"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR VON CLAUDIA GRABNER: Wenn sich Politik wiederholt ...

Klagenfurt (OTS) - Man muss Politik machen, nicht geschehen
lassen weil es ansonsten unfreundlich werden kann. Siehe Werner Faymann. Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass man den "Zukunftsmann" hofierte, ihm zu Füßen lag, in ihm das künftige Heil für Partei und Einfluss sah - weil man "den Gusi" nicht mehr wollte, ihn ungustiös und scheibchenweise abmontierte. Am 16. Juni 2008 wurde der Kronprinz Faymann als geschäftsführender SPÖ-Parteichef inthronisiert. In einer Woche vor einem Jahr ... Damals war der Alfred Gusenbauer an allem schuld: zu beliebig sei er, zu sanftmütig, seine Linie zu wenig klar.

Die SPÖ braucht Positionierung, nicht Beliebigkeit. Paukenschlag, nicht Sanftmut. Eine klare Linie, keinen verwaschenen Kurs: Nach sechs verlorenen Wahlen und einen historischen Tiefstand später das Dejavu. Die gleichen Rufer. Die gleiche Kritik. Nur ist der Adressat jener Kopf, den man vor zwölf Monaten (gierig, seinen Vorgänger abzuschießen) zum Macher krönte. - So spielt die Politik. Insbesondere wenn sie zu bequem ist, in die Tiefe zu gehen.

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