"Die Gemeinde": "Hate Speech" und "eine neue braune Frechheit"

Juni-Ausgabe des IKG-Magazins mit Dossier "Bedenkliche Zeiten auch in Österreich"

Wien (OTS) - "Bedenkliche Zeiten auch in Österreich -Stimmungsbilder": unter diesem Titel bringt "Die Gemeinde", das offizielle Organ der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in ihrer Ende dieser Woche erscheinenden Juni-Ausgabe ein Dossier zum Thema aktuelle antisemitische sowie fremdenfeindliche Töne und Umgang mit der NS-Vergangenheit.

Im Interview mit Martha S. Halpert beschreibt der Politologe Anton Pelinka dabei das aktuelle zivilgesellschaftliche Klima folgendermaßen: "Es gibt keine neuen braunen Töne, aber es gibt eine neue braune Frechheit, mit der altbekannte Töne vorgebracht werden." ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 20)

Alexia Weiss zeichnet unter dem Titel "Mit Anti-Islamismus und Antisemitismus Stimmen verdoppelt" den EU-Wahlkampf der Freiheitlichen nach und beschreibt, wie eine Stimmung geschaffen wurde, in deren Gefolge Rechtsradikale wieder in aller Öffentlichkeit den Hitlergruß zeigen, Hakenkreuze an Wände geschmiert werden und im Internet offener Antisemitismus zur Schau gestellt wird. ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 12-19)

Anita Pollak hat die heute in Großbritannien lebende österreichische Sprachwissenschafterin Ruth Wodak zum EU-Wahlkampf der FPÖ befragt. Wodaks Analyse: "Ich beobachte eine emotionalisierte politische Kampf-Rhetorik, ein Hate Speech und eine Aufhetzung von Seiten der FPÖ, die sich nicht nur gegen Nicht-Österreicher richtet. Der Slogan "Abendland in Christenhand" und die Vermischung mit Israel zielt auf eine Spaltung innerhalb der Bevölkerung von weißen christlichen Österreichern und allen anderen. Das ist eine unglaublich polarisierende Rhetorik mit impliziten und expliziten Unterstellungen und extrem xenophoben Tönen." ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 21-22)

In Online-Foren heimischer Medien wird unverhohlen antisemitisch gepostet. Wie verschieden die Redaktionen von derstandard.at, orf.at oder diepresse.com mit solchen Einträgen umgehen, hat Alexia Weiss recherchiert. ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 30-32)

"Und Österreich hinkt wieder einmal hinterher": Seit Mitte der achtziger Jahre führen Zivildiener über das Areal der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Geboten wird eine Standardführung, der Schwerpunkt liegt beim Vermitteln historischer Fakten. Das entspricht längst nicht mehr internationalem Standard. Auch die 1970 konzipierte und bis heute kaum modifizierte Ausstellung sieht alt aus. Im zuständigen Innenministerium wurde nun ein umfassender Reformprozess eingeleitet. Manchem kommt dieser allerdings viel zu langsam in Schwung. Ein weiterer Puzzlestein in Österreichs zögerlicher Aufarbeitungsgeschichte der NS-Zeit? Ein Bericht von Alexia Weiss. ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 23-30)

Daniela Wipp, Schülerin des GRG 23 Alt Erlaa, berichtet über ihre Erfahrungen als Teilnehmerin des "March of Remembrance and Hope" in Auschwitz. Ein Bericht, der unter die Haut geht: "Als wir dann noch den Schaukasten mit Schuhen und Beinprothesen sahen, wurde uns ganz übel …" ("Die Gemeinde", Juni 2009, S. 34-35)

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