Berlakovich: Mit Energiepartnerschaften gemeinsam Klimaschutzziele erreichen

Startschuss für Intensivierung der Energiepartnerschaft zwischen Österreich und der Slowakei bei den Österreichischen Energietagen in Bratislava

Wien (OTS) - Bei den Österreichischen Energietagen in Bratislava gab Umweltminister Niki Berlakovich den Startschuss zur Intensivierung der Energiepartnerschaft mit der Slowakei. "Angesichts der Herausforderungen Klimawandel, Energieversorgung und Wirtschaftskrise müssen die Länder enger zusammenrücken und partnerschaftliche Lösungen finden. Dabei gilt es Synergien auf politischer und wissenschaftlicher Ebene sowie mögliche Wirtschaftskooperationen noch stärker zu nutzen", appellierte Umweltminister Niki Berlakovich heute, Mittwoch, bei den Österreichischen Energietagen an die Slowakei, verstärkt zusammen zu arbeiten und gemeinsame Projekte umzusetzen.

Die österreichischen Energietage in Bratislava haben zum Ziel, österreichische Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Umwelttechnologie und erneuerbare Energieträger vor Ort zu präsentieren sowie eine Plattform für einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch im Hinblick auf gemeinsame Klimaschutz- bzw. Energieprojekte mit der Slowakei zu bieten. Die Energietage sind Teil der seit zehn Jahren bestehenden Energiepartnerschaft zwischen den beiden Ländern, die ihren Schwerpunkt auf Projektbetreuung bis hin zu Finanzierungsfragen, Marktkontakten, Networking sowie Know-how- und Technologietransfer hat und werden im Auftrag des Lebensministeriums von der Österreichischen Energieagentur betreut.

Aktuelle Herausforderungen partnerschaftlich lösen

"Österreich und die Slowakei stehen beim Klimaschutz und bei der Versorgungssicherheit vor ähnlichen Herausforderungen. Die Intensivierung unserer Energiepartnerschaft ist eine exzellente Möglichkeit, diese Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen", verwies Umweltminis-ter Berlakovich auf die EU-Klimaziele, die Teuerung und Verknappung bei fossiler Energie und mögliche Versorgungskrisen. "Wir müssen gemeinsam umweltfreundliche Energie-Alternativen nutzen. Wind, Biomasse, Sonne und Wasser sind erneuerbare Ressourcen mit denen wir un-sere Abhängigkeit von unsicheren Energielieferanten künftig deutlich verringern und die Selbstversorgung steigern können", so der Minister. Die Slowakei verfügt über ein großes Po-tenzial ungenutzter erneuerbarer Energie und hat Interesse, das zu nutzen. Derzeit wird nur ein Viertel des Erneuerbaren-Potenzials genutzt, weil Know-how und moderne Technologien fehlen. Die Slowakei versorgt sich hauptsächlich mit fossilen Energieimporten (29 Prozent) und mit Kernenergie (55 Prozent). Erst zu Jahresbeginn hat sich Umweltminister Berlakovich vehement und erfolgreich gegen die aufgrund der Gaskrise zwischen Russland und der Ukrai-ne geplante Wiederinbetriebnahme eines veralteten Reaktors des AKW Bohunice eingesetzt.

Österreichische Unterstützung für gemeinsame Projekte

Mit Unterstützung des Lebensministeriums entstand in der Slowakei bereits ein Biomassezent-rum als Know-how-Drehscheibe, mit der selbständige Projekte zur Bioenergienutzung realisiert werden sollen. Die Slowakei ist mit 41 Prozent ähnlich bewaldet wie Österreich (47 Prozent), allerdings werden nur zwei Prozent des Gesamtenergieverbrauchs mit Biomassepotenzial gedeckt. Österreich liegt bei der Biomasse-Energie derzeit bei zwölf Prozent und zählt beim Einsatz und der technologischen Entwicklung zu den Vorreitern innerhalb der EU. In Presov wurde mit Hilfe österreichischer Experten und Investoren als erstes gemeinsam realisiertes Projekt ein Biomasse-Heizwerk errichtet, das die Stadt mit Bio-Wärme versorgt. "Wenn die Slowakei den Weg der erneuerbaren Energie gemeinsam mit uns intensivieren will, stehen wir als Partner bereit, um grenzüberschreitend nachhaltige Lösungen zur Energieversorgung umzusetzen", forderte Umweltminister Niki Berlakovich zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten im Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit auf.

Wirtschaftskrise und Klimaschutz erfordern neue, innovative Wege

Der Minister betonte bei den Energietagen die Chance einer langfristigen, konstruktiven Zu-sammenarbeit in gegenseitigem Vertrauen, bei der Synergien auf politischer und wissenschaft-licher Ebene optimal genutzt werden können und mögliche Wirtschaftskooperationen für beide Länder einen Gewinn bedeuten würden. Gerade die Wirtschaftskrise fordert dazu auf, neue Wege zu beschreiten und die ungebrochene Wachstumstendenz der Umwelttechnik-Branche als wichtige Weiche für die Zukunft zu sehen. "Mit den Maßnahmen zur Erreichung des 34-Prozent-Erneuerbaren-Ziels rechnen wir in Österreich bis 2020 mit bis zu 75.000 neuen Green Jobs. Diese Zahl zeigt die enorme Bedeutung dieser Entwicklung für Konjunkturbelebung und Arbeitsplätze", führte Berlakovich aus.

Um diese Entwicklung zu steuern, sind Investitionen in innovative Umwelttechnologien, in For-schung und Entwicklung, in Know-how-Transfer und bewusstseinsbildende Programme uner-lässlich. "Diese Investitionen werden sich mittel- bis langfristig rechnen und vor allem garantieren sie den Menschen und dem Land Versorgungssicherheit bei Energie und öffnen neue Marktchancen", unterstrich Umweltminister Niki Berlakovich. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.

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