- 24.06.2009, 10:13:45
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"Die Gemeinde": "Hate Speech" und "eine neue braune Frechheit"
Juni-Ausgabe des IKG-Magazins mit Dossier "Bedenkliche Zeiten auch in Österreich"
Wien (OTS) - "Bedenkliche Zeiten auch in Österreich -
Stimmungsbilder": unter diesem Titel bringt "Die Gemeinde", das
offizielle Organ der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in ihrer
Ende dieser Woche erscheinenden Juni-Ausgabe ein Dossier zum Thema
aktuelle antisemitische sowie fremdenfeindliche Töne und Umgang mit
der NS-Vergangenheit.
Im Interview mit Martha S. Halpert beschreibt der Politologe Anton
Pelinka dabei das aktuelle zivilgesellschaftliche Klima
folgendermaßen: "Es gibt keine neuen braunen Töne, aber es gibt eine
neue braune Frechheit, mit der altbekannte Töne vorgebracht werden."
("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 20)
Alexia Weiss zeichnet unter dem Titel "Mit Anti-Islamismus und
Antisemitismus Stimmen verdoppelt" den EU-Wahlkampf der
Freiheitlichen nach und beschreibt, wie eine Stimmung geschaffen
wurde, in deren Gefolge Rechtsradikale wieder in aller Öffentlichkeit
den Hitlergruß zeigen, Hakenkreuze an Wände geschmiert werden und im
Internet offener Antisemitismus zur Schau gestellt wird. ("Die
Gemeinde", Juni 2009, S. 12-19)
Anita Pollak hat die heute in Großbritannien lebende österreichische
Sprachwissenschafterin Ruth Wodak zum EU-Wahlkampf der FPÖ befragt.
Wodaks Analyse: "Ich beobachte eine emotionalisierte politische
Kampf-Rhetorik, ein Hate Speech und eine Aufhetzung von Seiten der
FPÖ, die sich nicht nur gegen Nicht-Österreicher richtet. Der Slogan
"Abendland in Christenhand" und die Vermischung mit Israel zielt auf
eine Spaltung innerhalb der Bevölkerung von weißen christlichen
Österreichern und allen anderen. Das ist eine unglaublich
polarisierende Rhetorik mit impliziten und expliziten Unterstellungen
und extrem xenophoben Tönen." ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 21-22)
In Online-Foren heimischer Medien wird unverhohlen antisemitisch
gepostet. Wie verschieden die Redaktionen von derstandard.at, orf.at
oder diepresse.com mit solchen Einträgen umgehen, hat Alexia Weiss
recherchiert. ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 30-32)
"Und Österreich hinkt wieder einmal hinterher": Seit Mitte der
achtziger Jahre führen Zivildiener über das Areal der KZ-Gedenkstätte
Mauthausen. Geboten wird eine Standardführung, der Schwerpunkt liegt
beim Vermitteln historischer Fakten. Das entspricht längst nicht mehr
internationalem Standard. Auch die 1970 konzipierte und bis heute
kaum modifizierte Ausstellung sieht alt aus. Im zuständigen
Innenministerium wurde nun ein umfassender Reformprozess eingeleitet.
Manchem kommt dieser allerdings viel zu langsam in Schwung. Ein
weiterer Puzzlestein in Österreichs zögerlicher
Aufarbeitungsgeschichte der NS-Zeit? Ein Bericht von Alexia Weiss.
("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 23-30)
Daniela Wipp, Schülerin des GRG 23 Alt Erlaa, berichtet über ihre
Erfahrungen als Teilnehmerin des "March of Remembrance and Hope" in
Auschwitz. Ein Bericht, der unter die Haut geht: "Als wir dann noch
den Schaukasten mit Schuhen und Beinprothesen sahen, wurde uns ganz
übel …" ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 34-35)
Bei Interesse senden wir Ihnen gerne die aktuelle Ausgabe zu oder
mailen Ihnen ein PDF.
Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde
"Die Gemeinde"
Sonia Feiger, Chefredaktion
s.feiger@ikg-wien.at
Tel.: (01) 53 104-270
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