- 15.06.2009, 12:29:06
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MA 22 präsentiert Studie zu Mehrwegmodellen
Morgen Fachtagung "Mehrweg hat Zukunft!" im Wiener Rathaus
Wien (OTS) - Der Anteil der Mehrwegverpackungen am Getränkemarkt
in Österreich sinkt seit Jahren dramatisch. Lag die
Gesamt-Mehrwegquote (inkl. der Quote aus dem Gastronomie-Bereich) in
Österreich 1997 noch bei rund 60 Prozent, so fiel sie bis 2007
bereits auf rund 40 Prozent. Lässt man den Gastronomie-Bereich außer
Acht, lag die Mehrwegquote beim privaten Konsum 2007 gar bei nur mehr
24 Prozent - Tendenz seitdem stetig fallend.
Mehrwegflaschen weisen hinsichtlich Rohstoff- und
Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Abfallaufkommen klare
Vorteile auf. Selbst bei gut funktionierenden Recyclingsystemen sind
Mehrwegsysteme den Einweggetränkeverpackungen (Einweg-PET- oder
Einweg-Glas-Flaschen bzw. Dosen) ökologisch überlegen. Die Wiener
Umweltschutzabteilung (MA 22) setzt sich daher seit vielen Jahren für
Mehrweggetränkeverpackungen ein.
Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gescheitert
"Faktum ist: Vergangene freiwillige Selbstverpflichtungen sowie
die Nachhaltigkeitsagenda der Getränkewirtschaft sind als Instrumente
zur Sicherung von Mehrweggetränken am Markt gescheitert. Neue
legistische Maßnahmen sind dringend notwendig, um
Mehrweggetränkesysteme abzusichern und zu stärken", so Umweltjurist
Mag. Gerald Kroneder, Stellvertretender Leiter der Wiener
Umweltschutzabteilung (MA 22).
Die Wiener Umweltschutzabteilung hat sich bereits vor einigen
Jahren mit der erfolgreichen Anfechtung der Novelle der
VerpackungszielVO 2000 für eine Richtungsänderung stark gemacht. Die
zwischenzeitlich eingesetzten freiwilligen Vereinbarungen der
Wirtschaftskammer und die Nachhaltigkeitsagenda der österreichischen
Getränkewirtschaft haben den Trend in Richtung Einweg allerdings nur
verstärkt.
Neue Studie zeigt Modelle zur Unterstützung von Mehrweg
Gemeinsam mit dem Land Salzburg und der Wiener
Umweltanwaltschaft (WUA) hat die MA 22 eine Studie in Auftrag
gegeben, um verschiedene Vorschläge für Mehrwegmodelle entwickeln zu
lassen. Die Studie wurde auch von der Initiative "natürlich weniger
Mist" der Geschäftsgruppe Umwelt unterstützt. Durchgeführt wurde sie
vom Österreichischen Ökologie-Institut und dem Institut für
Technologie und Nachhaltiges Produktmanagement der WU Wien.
In anderen europäischen Staaten, so eines der Ergebnisse der
Studie, gibt es erfolgreiche Verpackungspolitiken mit höheren
Mehrweganteilen und gut funktionierenden Rücknahmesystemen. In der
Studie wurden bestehende Systeme in Deutschland und einigen
skandinavischen Ländern analysiert. Positive Aspekte dieser Systeme
wurden mit neuen Ansätzen ergänzt und daraus mögliche Modelle für
Österreich entwickelt. Die Studie soll Grundlage für Diskussionen
bieten, um den Mehrweganteil im österreichischen Getränkesektor zu
erhöhen und die Umwelt zu entlasten.
Win-win-Situation für Handel und KonsumentInnen
Klares Ergebnis der Studie ist: Es gibt verschiedene
Modellvarianten, die zusammen mit verbindlichen, gesetzlichen
Regelungen den Mehrweganteil auf dem österreichischen Getränkemarkt
erhöhen könnten.
Die verschiedenen Modellvarianten wurden anhand von Kriterien
wie ökologische Treffsicherheit, ökonomische Effizienz und
Realisierbarkeit bewertet. Vorgestellt werden Modelle, die eine
mengenmäßige, gesetzlich geregelte Beschränkung von Einweg vorsehen,
aber auch Modelle, bei denen eine Steuerung über den Preis (durch Zu-
und Abschläge) erfolgt.
Besonders erfolgsversprechend sind jene Modelle, bei denen
ökologisch vorteilhafte Verpackungen auch preislich begünstigt werden
und somit die umweltbewussten KonsumentInnen belohnt werden. Auf
ökologisch nachteilige Verpackungen würde ein Zuschlag eingehoben
werden, wobei dieser bei der Preisauszeichnung gesondert angeführt
werden sollte, um für KonsumentInnen nachvollziehbar zu sein. Da auch
der Handel motiviert werden muss, ist in einigen Modellvarianten
vorgesehen, dass dieser von einem höheren Anteil an verkauften
Mehrwegflaschen profitieren soll, jedoch bei einem Unterschreiten der
Zielwerte ein höherer Zuschlag eingehoben wird. Bei den verschiedenen
Modellen wird auch aufgezeigt, wie auf veränderte umweltpolitische
Zielvorgaben oder sich ändernde Marktgegebenheiten reagiert werden
kann. Es handelt sich bei allen Modellen um Diskussionsgrundlagen.
Fachtagung "Mehrweg hat Zukunft!"
Unter dem Titel "Mehrweg hat Zukunft!" treffen morgen, Dienstag,
auf Einladung der Wiener Umweltschutzabteilung, der
Bundesarbeitskammer und des ÖKOBÜRO Fachleute im Wiener Rathaus
zusammen. Über 100 TeilnehmerInnen haben sich angemeldet, um mit den
österreichischen und internationalen ReferentInnen zu diskutieren.
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o Informationen zur Thematik Mehrweg: www.wien.gv.at/umweltschutz/abfall/projekte.html
(Schluss) urb
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Mathilde Urban
Umweltschutz (MA 22)
Qualitätsmanagement & Public Relations
Telefon: 01 4000-73422
E-Mail: [email protected]
www.umweltschutz.wien.at
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