- 25.06.2009, 12:51:23
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Landeshauptmann Pühringer als König Midas der Neuzeit
- eine Satire zur Oö. Finanzpolitik nach Erzählungen über den antiken König Midas von Landesrat Dr. Hermann Kepplinger
Linz (OTS) - Der neue Midas
Auf dem Weg aus den Alpen, heraus durch die malerischen Ebenen
Oberösterreichs erreicht man, an einem grünen Fluss gelegen, die
charmante Stadt Traun, von wo aus der neue Midas aufbrach das Land ob
der Enns zu regieren. Eines Tages traf der neue Midas auf den Gott
Dionysos, der ihm noch einen Wunsch schuldete. Und der neue Midas
sprach, von seiner chronischen Budgetnot getrieben: "Dionysos, ich
bitte dich, lass alles 50 Euro wert sein was ich berühre!" Und so
geschah es.
Am folgenden Tag spazierte der neue Midas durch die Sammlungen
seines Landes und erkannte, dass alle Gegenstände die dort lagerten
plötzlich 50 Euro wert waren. Das brachte den neuen Midas auf eine
Idee und er verkündete vor versammelter Schreiberschar: "Sehet, wir
haben mehr als 18 Millionen Gegenstände in unserer Sammlung, und die
sind alle 50 Euro wert, also haben wir 900 Millionen Euro Vermögen
aus diesem Titel!". Ein leises Raunen ging durch die Menge und keiner
wollte es so recht glauben...
Zum aktuellen Hintergrund:
Gestern (24. Juni 2009) präsentierte Landeshauptmann und
Finanzreferent Dr. Josef Pühringer eine Vermögensbilanz des Landes,
in welcher er eine 40 %ige Eigenkapitalquote - rund 2,276 Milliarden
Euro - herbeizureden versuchte. Ein beträchtlicher Teil dieser Quote,
nämlich mehr als 900 Millionen Euro, stammen dabei aus über 18
Millionen Gegenständen der natur- und kulturwissenschaftlichen
Sammlungen des Landes, der Landesgalerie und der Bibliotheksammlung.
Für Landesrat Dr. Kepplinger ist diese Aufstellung an den Haaren
herbeigezogen, da für die Vielzahl von höchst unterschiedlichen
Exponaten ein einheitlicher Wertansatz unplausibel und völlig
willkürlich ist: "Wenn Herr Landeshauptmann, wie der antike König
Midas, durch seine Sammlung schreitet und alles vergoldet, bzw. mit
einem Wert von 50 Euro beziffert, stellt sich die Frage was dort zu
finden ist. Nicht nur Beethovens Klavier sondern zum Beispiel auch
Trattenbacher Taschenfeiteln, Innviertler Raufwerkzeuge, Mollner
Maultrommeln, Haifischzähne, prähistorische Holzsplitter,
Trachtenstrümpfe aus der Volkskundeausstellung, Zeitungen und
Publikationen des Landes sowie Berge von Akten aus Landtags- und
Regierungssitzungen im Archiv. Große Teile der Sammlung haben nur
ideellen oder beschränkten materiellen Wert und sind außerdem fast
zur Gänze nicht realisierbar. Ein Bilanzieren solcher Posten ist
durch keine Budgetregeln gedeckt. Und die goldene Bilanzierungsregel
von König Midas findet sich nirgends."
Unzulässige politische Schlüsse
Für Landesrat Kepplinger sind aber die Schlüsse, die
Finanzreferent Pühringer aus seiner Vermögensaufstellung zieht, das
eigentliche Problem: "Aus einer Eigenkapitalquote von 40 %, wovon
mehr als ein Drittel durch die Midas'sche Bilanzregel zustande
gekommen ist, können keine politischen Schlussfolgerungen über die
Situation der Landesfinanzen gezogen werden. Vielmehr ist die Frage
zu stellen, warum auch in der Hochkonjunktur Rücklagen abgebaut
wurden und Vermögen - wie Wohnbaudarlehen und Energie AG-Anteile -
zum Schaden für das Land veräußert wurden? Meine Schlussfolgerung
ist, dass das Land vor tiefen budgetären Problemen steht und um davon
abzulenken versucht Pühringer, als der neue König Midas, der
Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen."
Für transparente Finanzen
Kepplinger schlussfolgernd: "Daher fordere ich umgehend
transparente Finanzen ein. Die Entwicklung einer Finanzstrategie
bedarf einer ehrlichen Analyse als Basis. Phantasievoll erstellte
Vermögens- und Finanzaufstellungen zählen jedenfalls nicht dazu!"
Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]
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