- 15.06.2009, 16:23:03
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Partei bevorzugt"
Der Streit zwischen der ÖVP-Spitze und Karas ist beigelegt. Doch wie lange?
Wien (OTS) - Othmar Karas hat sich dem Druck der Parteispitze
gebeugt. Trotz 110.000 Vorzugsstimmen verzichtet er nun doch auf
sein "moralisches Recht", als Delegationsleiter der ÖVP-Fraktion im
EU-Parlament zu kandidieren (was viele seiner Wähler wollten). Er
lässt Ernst Strasser den Vortritt.
Dafür darf er sein überparteiliches (?) "Bürgerforum" in der
Parteiakademie ansiedeln, die ÖVP-Führung unterstützt seine
neuerliche Kandidatur als Vizechef der Europäischen Volkspartei. Und
er bekommt, wie Strasser, Sitz und Stimme im Parteivorstand.
Also wieder Friede, Freude, Eierkuchen bei den Schwarzen? Die Frage
ist: Wie lange?
Karas ist glühender Europäer, Strasser verhaltener. Das hat sich
schon im Wahlkampf gezeigt. Es könnte auch künftig zu Konflikten
führen.
Setzt Karas um, was er verspricht - mit seiner Plattform
EU-Politik zur Innenpolitik zu machen - könnten sich diese
verstärken. Dann nämlich, wenn es ihm gelingt, sich in Österreich als
"Mister Europa" der ÖVP zu positionieren - und Strasser die Show zu
stehlen.
Der Kampf um Stimmen ist jedenfalls prolongiert. In ein paar
Monaten wird man wissen, ob Karas wieder jenen der Partei oder jenen
der Bürger den Vorzug gibt.
Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
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