Pirklhuber begrüßt Vorstoß von 11 EU-Ländern für nationale Gentechnik-Verbote

Grüne: Neue EU-Kommission muss gentechnikfreie Regionen unterstützen - Ziel muss ein gentechnikfreies Europa bleiben

Wien (OTS) - "Ziel einer qualitätsorientierten EU-Lebensmittelpolitik muss die bedingungslose Abkehr von der Zulassung von Agro-Gentechnikpflanzen im Lebens- und Futtermittelbereich sein" fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen anlässlich des morgigen Umweltministerrates.
Dort soll ein gemeinsamer Vorstoß von 11 EU-Mitgliedsländern unter Federführung Österreichs stattfinden, der den Mitgliedstaaten ermöglichen soll, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Territorium trotz einer EU-Zulassung einzuschränken oder zu verbieten. "Dieser Schritt ist zu begrüßen, kann aber nur als erste gemeinsame ‚Notwehraktion’ vor der Zulassungsflut von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf EU-Ebene gewertet werden. Gemeinsames Ziel muss jedoch ein gentechnikfreies Europa sein, denn weder die Pollen noch die Bienen machen an den nationalen Grenzen halt", kommentiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber diese gemeinsame Initiative der gentechnikkritischen Länder.

Bedenklich sei aber, dass dieser Vorstoß ursprünglich gerade von den Niederlanden als prominentes Gentechnikbefürworter-Land gekommen sei - wohl mit dem Kalkül, dass auch jene Mitgliedsstaaten, die gegen den Anbau von GVOs sind, EU-Zulassungen zustimmen könnten, wenn sie diese bei sich zu Hause anschließend wieder verbieten können. "Sollte Minister Berlakovich einen derart zweischneidigen Kurs bei Gentechnik-Zulassungen fahren wollen, dann hätte er mit schärfsten Protestmaßnahmen der Antigentechnikbewegung in Österreich zu rechnen", warnt Pirklhuber.

"Die bisherige GVO-Zulassungspraxis der Kommission und der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA war ein Affront für die Konsumentinnen und Konsumenten und angesichts der ungeklärten Gesundheits- und Umweltrisiken unverantwortlich. Es wird Zeit, dass die neue EU-Kommission eine andere Politik einläutet. Von der Zusammensetzung der zukünftigen Kommission, insbesondere vom Umweltkommissar wird es abhängen, welche Chancen dieser Vorstoß hat", erklärt Pirklhuber.

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