- 29.06.2009, 09:36:47
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Medikamente müssen bei Krankheit sofort beim Patienten sein
Präsident Dr. Reisner: "Ärztliche Hausapotheken haben auf dem Land eine größere Bedeutung für die Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten als öffentliche Apotheken."
Wien (OTS) - Wenn Patienten krank sind, brauchen sie einen Arzt
oder eine Ärztin, um rasch mit der Therapie beginnen zu können. "In
der Regel bieten öffentliche Apotheken außerhalb der normalen
Geschäftszeiten nur einen Journaldienst an, so dass sie nur im
Dienstrad mit anderen Apotheken geöffnet haben", so Dr. Christoph
Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. Dies bringt dann Probleme,
wenn Medikamente dringend abseits dieser Geschäftszeit benötigt
werden. "Unsere Ärztinnen und Ärzte kommen bei Bedarf auch nachts
oder am Wochenende in dringenden Fällen direkt ans Krankenbett. Es
ist schon schlimm, wenn Ärztinnen und Ärzte ohne Hausapotheke in
solchen Fällen statt des benötigten Medikamentes nur ein Rezept
abgeben dürfen. Aber noch schlimmer ist es, wenn keine dienstbereite
Apotheke in vernünftiger Nähe des Patienten ist."
Optimale Servicefunktion kann von kleinen öffentlichen Apotheken
nicht geboten werden
Doch nicht nur die Öffnungszeit bereitet vielen Patientinnen und
Patienten Probleme: "Wir sehen immer wieder, dass gerade
Kleinapotheken am Land in Bezug auf die lagernden Medikamente bei
weitem nicht so gut ausgestattet sind wie ärztliche Hausapotheken",
so Dr. Gerhard Imb, Referent für Hausapotheken der NÖ Ärztekammer,
der selbst alleine knapp 100 verschiedene Medikamente zur Behandlung
von Bluthochdruck ständig lagernd hat, was dem Standard in ärztlichen
Hausapotheken entspricht. "Die Folge sind Mehrfachfahrten der
Patientinnen und Patienten in die öffentliche Apotheke, aber nicht
nur das. Oft genug wird mit einer Therapie in Folge zu spät begonnen,
was die Heilung deutlich hinauszögert."
Für Dr. Imb ist klar, dass die Servicefunktion von ärztlichen
Hausapotheken bei weitem nicht von kleinen öffentlichen Apotheken am
Land geboten werden kann, die Bevölkerung aber genau dieses Service
braucht und sich auch wünscht. "Zahlreiche Umfragen bestätigen diesen
Ansatz. Die Bevölkerung sogar in der Großstadt Wien wünscht sich zu
einem hohen Anteil die Möglichkeit, Medikamente direkt bei ihrer
Ärztin oder bei ihrem Arzt erhalten zu können. Und auch deutlich mehr
als 90 Prozent der Ärzteschaft spricht sich ebenfalls für ein
Abgaberecht von Medikamenten in den Ordinationen aus."
In der Schweiz bestimmt das Volk
Anders als bei uns befragt man in der Schweiz bei wichtigen Themen
die Bevölkerung und berücksichtigt sogar deren Bedürfnisse. "Dort
wird das bereits bestehende Hausapothekensystem sogar ausgebaut. Dies
ist das Resultat eines Volksbegehrens", so Ärztekammerpräsident Dr.
Reisner. Die Befürworter des Systems in der Schweiz haben einige
stichhaltige Argumente, die auch für Österreich zutreffend sind.
"Bekommt der Patient seine Medikamente direkt vom Arzt, werden diese
eher eingenommen, was die Wirksamkeit einer Behandlung stark
verbessert. Das von den Apothekern gerne angeführte Argument des
"Vieraugen-Prinzips" ist nicht stichhaltig. Der Apotheker bzw. dessen
Hilfskraft muss in der Schweiz genauso wie in Österreich exakt das
ausgeben, was von der Ärztin oder dem Arzt verordnet wurde, und zwar
ohne Spielraum.
Es besteht in der Schweiz daher kein wirklich relevanter Anlass,
den Patienten die Entscheidung vorzuenthalten, wo er seine
Medikamente beziehen will. Dies sieht auch Präsident Dr. Reisner so:
"Das duale System mit ärztlichen Hausapotheken und öffentlichen
Apotheken ist auch in Österreich aus allen Blickwinkeln die
bestmögliche Form der Versorgung der Bevölkerung mit
rezeptpflichtigen Medikamenten. Medikamente müssen nahe am Patienten
sein und zeitgerecht verabreicht werden können."
Rückfragehinweis:
Ärztekammer Niederösterreich - Pressestelle, Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected] , www.arztnoe.at
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