind nur einige der vielfältigen Schutzbrief-Leistungen. Rund 1.300 kranke oder verletzte Österreicher wurden im Vorjahr in die Heimat zurückgebracht, 60 davon in einem ÖAMTC-Ambulanzjet. 1.200 Personen wurden Kosten für Behandlungen und Medikamentenkauf im Ausland rückerstattet.

Mittlerweile werden jährlich über eine Million Schutzbriefe an die ÖAMTC-Mitglieder ausgegeben. 2,5 Millionen Österreicher sind mit einem Schutzbrief des Clubs abgesichert. Informationen zum ÖAMTC-Schutzbrief sowie zum Weltreise-Krankenschutz findet man unter www.oeamtc.at/schutzbrief.

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