MA 22 präsentiert Studie zu Mehrwegmodellen

Morgen Fachtagung "Mehrweg hat Zukunft!" im Wiener Rathaus

Wien (OTS) - Der Anteil der Mehrwegverpackungen am Getränkemarkt
in Österreich sinkt seit Jahren dramatisch. Lag die Gesamt-Mehrwegquote (inkl. der Quote aus dem Gastronomie-Bereich) in Österreich 1997 noch bei rund 60 Prozent, so fiel sie bis 2007 bereits auf rund 40 Prozent. Lässt man den Gastronomie-Bereich außer Acht, lag die Mehrwegquote beim privaten Konsum 2007 gar bei nur mehr 24 Prozent - Tendenz seitdem stetig fallend.

Mehrwegflaschen weisen hinsichtlich Rohstoff- und Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Abfallaufkommen klare Vorteile auf. Selbst bei gut funktionierenden Recyclingsystemen sind Mehrwegsysteme den Einweggetränkeverpackungen (Einweg-PET- oder Einweg-Glas-Flaschen bzw. Dosen) ökologisch überlegen. Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) setzt sich daher seit vielen Jahren für Mehrweggetränkeverpackungen ein.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gescheitert

"Faktum ist: Vergangene freiwillige Selbstverpflichtungen sowie die Nachhaltigkeitsagenda der Getränkewirtschaft sind als Instrumente zur Sicherung von Mehrweggetränken am Markt gescheitert. Neue legistische Maßnahmen sind dringend notwendig, um Mehrweggetränkesysteme abzusichern und zu stärken", so Umweltjurist Mag. Gerald Kroneder, Stellvertretender Leiter der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22).

Die Wiener Umweltschutzabteilung hat sich bereits vor einigen Jahren mit der erfolgreichen Anfechtung der Novelle der VerpackungszielVO 2000 für eine Richtungsänderung stark gemacht. Die zwischenzeitlich eingesetzten freiwilligen Vereinbarungen der Wirtschaftskammer und die Nachhaltigkeitsagenda der österreichischen Getränkewirtschaft haben den Trend in Richtung Einweg allerdings nur verstärkt.

Neue Studie zeigt Modelle zur Unterstützung von Mehrweg

Gemeinsam mit dem Land Salzburg und der Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) hat die MA 22 eine Studie in Auftrag gegeben, um verschiedene Vorschläge für Mehrwegmodelle entwickeln zu lassen. Die Studie wurde auch von der Initiative "natürlich weniger Mist" der Geschäftsgruppe Umwelt unterstützt. Durchgeführt wurde sie vom Österreichischen Ökologie-Institut und dem Institut für Technologie und Nachhaltiges Produktmanagement der WU Wien.

In anderen europäischen Staaten, so eines der Ergebnisse der Studie, gibt es erfolgreiche Verpackungspolitiken mit höheren Mehrweganteilen und gut funktionierenden Rücknahmesystemen. In der Studie wurden bestehende Systeme in Deutschland und einigen skandinavischen Ländern analysiert. Positive Aspekte dieser Systeme wurden mit neuen Ansätzen ergänzt und daraus mögliche Modelle für Österreich entwickelt. Die Studie soll Grundlage für Diskussionen bieten, um den Mehrweganteil im österreichischen Getränkesektor zu erhöhen und die Umwelt zu entlasten.

Win-win-Situation für Handel und KonsumentInnen

Klares Ergebnis der Studie ist: Es gibt verschiedene Modellvarianten, die zusammen mit verbindlichen, gesetzlichen Regelungen den Mehrweganteil auf dem österreichischen Getränkemarkt erhöhen könnten.

Die verschiedenen Modellvarianten wurden anhand von Kriterien wie ökologische Treffsicherheit, ökonomische Effizienz und Realisierbarkeit bewertet. Vorgestellt werden Modelle, die eine mengenmäßige, gesetzlich geregelte Beschränkung von Einweg vorsehen, aber auch Modelle, bei denen eine Steuerung über den Preis (durch Zu-und Abschläge) erfolgt.

Besonders erfolgsversprechend sind jene Modelle, bei denen ökologisch vorteilhafte Verpackungen auch preislich begünstigt werden und somit die umweltbewussten KonsumentInnen belohnt werden. Auf ökologisch nachteilige Verpackungen würde ein Zuschlag eingehoben werden, wobei dieser bei der Preisauszeichnung gesondert angeführt werden sollte, um für KonsumentInnen nachvollziehbar zu sein. Da auch der Handel motiviert werden muss, ist in einigen Modellvarianten vorgesehen, dass dieser von einem höheren Anteil an verkauften Mehrwegflaschen profitieren soll, jedoch bei einem Unterschreiten der Zielwerte ein höherer Zuschlag eingehoben wird. Bei den verschiedenen Modellen wird auch aufgezeigt, wie auf veränderte umweltpolitische Zielvorgaben oder sich ändernde Marktgegebenheiten reagiert werden kann. Es handelt sich bei allen Modellen um Diskussionsgrundlagen.

Fachtagung "Mehrweg hat Zukunft!"

Unter dem Titel "Mehrweg hat Zukunft!" treffen morgen, Dienstag, auf Einladung der Wiener Umweltschutzabteilung, der Bundesarbeitskammer und des ÖKOBÜRO Fachleute im Wiener Rathaus zusammen. Über 100 TeilnehmerInnen haben sich angemeldet, um mit den österreichischen und internationalen ReferentInnen zu diskutieren. ´

o Informationen zur Thematik Mehrweg: www.wien.gv.at/umweltschutz/abfall/projekte.html

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Dr. Mathilde Urban
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