ÖBB-Betriebsratswahlen: Sieger FSGvida erzielt mit über 92 Prozent bestes Ergebnis in der Zweiten Republik

FSGvida-Vorsitzender Haberzettl: EisenbahnerInnen macht misslungene ÖBB-Strukturreform zu schaffen - Starker Einsatz für die KollegInnen wurde belohnt

Wien (FSGvida/ÖGB) (OTS) - Bei den zweiten ÖBB-Betriebsratswahlen nach der misslungenen ÖBB-Strukturreform der ehemaligen schwarz-blauen Bundesregierung aus dem Jahr 2003 entschied sich die überwältigende Mehrheit der über 36.000 Wahlberechtigten für die Fraktion Sozialdemokratische GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (FSGvida). ****

Die FSGvida erreichte österreichweit 92,22 Prozent (2005: 89,85) und konnte somit ihr Wahlergebnis von der letzten Betriebsratswahl noch einmal um 2,37 Prozent verbessern. Dieses FSG-Ergebnis bei Wahlen ist nicht nur das beste der Zweiten Republik sondern auch das beste Betriebsratswahlergebnis seit dem Jahr 1931. Dieser schon 2005 erzielte Rekord konnte somit von der FSGvida noch einmal eingestellt werden.

Von 3. bis 5. Juni 2009 fanden in allen neun Unternehmen der ÖBB, sowie bei der Graz-Köflacher-Bahn (GKB) Betriebsratswahlen aufgrund des Arbeitsverfassungsgesetzes statt. Bei der GKB entfielen wie im Jahr 2005 wieder 100 Prozent der Stimmen auf die FSGvida. Bei einer Wahlbeteiligung von 79,23 Prozent (2005: 84,28) in den ÖBB wurden bundesweit folgende Ergebnisse erzielt:

Fraktion Sozialdemokratische GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (FSGvida): 25.385 Stimmen und 92,22 Prozent (2005: 89,85);

Unabhängige GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida (UGvida):
472 Stimmen und 1,71 Prozent;

Unabhängiger LokführerInnen Vereinigung / Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen (ULV/GUG): 379 Stimmen und 1,38 Prozent

Gewerkschaftlicher Linksblock in der Gewerkschaft vida (GLBvida): 220 Stimmen und 0,8 Prozent (2005: 2,16);

Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG): 198 Stimmen und 0,72 Prozent (2005:0,22);

Balance: 178 Stimmen und 0,65 Prozent;

Sonstige/Namenslisten: 695 Stimmen und 2,52 Prozent (2005: 4,60).

Der FSGvida-Vorsitzende, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Wilhelm Haberzettl führt die hohe Beteiligung der EisenbahnerInnen an den Betriebsratswahlen auf die "im gesamten Unternehmen deutlich spürbaren Auswirkungen der absolut vermurksten ÖBB-Strukturreform aus dem Jahr 2003" auf die Beschäftigten zurück. "Verschärft hat sich diese Situation vor allem noch in den letzten Wochen durch die unverantwortliche Art und Weise der ÖVP, wie diese die Inhalte der Reform 2003 in der aktuellen Diskussion um eine Änderung der ÖBB-Struktur noch vertiefen will", sagte Haberzettl.

Die ÖVP-Verlangen gingen in Richtung weiterer ÖBB-Gesellschaften sowie Schnittstellenprobleme im Infrastrukturbereich, zusätzliche Managerposten und führten somit in Richtung Privatisierung der ÖBB und zu Mehrbelastung für die KundInnen und SteuerzahlerInnen. "Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner haben für einen derartig motivierten Politikmurks kein Verständnis", unterstreicht Haberzettl.

Haberzettl führt das beste Ergebnis der FSG seit 1931 darauf zurück, dass Gewerkschaft, Betriebsrat und die EisenbahnerInnen zusammengehalten und gemeinsam Stärke gezeigt haben. "Wir haben im Zusammenhang mit den Spekulationsverlusten und dem schlechten Konzernergebnis 2008 gegenüber der Unternehmensleitung klar gemacht, dass für daraus resultierende Sparpakete nicht die EisenbahnerInnen zur Kasse gebeten werden dürfen." Auch haben sich Betriebsrat und Gewerkschaft im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise entschlossen gegen Nulllohnrunden und Kurzarbeit in den ÖBB-Gesellschaften ausgesprochen, ergänzte der Gewerkschafter: "Konsequente Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit hat die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner zu einer hohen Wahlbeteiligung und Solidarität motivieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen wissen, wer ihre Interessen vertritt".

"Einen Rechtsruck unter den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern habe ich zu keinem Zeitpunkt befürchtet. Offenbar haben auch FPÖ und BZÖ schon im Vorfeld erkannt, dass sie bei uns auf keinen fruchtbaren Boden stoßen und sind erst gar nicht bei den Betriebsratswahlen angetreten", freut sich Haberzettl.

Im Rahmen der Betriebsratswahlen wurden auch die ÖBB-Konzernbehindertenvertrauenspersonen gewählt, dabei gab es wie im Jahr 2005 wieder ein 100-prozentiges Wählervotum für die FSGvida.

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