- 29.06.2009, 09:07:29
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Gab es eine Bregenzerwälder "Bauernrepublik"?
Buchpräsentation im Landesarchiv am 1. Juli 2009
Bregenz (VLK) - "Der Hintere Bregenzerwald - eine Bauernrepublik?"
Der Historiker Mathias Moosbrugger ist dieser Frage nachgegangen und
kam zu Ergebnissen, die das traditionelle Geschichtsbild in Frage
stellen. Das Vorarlberger Landesarchiv lädt alle Interessierten am
Mittwoch, 1. Juli 2009, 17.00 Uhr, zur Buchpräsentation nach Bregenz
(Kirchstraße 28) ein. Der Eintritt ist frei.
Die Vorstellung einer weithin unabhängigen Bregenzerwälder
"Bauernrepublik" hat das Geschichtsbild und die Identität der Wälder
wesentlich beeinflusst. Sinnbild dafür ist die "Bezeggsul", die 1871
auf der Bezegg zwischen Andelsbuch und Bezau mit einem großen
Volksfest eingeweiht wurde. Sie soll an freie Ratsversammlungen auf
einem Pfahlbau erinnern, wobei den Ratsherren bis zu ihrem Ratschluss
die Leiter weggenommen worden sein soll. - Hält dieses Geschichtsbild
einer quellenkritischen Untersuchung stand? Was lässt sich belegen,
was ist Legende? Das beantwortet der junge Historiker Mathias
Moosbrugger aus Au in seiner Dissertation.
"Bauernrepublik" von landesfürstlichen Gnaden
Ende des 14. Jahrhunderts lassen die Quellen im Hinteren
Bregenzerwald die Existenz einer Gerichtsgemeinde erkennen, die in
wichtigen Bereichen der politischen Repräsentation und Verwaltung
eine bemerkenswerte Rolle spielte. Die ältere Forschung
klassifizierte sie als eine auf autonomen
republikanisch-demokratischen Traditionen beruhende "Bauernrepublik".
Mathias Moosbrugger zeigt nun, dass die Entstehung dieses ländlichen
Gemeinwesens und die Ausgestaltung seiner kommunalen Struktur vor
allem im Interesse der Herrschaft lagen.
Mathias Moosbrugger, Der Hintere Bregenzerwald - eine Bauernrepublik?
Neue Untersuchungen zu seiner Verfassungs- und Strukturgeschichte im
Spätmittelalter (Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs N.F. 9).
Konstanz 2009; 390 Seiten, 39,00 Euro. Weitere Informationen:
www.landesarchiv.at.
Rückfragehinweis:
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