• 24.06.2009, 12:04:24
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Kassenreform: Sparen bei Medikamenten heißt Sparen beim Patienten

Pharmig: Zugang zu modernen Medikamenten wird blockiert

Wien (OTS) - Hauptverband und Ärztekammer haben sich darauf
geeinigt, hauptsächlich bei Medikamenten zu sparen. Das trifft vor
allem die Patienten, die zukünftig, wenn möglich unzeitgemäße
Arzneimittel bekommen. Pharmig Generalsekretär Huber:" Generika sind
bewährte Medikamente, die auf einem 20 Jahre alten Forschungsstand
beruhen. Sie eignen sich gut, bereits erforschte Krankheiten zu
behandeln. Medizinischen Fortschritt ermöglicht man damit nicht. Für
Patienten wird es mit Sicherheit schwieriger, die beste medikamentöse
Behandlung zu kriegen, wenn die Ärzte nach dem Motto 'Hauptsache
Billig’ verschreiben müssen."

Kleine Packungen erhöhen Rezeptgebühr

Mit kleineren Arzneimittelpackungen soll ebenfalls kräftig eingespart
werden. Laut Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling werden zehn
Prozent der Arzneimittel in den Müll geworfen, weil die Verpackungen
zu groß sind. Herr Schelling hat bei dieser Rechnung aber nicht an
chronisch kranke Menschen gedacht, die für die Linderung ihres
Leidens regelmäßig Medikamente benötigen. "Ein chronisch kranker
Patient wird durch kleinere Medikamentenpackungen benachteiligt. Er
muss öfter zum Arzt gehen, um ein neues Rezept für seine Medikamente
zu bekommen und zahlt damit natürlich auch mehr Rezeptgebühr",
erklärt Huber.

Medikamentenkosten explodieren nicht

Es entbehrt jeder Grundlage bei den Medikamentenausgaben den größten
Hebel für Einsparungen zu sehen. Die 3,2 Mrd. Euro, die brutto
(inklusive Mehrwertsteuer und Rezeptgebühr) 2008 für Arzneien
ausgegeben werden, machen netto gerade einmal 15 Prozent der
Gesamtausgaben der Krankenversicherung aus. Die Ärzte müssen bereits
jetzt durch die Richtlinie der ökonomischen Verschreibweise , wenn
möglich, das ökonomisch günstigste Medikament verordnen. Huber gibt
zu Bedenken; "Warum sollen die Ärzte ihr Verschreibungsverhalten
jetzt ändern? Die Richtlinie der ökonomischen Verschreibweise sieht
vor, dass schon heute das ökonomisch günstigste Präparat verordnet
wird. Wenn die Ärzte bis jetzt nicht die billigsten Medikamente
verschrieben haben, haben sie das wohl gemacht, weil sie sich vom
teureren Medikament mehr Patientennutzen versprochen haben. Außerdem
ist es wichtig festzuhalten, dass rund 50 Prozent aller in Österreich
verschriebenen Arzneimittelpackungen Generika oder gleichpreisige
Originalprodukte sind. Wo ist hier das große Sparpotenzial"?

Medikamente haben unmittelbaren Nutzen

Es wird Zeit, dass sich die Diskussion über die Steigerung von
Medikamentenkosten endlich verändert. Es führt zu nichts,
Arzneimittel als Kostenverursacher abzustempeln und deren Nutzen
unbeachtet zu lassen. Huber:" Wir werden immer älter und wir können
heute mit modernen Medikamenten Krankheiten behandeln, die früher den
Tod bedeutet haben. Das verursacht Kosten. Die Krankenversicherung
als 'Anwalt der Versicherten’ sollte bereit sein, diesen Forschritt
finanzieren zu können."

Rückfragehinweis:
Pharmig Kommunikation
Garnisongasse 4/1/6, 1090 Wien
Email: [email protected]
Tel: 01/40 60 290

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