AK warnt: Vorsicht bei Firmenkreditkarten! Im Insolvenzfall werden Arbeitnehmer zur Kasse gebeten

Linz (OTS) - Auf Dienstreisen anfallende Rechnungen mit der Firmenkreditkarte zu bezahlen, ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Selbstverständlichkeit. Doch die praktische kleine Karte kann zur Falle werden: Ein Arbeitnehmer aus Oberösterreich soll 11.000 Euro für offene Rechnungen bezahlen, nachdem sein Arbeitgeber in Konkurs gegangen ist. Die Arbeiterkammer geht jetzt rechtlich gegen entsprechende Klauseln in Kreditkartenverträgen vor.

Viele Firmen beantragen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Firmenkreditkarten. Wer viel auf Dienstreisen unterwegs ist, kann damit Ausgaben tätigen, die üblicherweise vom Arbeitgeber bezahlt werden, etwa Bahnkarten oder Hotelrechnungen. Normalerweise wird das Firmenkonto mit diesen Aufwendungen belastet. Kann aber der Arbeitgeber beispielsweise im Insolvenzfall diese Kosten nicht abdecken, bittet die Bank den Arbeitnehmer als Kreditkarteninhaber zur Kasse.

Genau das passierte einem Oberösterreicher, der mit der Firmenkreditkarte nicht nur Reisespesen beglichen, sondern auch Material für die Firma eingekauft hatte. Als der Betrieb in Konkurs ging, war die Kreditkarte mit 11.000 Euro belastet. Jetzt will sich die Raiffeisen Zentralbank an dem Arbeitnehmer schadlos halten.

Und beruft sich dabei auf eine entsprechende Klausel im Kreditkartenvertrag.

Der Mann wandte sich an die Konsumenteninformation der Arbeiterkammer Oberösterreich. Für deren Experten/-innen ist die besagte Klausel gröblich benachteiligend und daher unwirksam: Ein Arbeitnehmer, der den Antrag auf Ausstellung einer solchen Kreditkarte unterschreibt, ist sich des Haftungsrisikos nicht bewusst. Die AK hat deswegen ein Abmahnverfahren gegen die RZB Bank angestrengt.

"Diese Klausel ist in meinen Augen sittenwidrig", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Hier wird das Risiko der Zahlungsunfähigkeit von der Firma auf den Arbeitnehmer übertragen, der grundsätzlich Anspruch auf Ersatz seiner dienstlichen Aufwendungen hat."

Die AK rät allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, bei Neuausstellung einer Firmenkreditkarte die entsprechende Klausel streichen zu lassen. Arbeitnehmer/-innen, die bereits eine Firmenkreditkarte haben, sollen vom Arbeitgeber die Neuausstellung der Karte ohne die entsprechende Klausel verlangen.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001