• 22.06.2009, 11:38:22
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Bures: Acht Millionen Euro werden in Verkehrstelematik-Projekte investiert

Gemeinsame Aktion aller relevanten Akteure - Effiziente Verkehrssysteme stärken heimische Wirtschaft

Wien (BMVIT) - Anfang April hat Verkehrsministerin Doris Bures den
Startschuss für die Erstellung eines nationalen Aktionsplans zur
Verkehrstelematik gegeben. Nun hat die Ministerin alle relevanten
Akteure an einen Tisch geholt und erstmals ein eigenes Budget für die
Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme fixiert, und zwar in der
Höhe von acht Millionen Euro. Mit Betreibern wie ASFINAG und ÖBB,
Ländern und Vertretern der Industrie wurde letzte Woche vereinbart,
bis zum Herbst eine Prioritätenliste für die Verwendung der Mittel
gemeinsam festzulegen. "Unser Ziel ist es, rasch neue innovative
Technologien einzusetzen, damit die Verkehrsteilnehmer sicherer,
schneller und umweltfreundlicher von A nach B kommen", so die
Verkehrsministerin am Montag in ihrer Eröffnungsrede im Rahmen der
"ITS Austria Konferenz 2009". Wie notwendig diese Maßnahmen sind,
unterstreichen auch neueste Zahlen, wonach Verkehrsstaus in Europa
bis zu 120 Mrd. Euro im Jahr kosten. *****

Zentrale Themen des nationalen Aktionsplans sollen der Aufbau von
geographischen Grundlagen und die gemeinsame Erfassung von
Verkehrsdaten und deren Qualitätssicherung und Standardisierung
sein. Weitere wichtige Aspekte sind darauf aufbauend Schwerpunkte in
der intelligenten Verkehrssteuerung, des Verkehrsmanagements und der
nutzergerechten Verkehrsinformation. Dies aber nicht als Sammlung
möglicher Maßnahmen, sondern durch die Festlegung konkreter Projekte,
für die es auch eine finanzielle Unterstützung seitens des Bundes -
über den Klima- und Energiefonds - geben wird. Für die Umsetzung des
Aktionsplans stehen so für 2009 acht Millionen Euro zu Verfügung.

In Ergänzung zum Aktionsplan werden noch weitere begleitende
Maßnahmen gesetzt, so Bures. So sollen neue Entwicklungen im Umfeld
"Intelligente und multimodale Mobilität" ganz gezielt gefördert
werden. Das BMVIT startet diese Woche z.B. neue Ausschreibungen im
Forschungsprogramm "Intelligente Verkehrssysteme und Services" im
Umfang von 10 Mio. Euro. Und das BMVIT wird in der AustriaTech
(Gesellschaft des BMVIT) eine Beratungsplattform einrichten. Diese
Plattform soll die Infrastrukturbetreiber dabei unterstützen, neue
technologische Lösungen rasch in das Verkehrssystem zu integrieren
(z.B. für Kommunen, die ein neues Ampelsystem einrichten, den
öffentlichen Verkehr ausbauen etc.).

Voll ausgeschöpft könne das Potenzial intelligenter Verkehrssystem
nur werden, wenn sie flächendeckend in ganz Europa eingeführt werden,
so das Plädoyer der Ministerin für ein europäisches Miteinander. Die
Dringlichkeit von europaweiten Lösungen zeigen für Bures auch die
Kosten in der der Höhe von 120 Mrd. Euro jährlich, die laut
EU-Kommission von Verkehrsstaus verursacht werden - das entspricht
einem Prozent der EU-Wirtschaftsleistung.

Bures begrüßt daher, dass die Europäische Kommission einen EU-weiten
Aktionsplan zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme erarbeitet
hat. Dadurch könnten in Zukunft gesamteuropäische Anwendungen von
Echtzeit-Verkehrsdaten beispielsweise für länderübergreifende
Reiseplanungen angeboten werden. Wichtig ist der Ministerin
insbesondere der Aspekt, dass - im Vergleich mit früheren
Bestrebungen - die vorgeschlagenen Maßnahmen zunehmend in Richtung
Gesamtverkehrssystem und multimodaler Lösungen gehen.

Ein ganz wesentliches Mittel zu Stauvermeidung und Staubekämpfung ist
die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Hierzu hat die Verkehrsministerin vor kurzem mit der Unterschrift
unter eine Absichtserklärung zur Ausrüstung mit dem europäischen
Zugsicherungssystem von Stockholm bis Neapel einen sehr wichtigen
Beitrag geleistet. Denn Österreich kann damit 12 Millionen Euro an
TEN-T Fördermitteln für die Streckenausrüstung des österreichischen
Teils von Kufstein bis zum Brenner aus Brüssel abholen und
"zielgerichtet investieren", so die Ministerin.

Als Vision für das Verkehrsystem der Zukunft skizzierte die
Ministerin, dass jeder einzelne Nutzer durch optimale Information
eine "intelligente" Mobilitätsentscheidung treffen kann - unterstützt
durch intelligente Infrastruktur und intelligente Fahrzeuge. Diese
Vision bedeute auch, dass Infrastruktur in Zukunft "bereits
Intelligenz enthalten muss". Das heißt, bei Planung und Bau müssten
die telematischen Grundausstattungen bereits mitberücksichtigt werden
- "das ist wesentlich kostengünstiger als ein nachträglicher Einbau",
hielt Bures fest. Hier sei die ASFINAG bereits ein Vorzeigebeispiel
in Europa und habe frühzeitig und umfassend auf moderne Informations-
und Kommunikationstechnologien gesetzt.

Die "ITS Austria Konferenz" findet nach 2007 zum zweiten Mal statt.
Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet "Auswirkungen
europäischer Direktiven auf Österreichs Verkehrspolitik". Aus Sicht
von Verkehrsministerin Bures entwachsen aus den Vorgaben der EU
"Chancen für Österreich", der klare Auftrag heiße "aktive
Mitgestaltung". Und, so die Ministerin: "Es braucht eine nationale
Antwort auf europäische Vorgaben - nur so gelingt es, unsere
Positionen auch im Sinne der heimischen Wirtschaft umzusetzen und
letztlich Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze in Österreich zu
schaffen." (Schluss)

Rückfragehinweis:
Susanna Enk, Pressesprecherin
Telefon: +43 (0) 1 711 6265-8121
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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