• 16.06.2009, 13:06:43
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Daniel I.: Ökumene und Einigung Europas gehen Hand in Hand

Rumänisch-orthodoxer Patriarch wurde bei Festakt in der Nationalbibliothek zum Ehrenprotektor der Stiftung "Pro Oriente" ernannt - Gedenken an Kardinal König bei Besuch im Stephansdom

Wien, 16.06.2009 (KAP) Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel I.
(Ciobotea) ist am Montagabend in Wien zum Ehrenprotektor der
Stiftung "Pro Oriente" ernannt worden. Der Fesakt aus Anlass seines
Besuches fand im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
statt. In seiner Festansprache bekräftigte der Bukarester Patriarch
das Bekenntnis seiner Kirche zur Ökumene, sowohl auf nationaler wie
auch europäischer Ebene. Die rumänisch-orthodoxe Kirche habe sich
von Anfang an auch zum pro-europäischen Kurs Rumäniens bekannt, und
als größter orthodoxer Kirche eines EU-Mitgliedsstaates komme ihr
eine besondere Bedeutung zu, so der Patriarch. Das vereinte Europa
müsse mehr sein als eine bloße politische und wirtschaftliche Union.
Es brauche vor allem auch geistliche und moralische Grundwerte.

In seiner Rede ging Daniel I. auch auf die Situation seiner Kirche
in Rumänien ein und unterstrich das Bemühen, die spirituelle und
soziale Dimension des Glaubens als Einheit zu vermitteln. So habe
die rumänisch-orthodoxe Kirche 345 Sozialeinrichtungen neu
aufgebaut, u.a. Sozialkantinen, Gesundheitszentren und andere
Einrichtungen für Kinder, Ältere und Bedürftige. In Zeiten der
Wirtschaftskrise wolle man dieses Engagement nun noch ausbauen,
kündigte der Patriarch an.

Er berichtete auch von einem aufblühenden religiösen Leben und einem
geglückten kirchlichen Wiederaufbau nach dem Ende des Kommunismus.
In öffentlichen Schulen wurde der Religionsunterricht wieder
eingeführt, fast 2.000 Kirchen wurden neu gebaut, zahlreiche Klöster
wurden eröffnet. In 637 Klöstern leben heute mehr als 8.000 Nonnen
und Mönche. In 13.527 Pfarrgemeinden arbeiten 14.513 Priester und
Diakone. Auch für die zahlreichen Gläubigen in der Diaspora bemühe
man sich erfolgreich um den Aufbau geeigneter Kirchenstrukturen. So
habe die rumänisch-orthodoxe Kirche allein 2008 vier neue Diözesen
im Ausland gegründet, berichtete Daniel I.

Weihbischof Helmut Krätzl betonte in seinem Grußwort, dass die
katholische Kirche die Freude über die zwei neuen
rumänisch-orthodoxen Kirchen in Wien-Simmering und Salzburg teile.
Er erinnerte auch an die vielen Kontakte zwischen der katholischen
und der rumänisch-orthodoxen Kirche in Wien, die vor allem auch mit
dem Namen Kardinal Franz König verbunden seien.

Auch der rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim (Joanta) würdigte
Kardinal Königs Verdienste und jene der Stiftung "Pro Oriente", die
König 1964 eingerichtet hat. Und der Wiener rumänisch-orthodoxe
Bischofsvikar Nicolae Dura lobte das besondere ökumenische Klima in
Österreich und sagte wörtlich: "Hier gibt es kein Nebeneinander der
Kirchen sondern ein ehrliches Miteinander."

Zum Abschluss des Festaktes zeichnete Patriarch Daniel I.
"Pro-Oriente"-Präsident Johann Marte mit dem Orden des Heiligen
Stephan des Großen und "Pro Oriente"-Generalsekretärin Marion
Wittine mit der Medaille des Heiligen Basilius aus.

Besuch am Sarg Kardinal Königs

Auch am Dienstagvormittag stand der Österreichbesuch von Patriarch
Daniel I. im Zeichen des Gedenkens an Kardinal König. Bei einem
Besuch im Stephansdom suchte der rumänisch-orthodoxe Patriarch u.a.
das Grab des 2004 verstorbenen Kardinals auf und sprach ein Gebet.

(forts. mgl.)
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