- 09.06.2009, 12:56:09
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ÖH zur UG-Novelle: Einige Baustellen bleiben offen
Kritik an Master-Mobilität, Bologna-Umstellung und Kompetenzen des Senats
Wien (OTS) - Der heute präsentierte Entwurf zur
Universitätsgesetz-Novelle wird von der Österreichischen
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) in manchen Punkten
positiv aufgenommen, ruft aber auch massive Kritik hervor.
Die ÖH hat sich dafür eingesetzt, dass die vieldiskutierten
Studieneingangsphasen nicht als Zugangsbeschränkungen missbraucht
werden, dass sie als Teil des Studiums und zur sinnvollen
Orientierung als Einstieg von den Studierenden absolviert werden.
"Unsere Forderungen in diesem Punkt wurden teilweise im Entwurf
übernommen. Wir fordern eine Schutzregelung vor Zugangsbeschränkungen
und Knock-Out und werden ganz genau darauf achten, dass keine
Universität auf die Idee kommen wird diese zu umgehen. Sollten wir
nur den leisesten Verdacht haben, dass hier Schindluder betrieben
wird, werden wir sofort klagen", betont ÖH-Vorsitzender Samir
Al-Mobayyed.
"Wir begrüßen die verbindlichen Maßnahmen zur Verbesserung der
Studienqualität, die in den Leistungsvereinbarungen verhandelt werden
sollen. Dabei darf es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen bleiben!
Besonders erfreulich sind dabei die Zielsetzungen für Maßnahmen gegen
Studienabbruch, der Verbesserung der Betreuungsrelationen sowie die
Erweiterung der Angebote für berufstätige Studierende", erläutert
Al-Mobayyed die positiven Punkte. Positiv für die Mitbestimmung der
Studierenden in den Uni-Gremien sei außerdem, dass die absolute
Mehrheit der Professorinnen und Professoren im Senat falle und man
begrüße besonders die Beibehaltung der Sperrfrist für den Übergang
von der Politik in den Unirat.
"Das Ministerium plant weiters ein Gutachten zur
Beschäftigungsfähigkeit von Bachelor-Studien, auch hier hat sich die
ÖH massiv eingesetzt um die Chancen der Bachelorstudierenden auf dem
Arbeitsmarkt zu verbessern", erklärt Al-Mobayyed. Einen Widerspruch
bringe allerdings das Thema Mobilität in den UG-Entwurf: "Einerseits
wird die Förderung von Mobilität als Wunschziel formuliert, diese
Vorsätze begrüßen wir. Doch beim Übergang vom Bachelor zum Master
wird ein Wechsel zwischen Unis innerhalb von Österreich noch
zusätzlich erschwert, dies widerspricht grundlegend dem
Bologna-Gedanken", kritisiert der Studierendenvertreter. "Der
UG-Entwurf sieht einen ungehinderten Übergang vom Bachelor zum
jeweiligen Master vor, diese Garantie ist wichtig für die
Studierenden, dennoch muss man den Studierenden auch den Wechsel an
eine andere Uni ermöglichen", fordert der ÖH-Vorsitzende und erteilt
Zugangsbeschränkungen jeglicher Art eine dezidierte Absage.
Problematisch ist für Al-Mobayyed auch die geplante Anwendung der
Bologna-Architektur auf das Studium der Human- und Zahnmedizin sowie
der Rechtswissenschaften, hier befürchtet man schwere
Qualitätseinbußen, sowie die qualitative Beschränkung der
PhD-Studien.
"Ein wichtiges Anliegen ist uns auch der Senat als einzig
demokratisch legitimiertes Uni-Gremium, er muss auf- und nicht
abgewertet werden. Mit der Übertragung der Wahlordnung und der
Ausschreibung der Rektorswahl vom Senat an den Unirat entzieht ihm
die UG-Novelle eine wichtige Kompetenz. Diese wichtige Funktion muss
auch in Zukunft beim nicht politisch besetzten Senat verbleiben", so
Al-Mobayyed.
"Es bleibt noch eine Woche Zeit, notwendige Korrekturen vorzunehmen.
Wir erwarten noch ein Einlenken in den von uns geforderten wichtigen
Punkten. Die ÖH wird auch in dieser Woche nicht ruhen und sich massiv
für Verbesserungen einsetzen", betont Al-Mobayyed abschließend.
Rückfragehinweis:
Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH)
Julia Forstner, Pressesprecherin
Tel.: 01/310-88-80/20, Mobil: 0676 888 52 212
mailto:[email protected] http://www.oeh.ac.at
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