• 12.06.2009, 13:47:18
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Evangelisch-theologischer Ehrendoktor für Desmond Tutu

Universität Wien ehrte den südafrikanischen Friedensnobelpreisträger - Benefizkonzert mit Startenor Johan Botha

Wien (OTS) - Das Ehrendoktorat aus evangelischer Theologie hat die
Universität Wien dem südafrikanischen Friedensnobelpreisträger
Desmond Tutu verliehen. Die Universität würdige damit die
"außerordentlichen" Leistungen des früheren anglikanischen
Erzbischofs von Kapstadt um die Begründung und Entwicklung der
"Ubuntu"-Theologie, bekannt auch als Befreiungstheologie, so Rektor
Georg Winckler bei der akademischen Feier am Freitag, 12. Juni, im
Großen Festsaal der Universität.

Die Initiative zur Verleihung des Ehrendoktorats kam von der
Evangelisch-theologischen Fakultät. Damit sollen Tutus Leistungen als
Theologe herausgestrichen werden, sagte der ebenfalls aus Südafrika
stammende Dekan der Fakultät, James Loader, in seiner Laudatio. Tutu
habe mit seiner wissenschaftlichen Arbeit "Menschen und die Theologie
in die Höhe gehoben" und der Theologie zu einem "neuen Gesicht"
verholfen, dem einer "Theologie des Mitgefühls und der menschlichen
Solidarität". Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das akademische
Leben bezeichnete Loader als "enorm". Letztlich, so Loader, habe Tutu
in seiner Biografie "mehr Auszeichnungen erhalten als die Universität
Wien je vergeben hat".

Desmond Tutu erinnerte in seinen Dankesworten an die ersten
demokratischen Wahlen vor rund 15 Jahren in Südafrika. Mit der Wahl
Nelson Mandelas zum ersten schwarzen Präsidenten eines freien,
demokratischen Staates sei Wirklichkeit geworden, woran viele in den
Jahren davor nicht geglaubt hätten. Der Friedensnobelpreisträger
dankte für die "Hilfe auf dem Weg zur Freiheit", die sich auch in der
Beteiligung bei Demonstrationen oder in Boykotten des
Apartheit-Regimes ausgedrückt habe. Anders als von manchen befürchtet
habe danach in Südafrika nicht Rache das Leben bestimmt, vielmehr sei
Nelson Mandela, den Tutu als "Ikone der Versöhnung" bezeichnete, den
Weg der Vergebung gegangen. Angesichts der schrecklichen Situation
etwa in Sri Lanka, in Pakistan, in Afghanistan, im Irak oder im
Gaza-Streifen rief Tutu dazu auf, weiterhin nicht die Hoffnung
aufzugeben. Die hoffnungsvollen Entwicklungen in Südafrika zeigten,
dass "Gott in die Welt" gekommen sei. Irgendwann, so der
Friedensnobelpreisträger wörtlich, "beißen die Hitlers dieser Welt,
die Mussolinis, Francos oder Idi Amins alle ins Gras". Tutu: "Eines
Tages werden auch Juden und Palästinenser friedlich Seite an Seite
leben, weil diese Welt die Welt Gottes ist."

Zu Gunsten der "Desmond Tutu HIV Foundation" findet am Samstag, 13.
Juni, um 17 Uhr ein Benefizkonzert in der Lutherischen Stadtkirche
Wien statt. Als besonderer Gast singt Startenor Johan Botha,
Kammersänger an der Wiener Staatsoper und gebürtiger Südafrikaner.
Weiters wirken mit die junge Sopranistin Marelize Gerber, ebenfalls
aus Südafrika, Katrin Auzinger und der Albert-Schweitzer-Chor. Die
Gesamtleitung hat Landeskantor Matthias Krampe.

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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