Kein Geld für Jugendforschung in Österreich!

Österreichisches Institut für Jugendforschung verliert die Förderung für das Jahr 2010 und ist in seiner Existenz gefährdet!

Wien (OTS) - Gerade in den letzten Wochen und Monaten standen die Jugendlichen sowie ihre Werte und Einstellungen immer wieder im Zentrum von Diskussionen. Wahlverhalten, jugendliche MigrantInnen und politische Beteiligung beschäftigten Politik und Gesellschaft, fundierte Aussagen und Studien gibt es mangels Finanzierung jedoch nicht. "In dieser Situation übergeht die Bundesregierung den Punkt "Sicherstellung und Ausbau der Jugendforschung" in ihrem Regierungsprogramm und stellt keine weitere Finanzierung dafür zur Verfügung", so Patrick Rosner, neuer geschäftsführender Vorsitzender des ÖIJ.

Das Österreichische Institut für Jugendforschung (ÖIJ) beschäftigt sich seit 1960 systematisch und regelmäßig mit Jugendfragen. Die Träger des Vereins, dessen Ziel das Aufzeigen der Lebenssituation und Probleme sowie Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen und die Ausarbeitung zukunftsorientierter Vorschläge auf Basis wissenschaftlicher Methoden ist, sind 20 österreichische Jugendorganisationen sowie die Bundesjugendvertretung. Die entsendeten Vorstandsmitglieder nehmen die finanzielle Verantwortung dieser Funktion ehrenamtlich war.

In ihrer gestrigen Generalversammlung mussten die Mitglieder nun beschließen, alle Maßnahmen vorzubereiten, um bei einem weiteren Ausbleiben einer Finanzierung, kein finanzielles Risiko zu tragen. Im schlimmsten Fall bedeutet das die Einstellung der aktiven Geschäftstätigkeit im 50. Jubiläumsjahr sowie die Kündigung der ForscherInnen.

"Eine solide Grundlagenforschung muss Basis einer zukunftsorientierten Jugendpolitik sein. Die Politik misst den Erkenntnissen über Jugendliche wie Wahlverhalten, politische Beteiligung, Wertvorstellungen, Gewalt oder Migration/Integration zu wenig Bedeutung bei. Eine regelmäßige und grundlegende Jugendforschung sowie die größte Kinder- und Jugendforschungsbibliothek in Österreich kann nicht ausschließlich von den Jugendorganisationen finanziert werden. Daher fordern wir die Bundesregierung dazu auf mitzuhelfen, die Arbeit des ÖIJ und eine kontinuierliche Jugendforschung doch noch sicherzustellen. Wir hoffen, dass die nun bereits vereinbarten Termine mit den EntscheidungsträgerInnen genutzt werden können, um gemeinsam Lösungen zu finden", betont Patrick Rosner.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gert Hufnagl
Österreichisches Institut für Jugendforschung
Tel: (01) 2147881-17
Mail: gert.hufnagl@oeij.at Web: www.oeij.at

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