• 02.07.2009, 10:53:56
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AKNÖ-Präsident Haneder im Pendlerzug: "Züge einstellen ist der falsche Weg"

Haneder wartete in Gänserndorf vergeblich auf S-Bahn um 5.52 nach Wien - Ausfall

Wien (AKNÖ) - Der niederösterreichische Arbeiterkammerpräsident
Hermann Haneder konnte sich heute, Donnerstag, ein direktes Bild von
der Nordbahnmisere machen: Die S-Bahn, mit der er von Gänserndorf
nach Wien fahren wollte, fiel ersatzlos aus. Der nächste Zug war so
voll, dass viele PendlerInnen bis Wien stehen mussten. Haneder: "Der
Lokalaugenschein zeigte klar, dass dieser Zustand den Pendlern nicht
zuzumuten ist. Ich unterstütze die Forderung der PendlerInnen, alle
seit Dezember eingestellten Züge wieder einzusetzen."

Zahlreiche ArbeitnehmerInnen aus dem Bezirk Gänserndorf fühlen sich
im Stich gelassen und waren froh, dass erstmals ein hochrangiger
politischer Vertreter direkt zu ihnen in den Pendlerzug gekommen ist.
Die PendlerInnen beklagten sich über immer ärger werdende
Verspätungen, häufige Zugausfälle und die schlechte Information. Eine
30-jährige Angestellte berichtete dem AKNÖ-Präsidenten, dass "ich
jeden Tag 45 Minuten früher von zu Hause wegfahre, um halbwegs
pünktlich in der Arbeit zu sein. Mein Chef war schon ziemlich
ungehalten, dass ich täglich angerufen habe, und mich entschuldigen
musste, dass ich schon wieder später komme." Besonders verärgert
zeigte sich diese Betroffene, weil sie gerade ihre neue Monatskarte
gekauft hat: "Statt 74 Euro jetzt 78,50 Euro und die Leistung wird
immer schlechter."

Krankenschwester: Habe keine Gleitzeit und komme jeden Tag zu
spät
"Seit dieser Woche ist es noch ärger als sonst, kein Tag ohne lange
Verspätung. Bei 5 Minuten sage ich ja nichts, aber gestern 23 Minuten
und heute dürften es nicht weniger sein. Als Krankenschwester muss
ich pünktlich um 7 Uhr bei der Übergabebesprechung dabei sein. Lange
schauen meine KollegInnen nicht mehr zu, die meine Arbeit mitmachen
müssen."

Arbeiterin in Werkstätte kommt täglich eine Stunde später
zurück zur Familie
Eine Arbeiterin hat zwar Gleitzeit, doch "alles, was ich in der Früh
verliere, muss ich am Nachmittag anhängen. Wie komme ich dazu, jeden
Tag bis zu einer Stunde später zu meiner Familie nach Hause zu
kommen. Ab 17 Uhr gibt es nur noch Stundentakt bis Bernhardsthal,
weil Verbindungen gestrichen wurden."

An der Zugbegleiterin lassen alle ihren Zorn aus
Zum Handkuss kommt die freundliche Zugbegleiterin, die sich täglich
bei der Fahrkartenkontrolle den Zorn der Fahrgäste anhören muss. Der
AKNÖ-Präsident unterstützt auch sie: "Die Zugbegleiter haben selbst
keine Informationen, die sie weitergeben können. Ein Zustand, den ich
im Handy- und Informationszeitalter überhaupt nicht verstehen kann.
Hier liegt offenbar einiges im Argen. Einen Container kann ich bis
Hongkong verfolgen, aber ob die S-Bahn bis zum Praterstern 20 Minuten
Verspätung hat, darüber gibt es keine Informationen an die
Fahrgäste?"

11-jähriger Schüler fährt schon um 6.14 Uhr in die Schule, "ich
will ja was lernen"

Der AKNÖ-Präsident kam auch mit einem 11-jährigen Buben ins Gespräch,
der bereits um 6.14 Uhr gemeinsam mit seiner Mutter ins Gymnasium
nach Wien fahren muss. "Ich will ja nicht jeden Tag zu spät kommen.
Ich müsste sonst alles, was ich versäume, nachlernen." Auch die
Mutter legt großen Wert auf Pünktlichkeit: "Er muss pünktlich sein,
das ist mir wichtig. Jetzt fahren wir halt jeden Tag eine halbe
Stunde früher. Für die Kinder ist das sehr hart."
Pendler bitten Haneder, für sie etwas zu tun: "Was hier aufgeführt
wird, ist eine Katastrophe"

Viele PendlerInnen nützen die Gelegenheit, dass sich endlich ein
wichtiger Politiker um sie kümmert und sagen es ganz direkt: "Was
hier mit uns aufgeführt wird, ist eine Katastrophe. Einmal ist es der
Blitzschlag, einmal bleiben die alten Garnituren liegen, einmal reißt
die Oberleitung. Sind wir hier entlang der Nordbahn in der 3. Welt?"

AKNÖ-Präsident kritisiert Preiserhöhung bei weniger Leistung

Präsident Hermann Haneder übte im Anschluss an den Lokalaugenschein
scharfe Kritik an der heute in Kraft getretenen Preiserhöhung: "Bei
weniger Leistung mehr Geld zu verlangen, dafür haben die Pendler
ebenso wenig Verständnis wie ich. Es ist mir auch klar, dass die
Verschlechterungen mit den Einsparungen beim Fahrplan zusammenhängen,
alles, was seither dazugekommen ist, brachte das Fass jetzt zum
Überlaufen." Haneder bezeichnete am Ende seiner Fahrt in Floridsdorf
die getroffenen Einsparungen von 7 Zugpaaren als eine der Quellen des
Übels.

Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1200
mailto:presse@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

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