"Guglhupf" - Ein Stück Radiogeschichte verabschiedet sich

Abschiedsgala im RadioKulturhaus, Hörbilder in Ö1, letzte Sendung am 28.6.

Wien (OTS) - Am 28. Juni 2009 wird der "Guglhupf" zum 1130. und allerletzten Mal in seine radiophone Form gegossen. Bereits am 25. Juni findet die längst ausverkaufte "Guglhupf"-Abschiedsgala im RadioKulturhaus statt. Und in den Ö1-"Hörbildern" am 27. Juni verrät das "Guglhupf"-Team, das die Sendung über viele Jahre geprägt hat, die Ingredienzien des Erfolgsrezeptes.

Eine halbe Stunde kabarettistischer Rückblick auf das politische und gesellschaftliche Treiben der Woche wird seit 1978 - erfunden von Gerhard Bronner und Peter Wehle - unter dem Titel "Guglhupf" ausgestrahlt. In den vergangenen zwanzig Jahren prägten Lore Krainer, Herbert Prikopa und Kurt Sobotka die satirische sonntägliche Süßspeise.

Es war am 15. Oktober 1978, als Gerhard Bronner, Peter Wehle, Kurt Sobotka, Lore Krainer und Peter Frick erstmals akustisch den "Guglhupf" servierten. Ein Titel, der nicht zufällig gewählt wurde:
Der Guglhupf ist ja nicht nur eine traditionsreiche Mehlspeise, sondern auch - zumindest in Wien - ein Synonym für das Irre. Mit der 1130. Folge der kabarettistischen Radio-Wochenschau am Sonntag, den 28. Juni (9.30 Uhr, Ö1) geht nun eine Ära zu Ende, die von einem perfekt eingespielten Darsteller-Team mit beachtlichem Durchhaltevermögen geprägt worden ist.

Am 25. Juni verabschiedet sich die legendäre Kabaretttruppe mit einer Gala im RadioKulturhaus von ihrem Publikum. Auf der Bühne des Großen Sendesaals mit dabei sind u. a. Lore Krainer, Kurt Sobotka, Herbert Prikopa und Andreas Steppan.

Zwei Tage später, am 27. Juni, widmen sich die "Hörbilder" (9.05 Uhr, Ö1) dem akustischen Erfolgsrezept des "Guglhupf". Für das Feature, das wie ein "Making of" angelegt ist, begaben sich die Gestalter Christina Höfferer und Andreas Kloner zum Lokalaugenschein nach Niederösterreich, wo der "Guglhupf" seit 1991 "gebacken" wird. Zu viert sitzen Lore Krainer und die Herren Prikopa, Futterknecht und Steppan gemütlich auf wenigen Quadratmetern im Studio zusammen, proben in aller Ruhe, während der Regisseur, der Tonmeister, der Cutter, der Produzent und ein weiterer unverzichtbarer "Guglhupf"-Schauspielgrande, alle fünf in Person von Kurt Sobotka, stets hektisch zwischen Studio und Aufnahmeraum wechselt. Technisch gesehen ist das "Guglhupf"-Team hartnäckiger als ein kleines Dorf in Gallien. Während Radio heute in der Regel digital produziert wird, wird der "Guglhupf" seit Jahr und Tag unbeirrbar analog auf Tonband gebannt.

"Als sich im Jahr 1978 der damalige Rundfunk-Intendant Wolf in der Maur an Gerhard Bronner wandte, eine neue satirische Sonntagssendung für Ö1 zu gebären, war ich bei der Gründungskonferenz, zusammen mit Peter Wehle", erinnert sich Lore Krainer. "Mittlerweile haben wir viele Intendanten verschlissen, 1130 Sendungen gestaltet und sind rekordverdächtig. Ab der ersten Sendung war auch Kurt Sobotka dabei, der, als uns der ORF 1990 wegen Umbauten ‚auslagerte‘, die Sendung in seinem kleinen Studio aufnahm und dann auch produzierte. Im Jahr 1988 übernahm ich die künstlerische Leitung zu treuen Händen vom Bronner. Ich schrieb in den 31 Jahren an die 3.000 Lieder, zusammen mit meinem Co-Autor Alfred Heinrich kilometerlange Textzeilen. Man schreibt und schreibt Kabarett, bis sich die Sache erledigt, weil Österreich endgültig ernstgenommen werden muss. Auch wenn diese Sendereihe nach 30 Jahren eingestellt wird, ich bleibe ‚freischaffende Künstlerin‘, wie es so schön heißt. Kabarett kann man nämlich nicht pensionieren. Österreich braucht es dringender denn je."

Mehr zum Programm von Ö1 ist im Internet unter http://oe1.orf.at abrufbar.(hb)

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