• 24.06.2009, 14:13:42
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LK Österreich: EU-Marktregeln nützen Bauern und Konsumenten

Hautzinger fordert zusätzlich nationale Krisenlager

Wien (OTS) - "Die Konsumenten verlangen Versorgungssicherheit und
erstklassige Qualität zu leistbaren Preisen. Das alles kann jedoch
nur dann garantiert werden, wenn nicht völlig ungezügelte Märkte ein
ständiges Auf und Ab der Preise zur Folge haben. Daher verlangen wir
auch für die Zeit nach 2013 verlässliche, EU-weite Marktregeln. Nur
so kann man ganz im Sinne der Konsumenten, aber auch der Verarbeiter
und der Bauern extreme Schwankungen des Angebots und der Preise
abfedern - seien sie nun durch Missernten oder durch
Rohstoffspekulationen verursacht", erklärte Gerhard Wlodkowski,
Präsident der LK Österreich, im Rahmen der Erntepressefahrt der
Landwirtschaftskammer und der RWA. "Diese Sicherheit wird aber nicht
zum Nulltarif möglich sein", warnte Wlodkowski vor radikalen
Kürzungen des EU-Agrarbudgets.

Beim Beitritt Österreichs zur Europäischen Union wurden noch rund
60% des EU-Budgets für die Landwirtschaft aufgewendet, im Jahr 2013
werden es nur noch 34% sein. Betrachtet man alle öffentlichen
Ausgaben aller Mitgliedstaaten zusammen, so erhält die Landwirtschaft
europaweit weniger als 1% der Steuergelder.

Meier: Bauern schaffen Versorgungssicherheit

"Die Österreichische Landwirtschaft steht für hochwertige
Lebensmittel, qualitative Futtermittel und zukunftsweisende Energie
vom Acker. Die Ernte ist die Basis für Versorgungssicherheit und ein
funktionierendes Wirtschaften entlang der Wertschöpfungskette",
betonte Theresia Meier, Vizepräsidentin der LK Niederösterreich.
Stabile und kostendeckende Preise für Produzenten,
Veredelungsbetriebe und in weiterer Folge für Verarbeiter und
Konsumenten sind notwendig, um die Versorgung mit gesunden
Lebensmitteln aus regionaler Produktion langfristig zu gewährleisten.
"Nach dem kurzfristigen Preishoch zur Ernte 2007 haben sich die
Erzeugerpreise trotz gestiegener Produktionskosten wieder auf einem
sehr tiefen Niveau eingependelt", so Meier. Das Auf und Ab der Preise
in den letzten beiden Jahren sei auch Ergebnis des Abbaus der
Marktordnungsmechanismen. Dieser habe für alle Beteiligten - für die
Bauern ebenso wie für Verarbeiter und Konsumenten - Risiko und Kosten
erhöht. Die bevorstehende Ernte werde aus heutiger Sicht knapp
durchschnittliche Erträge bringen. "Es bleibt zu hoffen, dass die
Preise ein kostendeckendes Niveau erreichen, denn nur damit ist eine
angemessene Entlohnung für die Arbeit der Bauern sicherzustellen",
unterstrich Meier.

Hautzinger: Nationale Krisenlager helfen Konsumenten und Produzenten

"Da die EU die Getreide-Intervention in den letzten Jahren
zurückgefahren hat, brauchen die Mitgliedstaaten eine neue
Einrichtung, um die immer heftiger ausschlagende Volatilität des
Marktes in den Griff zu bekommen. Wir verlangen daher, dass ein
eigenes nationales Krisenlager für Brot- und Futtergetreide
eingerichtet wird", so Franz Stefan Hautzinger, Präsident der LK
Burgenland, Verwaltungsratsvorsitzender der Agrarmarkt Austria und
Vorsitzender des Ausschusses für Ackerkulturen der LK Österreich.

"Die meisten Länder Europas sind als Mitgliedstaaten der NATO
sowieso dazu verpflichtet, neben einem Krisenlager für Erdöl und
Erdgas auch ein Getreidekrisenlager zu halten. Auch Österreich
braucht ein solches in der Größenordnung von mindestens 150.000 t.
Dies entspricht in etwa einer Drei-Monatsvermahlung. Durch dieses
Lager soll gewährleistet werden, dass bei extremen Preissituationen
einerseits die Interessen der Konsumenten gewahrt werden, denen sonst
bei geringer Getreideernte hohe Lebensmittelpreise drohen würden.
Andererseits sollen sich dadurch die Einkommen der Landwirte, die
ohne Marktmaßnahmen bei einer übergroßen Ernte mit einem massiven
Preisverfall zu kämpfen hätten, in einem wirtschaftlich vertretbaren
Rahmen bewegen", stellte Hautzinger fest.

Windisch: "Wir ackern für Wien"

"Für die heurige Ernte in Wien erwarten wir bei Brotgetreide gute
Qualitäten. Die Brotgetreide-Ernte wird jedoch mit rund 6.000 t
aufgrund von Witterungsschwankungen und Trockenheit etwas geringer
als im Vorjahr ausfallen", führte Franz Windisch, Präsident der LK
Wien, aus. "Brotgetreide ist die Hauptkultur auf Wiens insgesamt
5.000 ha Ackerflächen, auf denen über 30 verschiedene Feldfrüchte
angebaut werden. Drei Viertel dieser Fläche sind sogar den ganzen
Winter hindurch aktiv begrünt", so Windisch.

"Mit der aktuellen Kampagne der LK Wien unter dem Motto 'Wir
ackern für Wien' wollen wir auf die qualitativ hochwertigen Produkte
unserer Stadtlandwirtschaft hinweisen. Damit soll auf die von den
Bauern geschaffene grüne Lunge Wiens und auf den gepflegten
Naherholungsraum hingewiesen werden. Darüber hinaus geht es uns bei
dieser Initiative um die Stärkung lokaler Wertschöpfungskreisläufe
als mögliche Antwort auf die derzeitige Wirtschaftskrise", ergänzte
Windisch.

Lang: Klare Produktionsstrategien nötig

"Wie unberechenbar die weltweiten Getreidemärkte sind, haben uns
das hohe Preisniveau 2007/08 und der darauf folgende rapide Einbruch
deutlich vor Augen geführt. Landwirte und Vermarkter müssen lernen,
mit dieser Volatilität umzugehen. Vor diesem schwierigen Hintergrund
ist es wichtiger denn je, sich durch klare Produktionsstrategien
Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Die 'gerade
noch'-Qualitätsweizengarantie gibt es in unseren Nachbarländern auch
billiger", fand Johann Lang, Landwirt und Aufsichtsratsvorsitzender
der RWA Raiffeisen Ware Austria, kurz vor der Ernte klare Worte.

"Wir haben einen deutlichen Vorteil in der Qualitätsproduktion,
nämlich unser gutes Image. Wir müssen uns durch optimale Ware
einerseits und andererseits durch neue Vermarktungsschienen, wie
beispielsweise die Ethanolerzeugung, abheben. Die
RWA-Lagerhausorganisation bietet für beide Strategien, die
Qualitätsproduktion und die Mengenmaximierung, bewährte
Vermarktungskonzepte. Der Erfolgsfaktor beider Modelle liegt in der
konsequenten Einhaltung einer Strategie und in der entsprechenden
Bewirtschaftung vom Anbau bis zur Ernte", so Lang.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Landwirtschaftskammer Österreich 
   Austrian Chamber of Agriculture 
   Kommunikation 
   Schauflergasse 6, 1014 Wien 
   T +43/1/53441-8520, 8523 
   F +43/1/53441-8519 
   mailto:[email protected] 
   www.lk-oe.at

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